Brand in Dreeke: Junge Familie steht vor dem Nichts und hofft auf Hilfe

„Leben der letzten 40 Jahre komplett ausgelöscht“

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Das Feuer hat das Haus der dreiköpfigen Familie zerstört. Der geliebte Berner Sennenhund „Zera“ist in den Flammen ums Leben gekommen. 

Dreeke. Es ist ein Bild der Verwüstung, das sich dem Betrachter beim Anblick des abgebrannten Wohnhauses in Dreeke bietet. Vor der Haustür steht eine alte Gartenbank, daneben liegen die Überreste des Osterschmucks. Drinnen ist fast alles schwarz und verkohlt. Das Hab und Gut einer dreiköpfigen Familie liegt in Schutt und Asche. Sie steht jetzt vor dem Nichts, muss in den nächsten Tagen und Wochen irgendwie versuchen, wieder Ordnung in das zerrüttete Leben zu bekommen.

Hat Hab und Gut verloren: Manuel Froß aus Dreeke.

Als Familienvater Manuel Froß am Gründonnerstag die Hiobsbotschaft bei seiner Arbeitsstelle in Dielingen erreicht, macht er sich sofort auf den Heimweg. Vor den Trümmern des Mietshauses stehend, wirkt er noch relativ gefasst. Gestern, am Karfreitag, ist die Gemütslage eine andere: „Das Schlimme an der Sache ist, dass es einem erst ein oder zwei Tage später bewusst wird, was man alles verloren hat“, erklärt der 44-Jährige. In der Nacht habe er kaum ein Auge zubekommen. Seiner Verlobten und der gerade neun Monate alten Tochter dürfte es ähnlich gehen. Zum Glück ist auch ihnen nichts passiert. Sie sind während des Brandes bereits in einem Ferienhaus von Verwandten an der Nordsee gewesen. Anders ihr 13-jähriger Berner Sennenhund „Zera“. Der geliebte Vierbeiner ist in den Flammen ums Leben gekommen.

Manuel Froß, der wegen des Vorfalls kurzfristig Urlaub bekommen hat, ist über die Osterfeiertage zu seiner Familie gereist. Ein Nachbar habe ihm freundlicherweise Unterschlupf angeboten, aber den Anblick des zerstörten Hauses könne er zurzeit nicht ertragen, sagt er. Zum Wochenbeginn will er die Ruine in Dreeke wieder betreten, vielleicht noch Ausschau nach ein paar Kleidungsstücken in den Schränken halten, sofern diese nicht von den Flammen verschluckt worden sind.

Alles, was er zurzeit besitzt, ist die Arbeitskleidung, die er am Gründonnerstag am Leib getragen hat, sowie ein paar Dinge aus dem Auto. Von der Schwiegermutter in spe hat er eine Jogginghose bekommen. Aber Kleidung ist nicht alles, denn mit dem materiellen ist auch ein ideeller Schaden verbunden. Da sind zum Beispiel die verbrannten Fotos von der kleinen Tochter, entstanden kurz nach der Geburt im Krankenhaus. Dafür gibt es keinen Ersatz, ebenso wenig wie für die letzten Bilder seiner verstorbenen Mutter. „Das Leben der letzten 40 Jahre ist komplett ausgelöscht“, sagt der Dreeker und trauert den Erinnerungsstücken hinterher.

Großbrand in Dreeke

Der Verlust eines Werkzeugkoffers, den er erst vor wenigen Tagen bei Ebay ersteigert hat, ist noch zu verschmerzen. Aber was viel stärker ins Gewicht fällt: Eine beträchtliche Summe Bargeld, die für Reparaturen in dem Mietobjekt verwendet werden sollte, habe sich ebenfalls im Hause befunden. „Das Geld hätte uns jetzt beim Neuanfang geholfen“, sagt der Zeitarbeiter. Eine Hausratsversicherung habe er nicht besessen.

Nun, wo der komplette Hausstand vernichtet ist, könnte die junge Familie Unterstützung gut gebrauchen. Sie hofft, dass sich vielleicht mitfühlende Menschen in der Region finden, die mit Spenden behilflich sind oder vielleicht auch ein Mietobjekt im Raum Diepholz und Umgebung anbieten können. „Wir würden gerne wieder ein kleines Haus mit Garten haben“, sagt Froß.

Wer der Familie beim Neustart unter die Arme greifen möchte, sei es durch Sach- oder Geldspenden, kann sich direkt mit Manuel Froß in Verbindung setzen. Seine E-Mail-Adresse lautet: manuel-fross@t-online.de. Vielleicht gibt es dann bald schon wieder einen kleinen Hoffungsschimmer. sp

Lesen Sie dazu: 

Wohngebäude in Dreeke niedergebrannt

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