Mehr Haushalte wünschen sich schnelleren Internetzugang / Neue Pläne

Einsatz der Schüler für Breitband-Ausbau lohnt sich

Barnstorf - Mehrere Tage sind Danny Weiß und Lennert Gross mit einigen Mitschülern von Haus zu Haus gegangen, um für einen schnelleren Internetzugang im Wohngebiet Walsen zu werben. Das Klinkenputzen hat sich gelohnt: Deutlich mehr Bewohner unterstützen jetzt die Kampagne der Samtgemeinde Barnstorf, die sich um einen Ausbau des Breitbandnetzes bemüht und dabei auf eine möglichst große Beteiligung der Haushalte angewiesen ist.

Wirtschaftsförderer Thorsten Kuhlmann ist positiv überrascht von den Umfrageergebnissen der Schüler: „Sie haben den bisherigen Bestand an Rückläufen verdoppelt“, stellt der Gemeindevertreter erfreut fest. Vor einigen Wochen war die Bilanz noch äußerst mager gewesen. Nur knapp 20 Prozent der betroffenen Haushalte hatten auf das Anschreiben der Kommune im Mai dieses Jahres reagiert. Dank der lobenswerten Eigeninitiative der Schüler stünden jetzt 39 Prozent der 530 Haushalte zu Buche, so Kuhlmann.

Ziel der Kommune ist es, die Geschwindigkeit auf der Datenautobahn zu verbessern. Im Barnstorfer Ortskern gibt es zwar schon ganz gute Bedingungen, doch in anderen Bereichen befinden sich viele Internetnutzer noch auf der Standspur. Auf den Missstand in ländlichen Regionen hat in diesen Tagen auch die Bundesregierung hingewiesen. Laut Infrastrukturminister Alexander Dobrindt sollen im Rahmen eines Förderprogramms bis 2018 flächendeckend Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) erreicht werden.

Die Samtgemeinde Barnstorf hat schon vor längerer Zeit den Schulterschluss mit Nachbargemeinden gesucht, um durch die Bildung einer gemeinsamen Gesellschaft selbst Projekte in ausgewählten Gebieten wie Walsen oder Rustmannshausen in die Hand nehmen zu können. Doch von diesen Plänen ist die Kommune inzwischen abgerückt. „Wir werden kein Glasfasernetz über eine eigene Gesellschaft legen können. Es würde sich nicht lohnen, eine Leitung bis an jedes Haus zu legen. Dafür wäre schon eine Beteiligung von 60 Prozent der Haushalte nötig“, sagt Kuhlmann. Die aktuelle Quote im Wohngebiet Walsen ist für den Wirtschaftsförderer aber durchaus ein Pfund, mit dem man bei Netzanbietern punkten kann. Sie könnten als Zwischenschritt schnellere Leitungen zwischen Hauptverteilern und Kabelverzweigern legen. Damit würde zumindest eine teilweise Verbesserung der Übertragungsgeschwindigkeit erreicht. „Man kann von 25 bis 50 MBit/s ausgehen“, schätzt Kuhlmann.

Die Kommune strebt jetzt ein Interessenbekundungsverfahren für den Bereich Walsen an. Hier können Netzbetreiber ein Angebot für den Teilausbau unterbreiten. Eine Umsetzung der Maßnahme wäre eventuell Mitte 2015 möglich, erklärt der Wirtschaftsförderer. Voraussetzung sei jedoch die Zustimmung der Politik. Sie entscheide, ob und in welchem Umfang sich der Flecken Barnstorf beteilige.

Inwieweit die Kommune bei der Deckung der Wirtschaftlichkeitslücke auf Zuschüsse bauen kann, hängt von den Förderkriterien ab. Die Landesregierung hat unlängst angekündigt, den Ausbau des Breitbandenetzes in Niedersachsen bis 2020 mit 60 Millionen Euro fördern zu wollen. „Ein Tropfen auf den heißen Stein“, meint Kuhlmann – und hofft auf eine Aufstockung der Töpfe.

Neben den Plänen für den Ortsteil Walsen will sich die Kommune auch weiter um den Netzausbau in Rustmannshausen bemühen. Dort soll im Herbst ebenfalls ein Interessenbekundungsverfahren samt Bürgerbefragung starten. Nach den positiven Erfahrungen strebt Kuhlmann wieder den direkten Kontakt an, möglicherweise durch Auszubildende der Gemeinde: „Die persönliche Ansprache hat deutlich mehr gebracht. Darauf setzen wir!“

Auch in den Mitgliedsgemeinden Drebber, Eydelstedt und Drentwede will sich die Samtgemeinde Barnstorf für einen Netzausbau einsetzen. Eine Umfrage sei dort zwar nicht geplant, wohl aber eine Angebotseinholung von Netzbetreibern, sofern die zuständigen Räte diesen Schritt befürworteten. Kuhlmann: „Man weiß dann schon einmal, was ein Netzausbau ungefähr kostet.“

sp

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