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Friedrich Bokelmann: Der Marzipankünstler aus Eydelstedt

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Frei Hand: Friedrich Bokelmann arbeitet nicht nur mit Formen. Er kreiert auch Motive – im Bild Brezeln und Würste – ohne Vorlage.
Frei Hand: Friedrich Bokelmann arbeitet nicht nur mit Formen. Er kreiert auch Motive – im Bild Brezeln und Würste – ohne Vorlage. © Eva-Maria Konkel

Süße Kunst: Der Eydelstedter Friedrich Bokelmann erschafft in seiner Freizeit Marzipanfiguren. Dabei arbeitet mit traditionellen Formen und frei Hand.

Eydelstedt – Traditionen und Werte bewahren, alte Handwerkskunst weiterführen. Das ist Friedrich Bokelmann aus Eydelstedt wichtig. Und dabei kann der heute 74-jährige Bäckermeister auf eine lange Familientradition zurückblicken. Schon seine Urgroßmutter, Rosine Bokelmann, stellte seit 1885 Bilder und Figuren aus Marzipan her und hat dieses Handwerk an ihre Nachkommen weitergegeben.

Friedrich Bokelmann arbeitet nur mit echtem Marzipan

„Viele Konditoreien arbeiten heutzutage mit vorgefertigten Fondantplatten, einem Produkt aus Eiweiß und Puderzucker“, berichtet der Fachmann. „Marzipan hingegen besteht aus gemahlenen Mandeln und maximal einem Drittel Zucker des Mandelgewichtes. Es ist in der Konsistenz weicher und schmeckt wegen der Mandeln aromatischer als Fondant.“ Das mache die Arbeit aber auch aufwendiger und schwieriger. „Das schlägt sich daher natürlich auch auf den Preis nieder“, erklärt er.

Friedrich Bokelmann hatte 1969 im Alter von 21 Jahren den Bäckereibetrieb von Willy Sander aus Eydelstedt übernommen und war bis 2001 als Selbstständiger tätig. Damit aber nicht genug: 1971 wurde er in den Vorstand der Bäcker-Innung gewählt und war dort anschließend 25 Jahre als Fach- und Lehrlingswart tätig. „In der Zeit habe ich so manchem Lehrling weiterhelfen können. Das erfüllt mich mit Stolz.“

Frisch hergestellte Marzipanstücke: in der Mitte ist der Barnstorfer Löwe mit Kreuz. Die Form für das Wappen hat Bokelmann selbst hergestellt. Die anderen Formen stammen aus altem Familienbesitz.
Frisch hergestellte Marzipanstücke: in der Mitte ist der Barnstorfer Löwe mit Kreuz. Die Form für das Wappen hat Bokelmann selbst hergestellt. Die anderen Formen stammen aus altem Familienbesitz. © Eva-Maria Konkel

In den 1980er Jahren ernannte ihn die zweite Kammer des Arbeitsgerichts Diepholz zum ehrenamtlichen Arbeitsrichter, wo er bis zum Umzug des Gerichtes nach Nienburg tätig war. Von 1983 bis 1990 war Bokelmann Präsident des Schützenvereins Eydelstedt. Er erinnert sich sehr gerne an diese Zeit zurück. Trotzdem blieb ihm noch Energie für eine 30-jährige Tätigkeit als ehrenamtliches Aufsichtsratsmitglied der Volksbank Barnstorf/Diepholz, die 2016 endete.

Damit aber immer noch nicht genug: Als kommunalpolitischer Späteinsteiger, wie er sich scherzhaft selbst nennt, begann im Herbst 2001 seine Arbeit im Gemeinderat Eydelstedt sowie im Samtgemeinderat Barnstorf. Nachdem Bokelmann zuletzt zehn Jahre als ehrenamtlicher Bürgermeister von Eydelstedt tätig war und sich für eine weitere Wahl nicht aufstellen ließ, wurde er im Herbst 2021 verabschiedet.

Marzipanformen: Bokelmann setzt eigene Entwürfe um

Und jetzt? „Natürlich ist es ruhiger geworden“, sagt der rührige Mann lachend, „aber jetzt habe ich ja Zeit, die alte Tradition der Marzipanherstellung wieder aufleben zu lassen. Ich habe Freude daran, die alten historischen Formen zu benutzen, von denen ich allerdings auch eine ganze Reihe an den Heimatverein gegeben habe.“

Bokelmann ist dabei kreativ mit eigenen Ideen: „Ganz besonders gefällt es mir, ganz eigene Entwürfe umzusetzen – zum Beispiel das Barnstorfer Wappen mit dem schreitenden Löwen mit Kreuz.“ Die ehemalige Fleckenbürgermeisterin Erika Meyer habe dieses Wappen gerne hochbetagten Geburtstagsjubilaren als Geschenk überreicht. „Zur Verabschiedung von Marleen Schäfer als Leiterin der Grundschule Eydelstedt habe ich ein Relief der Schule hergestellt. Diese Herausforderungen machen mir viel Freude.“

Allerdings, betont der Marzipankünstler, betreibe er diese Kunst nur noch als Hobby. „So soll es auch bleiben.“

Von Eva-Maria Konkel

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