Heimatverein Barnstorf feiert Sommerfest

Meyer-Köster-Hof erlebt Publikumsandrang

Die Bäcker Erich Meyer (r.) und Uwe Bredehorst holen die herrlich duftenden Butterkuchen-Bleche aus dem Backofen.
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Die Bäcker Erich Meyer (r.) und Uwe Bredehorst holen die herrlich duftenden Butterkuchen-Bleche aus dem Backofen.

Barnstorf - Das Sommerfest machte seinem Namen diesmal wirklich alle Ehre. Bei bestem Wetter feierte der Heimatverein Samtgemeinde Barnstorf die 24. Ausgabe auf dem Gelände des Meyer-Köster-Hofes. Es begann traditionell mit einem Gottesdienst im Göpel, zu dem Pastorin Ilka Strehlow eingeladen hatte und der Posaunenchor St. Veit den musikalischen Rahmen beisteuerte.

In ihrer Predigt über die Heilung eines Blinden stellte sie bewusstes Sehen, Hören und Wahrnehmen in den Mittelpunkt, wofür es für die Gäste auf dem Gelände des Meyer-Köster-Hofes jede Menge Gelegenheit gab.

Wie in den vergangenen Jahren auch, besuchten Mitglieder der Familie Meyer-Köster das Sommerfest und wurden vom Vorstand herzlich begrüßt. Caroline Dorothea Busacker hatte als Kind immer die Ferien auf dem Hof verbracht und war mit Tochter Ute Busacker und der langjährigen Freundin Nobuko Borsotzki aus Verden-Kirchlinteln angereist. Sie gehört der Erbengemeinschaft Meyer-Köster an, die Haus und Grundstück im Jahr 1992 dem Flecken Barnstorf mit der Maßgabe übertrug, daraus ein Heimat- und Kulturhaus zu machen.

Der Heimatverein übernahm die Anlage und richtete im Obergeschoss ein Museum ein, das wie alle anderen Gebäude mit historischem Inventar für das Publikum geöffnet wurde. Neben einem Flohmarktstand des Veranstalters luden auf dem idyllischen Gelände weitere Stände mit Kunsthandwerk, Handarbeiten des Strick-Cafés und regionalen Produkten wie Honig, Marmeladen oder Blumen zum Stöbern und Kaufen ein.

Der Vorstand des Heimatvereins (von rechts) Jürgen Rattay (mit Enkel), Helga Rödenbeck und (links) Jürgen Ciglasch mit den „Meyer-Kösters“ Caroline Busacker mit Tochter Ute Busacker und Nabuko Borsotzki sowie Hund Janosch.

Schon vor einer Woche hatten die Bäckermeister Erich Meyer und Uwe Bredehorst mit dem Anheizen des alten Steinbackofens begonnen. Verlangte das Backen des Schwarzbrotes am Dienstag nur eine Temperatur von 220 Grad Celsius, so musste für den Butterkuchen der Ofen auf 340 Grad gebracht werden, damit er ebenmäßig gebräunt aus dem Backofen geholt werden konnte. Dabei bevorzugen die Bäcker die altdeutsche Variante mit Butterstücken, aber ohne Mandeln.

Für die Verpflegung zur Kaffeezeit war also gesorgt, und Pellkartoffeln mit Quark, Bratwürste und Schmalzstullen gab es gegen den kleinen Hunger, und auch kalte Getränke und Joghurt-Eis waren bei den hohen Temperaturen sehr gefragt.

Auch das Beiprogramm konnte sich sehen lassen. Aus Tonnenheide waren wieder die „Strickeschläger“ angereist, um altes Handwerk zu präsentieren. Mit einem Augenzwinkern taten sie kund, dass sie die Einzigen wären, die schwarz-rot-goldene Stricke drehen dürften, aber nach der desaströsen Fußball-WM wollte keiner diese Seile mehr haben.

Für die Kinder hatte Gerhard Lachmann die Ponys „Kalle“ und „Happy“ vor die Kutsche gespannt, die von Chiara und Mascha am Halfter geführt wurden, um die Anhöhe zur Straße zu bewältigen. Dann ging es teilweise im Galopp auf einen kleinen Rundkurs um das Gelände.

Musikalisch unterwegs war Rita Promann als Leierkasten-Frau. Mit der wunderschönen alten Drehorgel auf Rollen tingelte sie über das Gelände und veranlasste mit dem „Petersburger Marsch“ die Umstehenden zum Mitsingen bei „Siehste wohl, Du Berliner Pflanze …“.

Rita Promann ließ auch mal gute Bekannte am Leierkasten hantieren.

„Spaß ist der Motor“ für den Seniorentanz der MTV-Tanzgruppe, erzählte Leiterin Birte Nattkemper, und das brachten die Akteure auf dem Pflaster vor dem Heimathaus auch gut zur Geltung. Bei Reihen-, Kreis- und Gassentanz zeigten sie den vielen Zuschauern, was sie sich in ihren Übungsstunden im Meyer-Köster-Haus angeeignet haben, und gleichzeitig diente dies der Kondition und dem Gedächtnistraining.

Das Blasorchester Drebber unter ihrem Leiter Juri Ort wollte ursprünglich im Göpel musizieren, doch ein ungünstig wehender Wind veranlasste einen Umzug vor das Heimathaus. Dort präsentierte das Orchester einen musikalischen Hochgenuss mit Musical- und Filmmelodien und dem „Viva la Vida“ von Coldplay, wobei die interessanten Überleitungen von Eva-Maria Konkel etwas im allgemeinen Stimmengewirr untergingen.

Den Abschluss bildete der Singekreis Barnstorf. Dirigent Peter Knospe und die Vorsitzende Frauke Brüning hatten ein abwechslungsreiches Programm erarbeitet und dankten mit „Heute hier, morgen dort“ oder „Dreaming“ dem Heimatverein für die Übungsmöglichkeiten im Heimathaus.

Am Ende des Tages zog Vorsitzender Jürgen Rattay ein positives Fazit: „Es hat Spaß gemacht. Wir sind sehr zufrieden. Es ist ein gutes Zeichen, wenn der Butterkuchen alle ist“, und das war schon vor 16 Uhr der Fall, wobei Jürgen Ciglasch ergänzte, dass extra noch fünf Bleche mehr als im Vorjahr gebacken wurden.

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