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Lange Rede, kurzer Sinn: In Drebber bleibt‘s beim Pflaster

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Von: Jannick Ripking

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Das Pflaster des Mühlenweges ist nicht mehr in einwandfreiem Zustand. Der Rat der Gemeinde Drebber hat den Ausbau mit neuen Steinen beschlossen.
Das Pflaster des Mühlenweges ist nicht mehr in einwandfreiem Zustand. Der Rat der Gemeinde Drebber hat den Ausbau mit neuen Steinen beschlossen. © Jannick Ripking

Diskussionen im Ausschuss, Diskussionen im Rat - und letztlich ein Ergebnis: Die Politik beschließt mit knapper Mehrheit den teureren Ausbau der Mühlenstraße in Drebber. Statt eine Asphaltdecke auf das alte Pflaster zu gießen, wird nun ein neues Pflaster verlegt.

Drebber – Da gab es beinahe die Rolle rückwärts. Für die Erneuerung der Mühlenstraße in Drebber hatte der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss bereits zwei mögliche Ausbauvarianten diskutiert und sich letztendlich für die teurere Variante ausgesprochen – für die mit einer neuen Pflasterung (wir berichteten). Im Rat kam das Thema jetzt erneut auf den Tisch. Die Mitglieder verglichen das Für und Wider der Lösung „Pflaster“ mit der Lösung „Asphalt“ (siehe Extra-Kasten), diskutierten die Punkte Nachhaltigkeit und Kosteneinsparung.

Seit der Bauausschusssitzung habe es neue Erkenntnisse gegeben. „Es wurden weitere Untersuchungen angestellt“, sagte Claudia Emker, Verantwortliche für die Bauleitplanung bei der Samtgemeindeverwaltung. Dabei sei herausgekommen, dass die zunächst schwierig erschienenen Höhenangleichungen der Grundstückszufahrten bei der zweiten Variante ohne Probleme machbar wären.

Asphalt oder Pflastersteine - die beiden Varianten

Erste Variante: Sie sieht vor, das vorhandene Pflaster aufzunehmen, eine Schotterschicht einzubauen und neues Pflaster zu verlegen. Die Zufahrten zu den Grundstücken behalten das vorhandene Höhenniveau. Die Kostenschätzung beläuft sich auf rund 140 000 Euro.

Zweite Variante: Sie sieht vor, den Bestand mit einer Asphaltschicht zu überbauen. Das Höhenniveau der neuen Fahrbahn steigt um elf Zentimeter. Die Zufahrten zu den Grundstücken müssten gegebenenfalls angepasst werden. Die Kostenschätzung beläuft sich auf rund 70 000 Euro.

Rainer Mahnke (SPD) sprach sich auch deshalb gegen die erste Variante aus. „Ich rate dazu, das Ganze noch einmal zu überdenken“, sagte er. Die Kosten seien bei der ersten Variante einfach nicht absehbar. Die Lösung „Asphalt“ würde 20 Jahre halten, was keine Ewigkeit ist. Für den Moment „würden wir Zeit gewinnen“, meinte Mahnke.

Dominik Heuer (WGD) entgegnete: „Was ist wichtiger? Zeit gewinnen oder Nachhaltigkeit?“ Er wunderte sich, dass das Thema überhaupt noch einmal zur Debatte stand: „Wir waren uns im Bauausschuss doch einig. Warum diskutieren wir wieder?“ Er bevorzugt die Pflastervariante. Weil: „Stein ist langlebiger“, sagte er.

Der aktuell schlechte Zustand der Straße bereitet Stefan Flemer-Rensmeyer Sorgen: „Einzelne Pflastersteine sacken ab. Ich habe die Befürchtung, dass wir uns in die Nesseln setzen, wenn wir mit Asphalt auf einen schlechten Unterboden aufbauen.“ Auch er ist wie Fraktionskollege Heuer davon überzeugt, dass die teurere Variante die bessere ist.

„Ich finde, die günstige Variante reicht aus“, sagte dagegen Ben Overbecke (SPD). Als Argument zog er Straßensanierungen aus den Vorjahren heran: „Da wurde das auch mit Asphalt gemacht.“ Seine Befürchtung war auch, dass der Rat sich vor den Bürgern rechtfertigen müsse, wenn er für den Mühlenweg die teurere Variante beschließe, zuvor und an anderer Stelle aber günstigere Ausbauweisen auf den Weg brachte.

Das Ende vom Lied? Vielleicht nicht...

Diesem Argument wollte sich Björn Drebbermüller (CDU) nicht anschließen. „Man kann nicht jede Straße miteinander vergleichen“, erklärte er. Für den Mühlenweg gelte: Asphalt auf Stein sei nicht die Regel. „Dann geben wir vielleicht Geld aus für etwas, das schnell wieder kaputt ist. Deswegen sei die Frage, wie nachhaltig die günstigere Bauweise ist, einmal dahin gestellt.“

Nach dem Austausch der unterschiedlichen Meinungen kam es zur Abstimmung. Das Ergebnis fiel wenig überraschend knapp aus. Drebbers Gemeindebürgermeister Friedrich Iven ließ zuerst über die günstigere Variante abstimmen: Vier Mal Ja, vier Mal Nein, zwei Enthaltungen. Keine Mehrheit. Also stimmten die Ratsmitglieder auch über die Pflastervariante ab: Fünf Mal Ja, drei Mal Nein, eine Enthaltung. Da war sie, die Mehrheit. Somit beschloss der Rat den teureren Ausbau.

Doch auch das könnte noch nicht das Ende vom Lied sein. Nach der Abstimmung sagte Claudia Emker: „Wenn die Kosten für die Sanierung der Straße die eingeplanten Haushaltsmittel deutlich übersteigen, dann müssen wir uns sowieso noch einmal beraten.“ Sofern es nicht zu erheblichen Mehrkosten kommt, bleibt die Pflasterbauweise bestehen.

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