Letzter Teil der Workshop-Reihe zum Thema „Demographischer Wandel“

Beispielhafte Kommunen binden die Bevölkerung ein

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Barnstorfs Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers (Mitte) bedankte sich bei seinem Amtskollegen aus Ahorn, Martin Finzel (rechts), mit einem Präsent. Moderiert wurde die Workshopreihe von Armin Sternberg.

Barnstorf - Der demographische Wandel lässt sich nicht aufhalten. Doch wie kann eine Kommune auf die Entwicklung reagieren? Gibt es einen Masterplan? Und welche Chancen bietet eigentlich die neue Bevölkerungsstruktur? Das sind nur einige der wichtigen Fragen, denen sich die Teilnehmer des Workshops „Leben mittendrin“ in Barnstorf stellten.

Zum Abschluss der dreiteiligen Veranstaltungsreihe, die von der Metropolregion Nordwest gefördert wurde, kamen gestern noch einmal Vertreter von 20 Kommunen und Institutionen im Barnstorfer Umwelt-Erlebnis-Zentrum (BUEZ) zusammen. Dass die Teilnehmer da waren, um sich fachlich auszutauschen und dem Damoklesschwert „Demographischer Wandel“ ein Stück weit gewappnet entgegen zu treten, zeigten die vielfältigen Themen.

Im Kern ging es um die Möglichkeiten für eine nachhaltige Umsetzung eines Demografie-Projekts. Die Samtgemeinde Barnstorf ist hier bekanntlich auf mehreren Ebenen aktiv und versucht die Innenverdichtung als Chance zu begreifen. Wie andere Kommunen an das komplexe Thema „Ortskerne als Treffpunkt der Generationen“ herangehen, beschrieben die Referenten Martin Finzel und Werner Albrecht.

Als Bürgermeister der 4500 Einwohner zählenden Gemeinde Ahorn in Bayern zeigte Finzel auf, wie Ortskernverdichtung sowie altersgerechtes Wohnen und Leben bereits konkret Gestalt angenommen hat. Ähnlich wie in Barnstorf habe man dort schnell reagiert mit Mehrgenerationenhaus und Bewegungspark für Senioren und Bürger. Dazu sei die Förderkulisse eruiert worden, um Abwanderung junger Menschen und „Witwenstraßenzügen“ entgegenzuwirken.

„Aber große Projekte leben nicht, wenn sie nur im Rathaus gedacht werden“, betonte Finzel, der stark auf die Einbindung des Seniorenbeirates bei politischen Entscheidungen setzt. Vor allem seien bei der Umsetzung von Vorhaben die Einbindung der Institutionen und Menschen vor Ort, deren Austausch und Wertschätzung sowie das persönliche Gespräch eklatant wichtig. „Wir haben unsere Sportvereine und die Fachhochschule Coburg bei der Planung des zertifizierten Bewegungsparkes eingebunden. Und die Gemeinde ist mit der Pflege im Boot“, so Finzel. Wichtig für die Zukunft ist nach seiner Meinung die Ansprache alter „Neubürger“, also Senioren, die in die Heimatorte zurückziehen würden. „Wir arbeiten proaktiv an Mobilitätsangeboten für Senioren und Vernetzung mit anderen örtlichen Akteuren.“

Interessant war für die Workshopteilnehmer auch das Beispiel aus Wardenburg. Dort hatte die Bürgerstiftung um Werner Albrecht über Jahre ganze Arbeit geleistet in der Entwicklung und Gestaltung von Bürger- und Zukunftsprozessen. In der „Vision 2025“ seien der Rollenwechsel der Kommune von der ordnenden Kraft zur Moderation von Impulsen und die Verbindlichkeit der Politik die wichtigsten Erkenntnisse, erläuterte Albrecht.

Stefan Kleinheider von der NBank-Beratungsstelle Oldenburg informierte über Wohnraumförderfonds, die nicht nur bei Neubauten für sozialen Wohnungsbau greifen, sondern auch für Umbauten. Wegen der besseren Vernetzung verwies Doris Kleinwächter vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN) auf den Baulücken- und Leerstandskataster.

Zum Abschluss ging es dann um Planung, Finanzierung und Umsetzung altersgerechter Wohnformen. Hier hat die Samtgemeinde Barnstorf bereits einige beispielhafte Projekte vorzuweisen.

sbb

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