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LED-Osterfeuer in Drebber und die Reaktionen: „Wer kommt auf so einen Sch...?“

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Von: Jannick Ripking

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Echtes Osterfeuer gegen Leinwandfeuer: Das Vorhaben des TSV Drebber ruft verschiedene Reaktionen hervor.
Echtes Osterfeuer gegen Leinwandfeuer: Das Vorhaben des TSV Drebber ruft verschiedene Reaktionen hervor. © Feuerwehr/TSV Drebber

Das in Drebber geplante LED-Osterfeuer hat in den Sozialen Netzwerken ziemlich harsche Kommentare Einzelner ausgelöst. „Wer kommt auf so einen Sch...?“, fragt eine Userin. Doch so negativ wie in der anonymen Welt von Facebook und Co. wird das Vorhaben in Drebber selbst offenbar nicht gesehen. Es herrscht die Haltung: Lasst es uns doch ausprobieren!

Drebber – „Wer kommt auf so einen Sch...?“, fragt Facebook-Userin Je Nny. Sie meint das LED-Osterfeuer, zu dem der TSV Drebber einlädt. Die Idee des Vereins erhält in den Sozialen Medien reichlich Gegenwind: Von 21 Kommentaren besteht der Großteil aus Häme und Spott. „Bekommt man eigentlich Prämien für bescheuerte Einfälle?“, fragt Userin Theresa Khan. Doch geben die negativen Facebook-Reaktionen auch die Stimmungslage im Ort wieder? Eine Meinungsumfrage der Mediengruppe Kreiszeitung in Drebber ergab ein anderes Bild.

„Ich finde, das ist eine coole Idee“, sagt Sven Ole Reddig. Dem 19-Jährigen aus Drebber seien die Flammen zu Ostern an sich gar nicht so wichtig. Er meint: „Du wirst bestimmt schon merken, dass da etwas fehlt, aber es geht doch viel mehr darum, zusammenzusitzen und ein, zwei Bierchen zu trinken.“ Er freut sich einfach, dass der TSV Drebber etwas auf die Beine stellen will: „Es ist ein Versuch, Gemeinschaft zu schaffen.“

LED-Osterfeuer in Drebber: „Da war der ganze Qualm und Gestank“

Ganz ähnlich sieht es Helmut Waldhof aus Drebber. „Warum nicht? Ich finde das gut“, sagt er. „Da kommen die Leute zusammen und können einfach mal wieder miteinander schnacken.“ Ohnehin habe den 65-Jährigen ein Feuer schon früher eher genervt: „Da war der ganze Qualm und Gestank. Man konnte tagelang danach das Fenster nicht mehr aufmachen.“ Ihm sind das Catering und die Gemeinschaft wichtiger: „Das Drumherum muss passen.“

Reddig und Waldhof können sich beide einen Besuch beim LED-Osterfeuer vorstellen. „Wenn ich dann schon wieder da bin – ich fahre angeln –, dann gehe ich hin“, sagt Reddig. Waldhof meint: „Wenn das Wetter stimmt, werde ich bestimmt vorbeikommen.“ Damit wäre auch die Frage von Facebook-Userin Krue Mel geklärt, denn sie schreibt: „Und wer geht zu so einem Blödsinn?“

Echtes Osterfeuer gegen Leinwandfeuer: Das Vorhaben des TSV Drebber ruft verschiedene Reaktionen hervor.
Echtes Osterfeuer gegen Leinwandfeuer: Das Vorhaben des TSV Drebber ruft verschiedene Reaktionen hervor. © Feuerwehr/TSV Drebber

„Ich kann die Kritik verstehen“, meint Sascha Nimz aus Drebber. „Das Gefühl ohne echtes Feuer wird schon ein anderes sein“, sagt er. Grundsätzlich sei er dem Vorhaben des TSV Drebber gegenüber „neutral eingestellt“. Der 34 Jahre alte Mann lobt aber das Engagement des Vereins: „Es ist eine Alternative, die man zumindest einmal ausprobieren sollte.“

Eine 59-jährige Frau aus Cornau, die namentlich nicht genannt werden will, sieht das kritischer. Sie sagt: „Dann haben wir das, was wir ja eigentlich nicht wollen: eine Massenveranstaltung.“ Damit spielt sie auf die anhaltende Corona-Krise an und fragt: „Muss das sein? Ich brauche das nicht.“ Gäbe es die Pandemie nicht, möchte sie sich allerdings nicht nachsagen lassen, dass sie das Engagement nicht wertschätzt: „Den Versuch finde ich toll.“ Trotzdem hält sie wenig von dem LED-Osterfeuer. „Die Atmosphäre fehlt. Dann doch lieber gar nicht“, sagt sie.

LED-Osterfeuer in Drebber gefällt: „So wird wenigstens etwas im Ort gemacht““

Weniger kritisch ist Willi Thole aus Drebber. „Ich halte das für sehr gut. So wird wenigstens etwas im Ort gemacht“, meint der 81-Jährige.

Die Organisatoren indes lassen die Kommentare auf Facebook weitestgehend kalt. „Ich glaube, manche Leute können in den Sozialen Netzen nur negativ sein“, sagt Elke Maschmeyer. „Auf manche Kommentare sollte man gar nicht eingehen.“ Der Verein lasse sich jedenfalls nicht von seinem Plan abbringen. „Wir sind immer positiv“, meint sie. Der TSV wolle es einfach „ausprobieren und abwarten“. Allen könne man es sowieso nie recht machen. „Das wird immer so sein“, so Maschmeyer.

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Für die Organisatoren sei es wichtig, mit dem LED-Osterfeuer nicht nur neue Wege zu testen, sondern auch Alternativen zu schaffen. „Wenn wir alles absagen oder nichts versuchen, dann ist in den Orten irgendwann nichts mehr los“, erklärt Maschmeyer. Sie bleibt gelassen: „Wenn es ein Reinfall wird, haben wir nächstes Jahr Ostern frei.“

Gerd Busasch kommt aus Barnstorf, betreibt aber in Drebber einen Friseursalon und versucht die Wogen in den Sozialen Medien zu glätten: „Facebook ist manchmal eine Plattform, wo schnell etwas zerrissen wird.“ Er sagt: „Man muss ja nicht alles gut finden, aber ich denke, dass gerade die jüngere Fraktion die Aktion gut findet.“ Er findet, man solle sich zunächst erst selbst ein Bild machen, bevor man etwas kritisiert: „Über ein Ei, das noch nicht gelegt ist, kann man ja auch noch nicht sprechen.“

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