Mehr als 100 neue Flüchtlinge / Unterkunft in ehemaliger Gaststätte

Kontingent wird aufgestockt

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Durch den Erwerb der ehemaligen Gaststätte Klopsch soll zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden.

Barnstorf - Die Samtgemeinde Barnstorf bekommt zusätzliche Flüchtlinge zugewiesen. Das neue Kontingent umfasst 266 Personen und muss bis Ende März 2016 erfüllt werden, berichtete Fachbereichsleiterin Frauke Brüning in der Informationsveranstaltung am Donnerstagabend im Rathaus. Bislang sei die Verwaltung davon ausgegangen, bis Ende Januar 170 Flüchtlinge in der Samtgemeinde unterzubringen. Bei aktuell 157 Flüchtlingen wäre diese Quote erfüllt worden. Doch diese Rechnung ist nun überholt, die Kommune steht vor einer neuen Herausforderung. Brüning: „Wir müssen jetzt 109 Personen aufnehmen, um die Quote zu erfüllen“.

Mit der neuen Aufnahmequote geht ein zusätzlicher Bedarf an Wohnungen einher. „Wir sind in Verhandlungen mit mehreren Vermietern, um weiteren Wohnraum anzumieten“, berichtete die Fachbereichsleiterin weiter. Im Gegensatz zu den anderen Mitgliedsgemeinden sind in Drentwede bislang noch keine Flüchtlinge untergebracht. Doch das soll sich mit dem Erwerb einer bekannten Immobilie, der ehemaligen Gaststätte Klopsch, ändern. Laut Brüning wird das Objekt an der Bundesstraße 51 über die Planungs- und Entwicklungsgesellschaft Barnstorf (PEB), eine Tochtergesellschaft der Samtgemeinde, gekauft und dann von der Kommune angemietet werden. Der Samtgemeindeausschuss hat bereits am Mittwoch dem Ankauf des Gebäudes durch die PEB zugestimmt. Die finanzielle Abwicklung erfolgt über einen Nachtragshaushalt, mit dem sich der Samtgemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Dienstag befassen wird.

Das Objekt steht schon seit längerer Zeit leer, ist von Maklern immer wieder zum Verkauf angeboten worden. Kostenpunkt laut RSW Immobilien: 169000 Euro. Nach Angaben der Verwaltung sollen vorerst nur die beiden Wohnungen im Obergeschoss des Gebäudekomplexes belegt werden. Die Wohnfläche beträgt rund 220 Quadratmeter. Die Gaststätten-Räume im Erdgeschoss sollen vorerst nicht genutzt werden. Bei kurzfristigen Bedarf könne man darauf zurückgreifen, so Brüning.

In der Flüchtlingskrise ist die Beschaffung von Wohnraum der kurzfristige Schritt. Mittelfristiges Ziel sei der Spracherwerb, so die Fachbereichsleiterin. Hier sind Volkshochschule und Willkommens-Initiative gefragt. Langfristig sei die Integration in Bildung, unter anderem durch Kindergärten und Schulen, vorgesehen. Eine große Aufgabe, die nur in Gemeinschaft zu schaffen sei, betonte Brüning. Zu diesem Thema solle im ersten Quartal 2016 ein runder Tisch eingerichtet werden.

sp

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