Letzte-Hilfe-Kursus

Am Lebensende wissen, was zu tun ist

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Haben ihre Ausbildung zu Kursusleitern absolviert und wollen Menschen einen Einblick in die Sterbebegleitung geben: Sylke Gück (links) und Doris Freundt-Binnewies. 

Barnstorf - Von Sabine Nölker. Was passiert am Lebensende? Eine bedeutende Frage, die sich ältere und kranke Menschen, aber auch deren Angehörige oftmals stellen. In diesem Zusammenhang machen sich Menschen auch Gedanken, ob sie sich auf die Situation vorbereiten können. „Ja, das kann man“, sind sich Sylke Gück und Doris Freundt-Binnewies einig. Doch man müsse früh ansetzen, nicht erst am Lebensende, fügen die beiden Mitglieder des Hospizvereins Barnstorf hinzu. Sie haben eine Ausbildung zu Kursusleitern absolviert und möchten ihr Wissen weitergeben.

Die so genannten Letzte-Hilfe-Kurse sollen ebenso selbstverständlich werden wie die weit verbreiteten Erste-Hilfe-Kurse, erklären die engagierten Frauen. Ihr Ziel ist es, dass es solche Angebote in Zukunft nicht nur in der Samtgemeinde Barnstorf, sondern möglichst flächendeckend im Landkreis Diepholz gibt. Sie möchten die Menschen für die letzten Momente im Leben sensibilisieren und ihnen die Scheu nehmen, sich diesem unvermeidbaren Thema zu stellen.

Als stellvertretende Pflegedienstleitung der Sozialstation Barnstorf hat Sylke Gück aus Barnstorf immer wieder Kontakt zu Familien und weiß, wie hilflos Menschen oft gegenüber Sterbenden sind. Diese Erfahrung hat auch Doris Freundt-Binnewies aus Cornau gemacht, die mehrere Jahrzehnte in der Sozialstation in leitender Funktion tätig war und sich heute noch in der Seniorenwohngemeinschaft in Drentwede engagiert.

„Wir wollen das Thema Sterben aus der Tabuzone herausholen“, erklären die beiden Pflegekräfte, die auch in der Hospizbewegung aktiv sind. Diese Arbeit führt ihnen immer wieder vor Augen: „Der letzte Abschied ist der schwerste, den Sterbende und ihre Angehörigen und Freunde vor sich haben. Dann ist es schön, wenn jemand einem die Hand reicht.“ Aber diese Hilfe erfordere nicht nur Mut, sondern auch Wissen.

Ein Grundwissen der Sterbebegleitung vermitteln

In den Letzte-Hilfe-Kursen möchte das Duo interessierten Menschen vermitteln, was sie für nahe stehende Personen am Ende des Lebens tun können. Das Angebot soll davor schützen, völlig ahnungslos in eine Situation zu geraten. Stattdessen sollen die Betroffenen vorbereitet sein. Sie sollen über ein Grundwissen der Sterbebegleitung verfügen.

Aber es geht um weitaus mehr als Sterbebegleitung. Das Handeln fängt bereits bei der Erstellung von Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen an. In vier Unterrichtsstunden werden den Teilnehmern verschiedene Module vermittelt: 1. Sterben ist ein Teil des Lebens, 2. Vorsorgen und Entscheiden, 3. Körperliche, psychische, soziale und existenzielle Nöte, 4. Abschied vom Leben.

Die Idee des Letzten-Hilfe-Kurses stamme vom Palliativmediziner und Notarzt Dr. Georg Bollig aus Schleswig und sei bereits in Dänemark, Norwegen, Österreich und Kanada erfolgreich auf den Weg gebracht worden, berichten Gück und Freundt-Binnewies. Wichtig ist den beiden Frauen bei der Verbreitung in der heimischen Region, dass diese Kurse sich nicht nur an Fachpersonal richten, das beispielsweise in Pflegeeinrichtungen mit älteren Menschen zu tun hat. Sie wollen vor allem Laien ansprechen. Dabei soll klar werden: „Zuwendung ist das, was ein jeder am Ende am meisten benötigt.“

Nun sind die beiden Initiatoren gespannt, wie das Angebot im Herbst angenommen wird. Der erste Kursus findet am 6. September im Mehrgenerationenhaus in Barnstorf statt. Ein zweiter Kursus ist am 25. Oktober in den Räumen des Hospizvereins Diepholz. Nähere Informationen wollen die Organisatoren noch rechtzeitig bekannt geben.

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