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Mediatorin auf vielen Ebenen: Eydelstedts Bürgermeisterin Martina Thesing stellt sich vor

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Von: Jannick Ripking

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Martina Thesing schätzt die Eydelstedter Gemeinschaft und will sich dafür einsetzen, diese noch weiter zu stärken.
Martina Thesing schätzt die Eydelstedter Gemeinschaft und will sich dafür einsetzen, diese noch weiter zu stärken. © Jannick Ripking

Martina Thesing, Fredy Albrecht und Dirk Meinecke sind drei neue ehrenamtliche Bürgermeister in der Samtgemeinde Barnstorf. Die Kreiszeitung stellt sie vor.

Eydelstedt – Ihr Blick geht rauf zum Denkmal. Es steht in unmittelbarer Nähe zum Dorfgemeinschaftshaus in Donstorf. „Gerade heutzutage hat es wieder eine ganz besondere Bedeutung“, sagt Martina Thesing im Hinblick auf den Ukraine-Krieg. Thesing ist die neue ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Eydelstedt. Für ein Treffen wählte sie das Dorfgemeinschaftshaus in Donstorf. Im Gespräch erzählt sie von sich als Person und ihren politischen Wünschen.

Martina Thesing liebt die Dorfgemeinschaft

Martina Thesing ist gerne unter Menschen, schätzt die Dorfgemeinschaft. „Darum geht es mir“, sagt sie. Deswegen ist sie auch gern am und im Dorfgemeinschaftshaus, weil dort Feuerwehr und Vereine zusammenkommen. „Ich mag das Zusammenwirken“, sagt sie. „Das gilt aber nicht nur für Donstorf, sondern ganz Eydelstedt.“ Dieses Wir-Gefühl will Thesing in Zukunft noch weiter stärken, sofern die Corona-Problematik bald nachlassen sollte.

Doch trotz aller Geselligkeit genießt die Bürgermeisterin es, wenn sie Zeit für sich hat. Besonders das Schwimmen hat es ihr angetan: „Ich bin gerne im Wasser. Es ist ein Element, von dem man sich tragen lassen und in dem man sich frei fühlen kann.“ Deswegen ist sie im Sommer nicht selten im Barnstorfer Freibad anzutreffen. „Und im Winter gehe ich mit fünf Frauen regelmäßig zum Aqua-Fitness ins Hallenbad in Diepholz.“ Weitere Leidenschaften von ihr sind Nordic Walking und E-Bike fahren. Dabei, sagt sie, bekommt sie den Kopf am besten frei. „Draußen in der Natur kann ich abschalten, Tiere beobachten. Das ist schon schön“, sagt die 57-Jährige.

Fremde Länder bereisen ist ein Hobby von Martina Thesing

Gemeinsam mit ihrem Mann ist Martina Thesing auch gerne in der Welt unterwegs. „Fremde Länder sind ein Hobby von mir.“ Sie reist gerne und lernt dabei andere Kulturen kennen.

Martina Thesing hat zwei erwachsene Kinder – eine 32-jährige Tochter und einen 24-jährigen Sohn. Sie arbeitet in Sulingen als Vermessungsingenieurin beim Amt für regionale Landesentwicklung (ArL). „Da bearbeite ich Flurbereinigungsverfahren“, erzählt sie von ihrem Beruf.

Als Bürgermeisterin Mediationsarbeit leisten

Bürgermeisterin ist nun ihr neuer, zweiter Beruf – ehrenamtlich. „Als Bürgermeisterin möchte ich Mediationsarbeit leisten. Das sehe ich als meine Aufgabe“, erklärt sie. Dabei ist ihr wichtig, dass in Diskussionen ihre persönliche Meinung nicht zu sehr in den Fokus rückt. Warum? „Ich möchte möglichst viele unter einen Hut bekommen. Da ist meine eigene Ansicht nicht das Wichtigste.“ Deswegen will sie sich auch nicht zu wichtig nehmen.

Und was unterscheidet Bürgermeisterin Martina Thesing am meisten von der Privatperson Martina Thesing? „Als Bürgermeisterin bin ich gesetzter, weil ich das als dienstliches Amt sehe“, sagt sie. „Privat bin ich lockerer.“ Thesing schmunzelt. Dennoch sei sie auf vielen Ebenen bemüht, Menschen miteinander zu verbinden. Darin sieht sie ihre eigene große Stärke: „Ich vertrete meine Meinung, aber ich lasse andere immer gelten.“ Dadurch sei sie in der Lage, Menschen das Gefühl zu vermitteln, dass sie ihr Gesicht wahren.

Ausbau der Infrastruktur als politisches Ziel

Wenn die Bürgermeisterin von Eydelstedt über ihre politischen Ziele spricht, kommen ihr vor allem zwei Begriffe in den Sinn: „Mobilfunk und Internet stehen an erster Stelle. Mir ist wichtig, die Infrastruktur zu stärken. Gerade der Mobilfunk ist in Eydelstedt leider noch eine Baustelle.“ Zu Infrastruktur zählt sie neben dem Netzausbau aber auch den Wegebau dazu. „In diesem Zuge wünsche ich mir, dass die Landwirtschaft in Eydelstedt einen Platz behält.“

Außerdem sieht Martina Thesing den Gemeinderat in der Pflicht, kleinere bis mittlere Firmen zu fördern. „Ich sehe den Mittelstand als eine große Stärke von Eydelstedt“, sagt die Bürgermeisterin. Um Eydelstedt attraktiv für Unternehmer dieser Größenordnung zu machen, „brauchen wir zwingend Baugebiete, da die Betreiber auch am liebsten am Standort der Firmen wohnen wollen.“

Wunsch für die nahe Zukunfst: Bürgerradweg durch Eydelstedt

Ihr größter Wunsch für die Gemeinde in naher Zukunft: „Das ist die Radwegeverbindung durch Eydelstedt an der Landesstraße 344. Wir sind gerade dabei, einen Verein zu gründen, damit wir Fördergelder für einen Bürgerradweg beziehen können. Das ist alles in Arbeit.“

Wenn demnächst wieder in der Gemeinde Eydelstedt Ratssitzungen anstehen, dann ist Martina Thesing wichtig, dass die Ratsmitglieder „alle wohlwollend auseinandergehen“. Da könne auch mal ein Kaltgetränk namens Bier nach einer Zusammenkunft in einem der Dorfgemeinschaftshäuser hilfreich sein, „aber das ist nicht zwingend notwendig“, sagt sie und fügt lächelnd an: „Außerdem trinke ich sowieso lieber Wein.“

Serie: Die Neuen

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass es in einer Samtgemeinde mit vier Mitgliedsgemeinden nach einer Wahlperiode gleich drei neue ehrenamtliche Bürgermeister gibt. In dieser dreiteiligen Serie stellen wir die neuen Amtsträger aus Barnstorf, Drentwede und Eydelstedt vor

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