Circus Belly gastiert in Barnstorf 

Menschenaffe Robby spielt keine Rolle in der Manege

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Der Circus Belly ist nach zwei Jahren wieder zu Gast in Barnstorf. Zum Team des Familienunternehmens gehört auch Marietto Köhler. Er präsentiert verschiedene Artistik-Nummern und kümmert sich auch um Tiere. Hier schaut er nach Kamelen.

Barnstorf - Auf der Wiese an der Osnabrücker Straße in Barnstorf herrscht lebhaftes Treiben. Der Circus Belly hat seine Zelte aufgeschlagen und bereitet sich auf die ersten Vorstellungen am kommenden Wochenende vor. „Wir haben ein neues Programm mit Luftakrobatik und artistischen Nummern“, verkündet die Zirkusdirektion.

Neben diesen Showeinlagen werden sich zahlreiche Tiere in der Manege tummeln, die vor allem die Herzen der jungen Zuschauer höherschlagen lassen.

Robby gehört einem anderen Circus Belly

Wer den Circus Belly besucht und dort den mehr als 40 Jahre alten Schimpansen Robby vermutet, wird das schlagzeilenträchtige Tier allerdings nicht antreffen. Es gehört nicht zum Bestand von Hans-Joachim und Karin Köhler, die mit ihrem Familienunternehmen in Weyhe beheimatet sind. Das berühmte Tier gehört Hans-Jürgen Köhler, der ebenfalls einen Circus Belly betreibt, aber in Magdeburg sesshaft ist. Es besteht also leicht Verwechslungsgefahr.

Karin Köhler kann den öffentlichen Rummel um den letzten Menschenaffe in einem Zirkus nicht verstehen. Das Verwaltungsgericht in Lüneburg hat entschieden, dass Robby in eine auf die Resozialisierung von Menschenaffen spezielle Einrichtung abgegeben werden müsse. Das Urteil sei aber noch nicht rechtskräftig, Rechtsmittel sei eingelegt. Solange dürfe das Tier im Circus ihres Schwagers Hans-Jürgen Köhler bleiben.

Tierarten zur Schau stellen sei nicht mehr zeitgemäß

Nach Auffassung der Weyherin muss der Einzelfall gewertet werden. Es sei nicht mehr zeitgemäß, bestimmte Tierarten zur Schau zu stellen, räumt sie ein, wobei Menschenaffen grundsätzlich dazu gehörten. Robby sei aber kein junges Tier mehr, er habe sich längst an die Familie und die Abläufe gewöhnt. „Sofern mein Schwager auf den Platz fährt, freut sich Robby, wenn er die Wagengeräusche wahrnimmt“, berichtet Köhler. Robby sei ein gutmütiges Tier, das nur deshalb friedfertig sei, weil es sehr gut behandelt werde. Müsse er den Kreis der vertrauten Umgebung verlassen, sei das sein Todesurteil.

Doch mit diesem Thema wird sich die Familie in den nächsten Tagen nur am Rande beschäftigen. Das Hauptaugenmerk gilt der Versorgung der eigenen Tiere und der Vorbereitung der nächsten Show. Etwa 50 Tiere, darunter Kamele, Lamas und Pferde, hat das Unternehmen aus dem Nordkreis in seinem Bestand. Da muss schon alles Hand in Hand gehen, damit der Betrieb in geordneten Bahnen verläuft.

Ideensuche bei Youtube

Zum Team gehört auch der Enkel der Zirkusbetreiber. Marietto Köhler ist voll eingespannt. Disziplin sei sehr wichtig, sagt der 18-Jährige, der früh aus den Federn muss. Der Arbeitstag beginnt um 5.30 Uhr mit der Fütterung der Tiere. Der junge Mann ist aber nicht nur für die Tiere mitverantwortlich. Er bereichert die Shows auch mit Akrobatik. Obgleich er keine Artistikschule besucht hat, bedeutet das nicht, dass es keine aufwendigen Nummern gibt. Im Gegenteil.

„Wir holen uns Ideen im Internet bei Youtube“, berichtet Marietto Köhler. Die Grundtechniken bringe die Verwandtschaft ein. Von ihm könnten die Zuschauer verschiedene Drahtseil- und Jonglage-Nummern sowie Saltos erwarten. Dabei überwinde er mehr als sieben Meter. Zirkusdirektorin Karin Köhler macht ebenfalls Lust auf das Gastspiel in Barnstorf, wo der Circus Belly bereits vor zwei Jahren gastierte: „Wir bieten unserem Publikum eine zweistündige Show mit dem Schwerpunkt Tierdressur und Artistik.“

Die Vorstellungen sind am Sonnabend, 5. und 12. August, jeweils ab 16 Uhr, sowie am Sonntag, 6. und 13. August, jeweils ab 15 Uhr. In den Pausen können sich die Besucher an einer Tierschau erfreuen. Der Eintritt kostet zwischen 16 und 22 Euro, je nach Alter und Platzwahl. Mit Ermäßigungskarten können die Besucher drei Euro sparen. Sie liegen in Schulen, Kindertagesstätten und anderen örtlichen Einrichtungen aus.

sig/sp

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