Galloways vom Vogelsang

Marius Kinkhorst über seine Leidenschaft: Zucht einer schottischen Rinderrasse in Barnstorf

Marius Kinkhorst mit seiner Rinderherde „Galloways vom Vogelsang“ und seinem Herdenhund Alma.
+
Marius Kinkhorst mit seiner Rinderherde „Galloways vom Vogelsang“ und seinem Herdenhund Alma.

Barnstorf – In der dritten Generation kümmert sich Marius Kinkhorst um rund 90 Galloway-Rinder der Herde „Galloways vom Vogelsang“ in Barnstorf. Gerade zur Winterzeit bringt seine Leidenschaft einige Herausforderungen mit sich.

1987 kauften sein Großvater und sein Vater die ersten beiden Rinder, um eine Zucht zu beginnen. Die Haltung der Robustrinder-Rasse sei generell unkompliziert, erklärt der 30-jährige Züchter. Das gesamte Jahr über können die Tiere draußen auf der Weide gehalten werden. Vor Witterung schützt das dicke Fell. „Naturnahe Freilandhaltung kann man diese auch nennen“, erklärt Kinkhorst.

Der gelernte Feinwerkmechaniker half schon in jungen Jahren bei der Aufzucht der Rinder. Gemeinsam mit seinem Vater übernahm er die Herde von seinem Großvater zunächst. Nach dem Tod seines Vaters war er auf sich alleine gestellt, übernahm die Verantwortung in Eigenregie.

Nach seiner Ausbildung zum Feinwerkmechaniker arbeitete Marius Kinkhorst zunächst drei Jahre als Geselle weiter. „Das Hobby der Landwirtschaft war zu groß, deshalb entschied ich mich für einen Berufswechsel und habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt er.

Seitdem ist der heute 30-Jährige bei einem landwirtschaftlichen Betrieb angestellt und betreibt die Gallowayzucht auf 60 Hektar Grünland, wovon die Hälfte Naturschutzgebiet sei, als Nebenerwerb. Dies schmälere jedoch nicht die Leidenschaft, die er in das Großziehen der Tiere steckt.

Vor allem der Umgang und die Nähe zu den Tieren begeistere den Barnstorfer. „Tag und Nacht habe ich mit der Zucht zu tun. Wochenende gibt es für mich nicht.“

Ganz allein gehe es aber nicht. Einmal im Jahr müssten alle rund 90 Tiere zur Blutuntersuchung und Weideumtrieb eingefangen werden. „Hierbei bin ich auf die Hilfe meiner Freunde, Freundin und Schwester angewiesen, denen ich sehr danke“, erklärt Züchter Marius Kinkhorst.

Nach den Rindern schauen, Zäune kontrollieren, Weideflächen auf ausreichend Futter begutachten und die Wasserversorgung prüfen sind nur einige der anfallenden Arbeiten bei der täglichen Weidekontrolle. Die Herausforderungen im Winter sind neben dem Zufüttern von Heu, Stroh und Silage, auch die dauerhafte Wasserzufuhr. „Die Pumpen müssen frostsicher sein“, erklärt Kinkhorst.

Wolfsriss in der Vergangenheit

Auch der Wolf hat dem Barnstorfer Züchter in der Vergangenheit zu schaffen gemacht. Im Dezember vor gut vier Jahren hatten Wölfe eines seiner Jungtiere gerissen (wir berichteten). „Seitdem habe ich wegen dem Wolf einen erheblichen Mehraufwand, um meine Herde zu schützen. Auch fahre ich jedes Mal mit einem mulmigen Gefühl zur Herde, da ich Angst vor einem weiteren Angriff habe“, lässt Marius Kinkhorst durchblicken.

Eine weitere Herausforderung stelle der natürliche Deckakt dar. Anders als bei der Besamung von Rindern werden die Galloway-Bullen mit den Kühen auf der Weide gehalten. Dies birgt die Gefahr, dass einige Kühe nicht befruchtet werden, erklärt Kinkhorst.

Ein besonders markant gefärbtes Jungtier der Barnstorfer Galloway-Herde.

Im Frühjahr steht die Geburt der Kälber an. Diese bereite kaum Arbeit, da die naturbelassenen schottischen Tiere lediglich ungestört sein müssen und kaum Hilfe benötigen. Acht bis zehn Monate werden sie bei der Kuh gelassen und zum Herbst abgesetzt, damit sich das Mutter-Tier erholen kann. Die älteste Kuh der Vogelsang-Herde von Kinkhorst ist 17 Jahre alt.

Mehrmals im Jahr werden vom Galloway-Verband Schauen veranstaltet, bei denen Züchter ihre Tiere präsentieren können.

Schauen für die Galloway-Rinder

Der Barnstorfer Züchter nahm erfolgreich daran teil. „Waschen, Föhnen und Striegeln gehören zur Vorbereitung dazu. Die Tiere müssen auch halfterführig sein, damit ich an den Juroren vorbei gehen kann“, erklärt er.

Bewertet wird das gesamte äußere Erscheinungsbild sowie der Typ, die Bemuskelung und das Skelett der Rinder. Einzelne Tiere würden während der Schau auch als Zuchttier versteigert.

Da nicht alle Tiere als Zuchttiere verkauft werden können, steht nach zwei bis drei Jahren die Schlachtung der mittlerweile 600 bis 800 Kilogramm schweren Rinder an. „Zu Beginn fiel es mir schwer, aber mittlerweile weis ich, dass die Tiere ein schönes Leben hatten“, so der 30-Jährige.

Zukünftig strebt Marius Kinkhorst – Teil der Wohlstrecker Direktvermarkter – an, das Fleisch der Galloway-Rinder direkt zu vermarkten oder über lokale Fleischereien anzubieten. Allen Herausforderungen zum Trotz züchtet der junge Landwirt auch weiterhin die schottische Rinderrasse im Hunteflecken.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Laschet zum neuen CDU-Vorsitzenden gewählt

Laschet zum neuen CDU-Vorsitzenden gewählt

Leipzig verpasst Tabellenspitze - BVB strauchelt gegen Mainz

Leipzig verpasst Tabellenspitze - BVB strauchelt gegen Mainz

Dutzende Tote bei Erdbeben auf Sulawesi in Indonesien

Dutzende Tote bei Erdbeben auf Sulawesi in Indonesien

Die RTL-«Dschungelshow» startet

Die RTL-«Dschungelshow» startet

Meistgelesene Artikel

Seniorin aus Weyhe stirbt nach Corona-Impfung: Entwarnung nach der Obduktion

Seniorin aus Weyhe stirbt nach Corona-Impfung: Entwarnung nach der Obduktion

Seniorin aus Weyhe stirbt nach Corona-Impfung: Entwarnung nach der Obduktion
Wolfsrudel siedelt sich im Landkreis Diepholz an: Noch geschützt – bald bejagbar?

Wolfsrudel siedelt sich im Landkreis Diepholz an: Noch geschützt – bald bejagbar?

Wolfsrudel siedelt sich im Landkreis Diepholz an: Noch geschützt – bald bejagbar?
Ärger mit Vodafone: Ehepaar schaltet Anwalt ein

Ärger mit Vodafone: Ehepaar schaltet Anwalt ein

Ärger mit Vodafone: Ehepaar schaltet Anwalt ein
Heimwerker-Ansturm im Baumarkt – Außer-Haus-Verkauf macht es möglich

Heimwerker-Ansturm im Baumarkt – Außer-Haus-Verkauf macht es möglich

Heimwerker-Ansturm im Baumarkt – Außer-Haus-Verkauf macht es möglich

Kommentare