„Vermessen heißt gleich Mathematik“

Drei öffentlich bestellte Vermessungsingenieure in der Leitung von Lambers & Ostendorf Ingenieure

Die drei öffentlich bestellten Vermessungsingenieure Berthold Lambers, Franz-Josef Ostendorf und Marc Lambers (von links) vor dem Firmengebäude in Barnstorf.
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Die drei öffentlich bestellten Vermessungsingenieure Berthold Lambers, Franz-Josef Ostendorf und Marc Lambers (von links) vor dem Firmengebäude in Barnstorf.

Barnstorf – Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure (ÖbVI) machen vor allem eins: Sie messen, das sagt schon die Berufsbezeichnung. Doch was der Beruf praktisch beinhaltet und warum es wichtig ist, in die Zukunft zu schauen, weiß die dreiköpfige Leitung des Ingenieurbüros Lambers und Ostendorf in Barnstorf. „Alle gut 25 Jahre gab es einen Generationswechsel an der Spitze und im nächsten Jahr feiern wir 100-jähriges Bestehen“, sagt Berthold Lambers.

Nun zeichnet sich der nächste ab.

Sein Sohn Marc Lambers hat die gut zehnjährige Ausbildung zum Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur gemeistert und steigt nun in die Unternehmensleitung mit ein.

Dass das Vermessungsbüro in Barnstorf Tradition hat, zeigt allein die Historie des Unternehmens: 1922 gründete Friedrich Kruse das Büro in Wohlstreck. Gute 50 Jahre später folgten Wilfried Buschmann und Erhard Kamphausen als Nachfolger Kruses. Ansässig war das Büro lange Zeit in der oberen Etage des Barnstorfer Rathauses. 1994/1997 wurden Berthold Lambers und Franz-Josef Ostendorf Teil der Leitung des Vermessungsbüros. 2013 erhielt es seinen jetzigen Namen „Lambers & Ostendorf Ingenieure“.

Die Arbeit als ÖbVI

Als ÖbVIs stellen die drei Unternehmensleiter „beliehene Unternehmer mit staatlichen Aufgaben“ dar, was am ehesten mit einem Notar vergleichbar sei. Sie haben zusätzlich hoheitliche Tätigkeiten, die in den Zuständigkeitsbereich eines Katasteramtes reichen. Sie bedienen Großversorger, wie Wintershall Dea, bei Vermessungsaufgaben und liefern die Basisdaten für die grundbuchlichen Veränderungen.

Was in einem Vermessungswagen steckt, zeigt Berthold Lambers.

Das Vermessungsbüro in Barnstorf hat aktuell rund 50 Mitarbeiter. Die einheitlich ausgestatteten Vermessungsfahrzeuge sollen auf insgesamt acht aufgestockt werden. „Grundsätzlich haben wir zwei Auszubildende pro Jahr, also sechs im laufenden Geschäft. Wir gehören zu einigen der wenigen im Landkreis Diepholz, die im Vermessungsbereich ausbilden. Unser Tätigkeitsfeld ist ein Nischenbereich“, erklärt Berthold Lambers.

Ausbildung ist wichtig für Fortbestand

Ebenso wie in der Leitung sei auch eine fortlaufende Ausbildung von neuen Mitarbeitern wichtig für den Fortbestand des Unternehmens. Durch entsprechende Maßnahmen liegt der Altersdurchschnitt entgegen dem Trend der öffentlich bestellten Vermessungsbüros bei unter 40 Jahren.

„Spannend an der Arbeit als Vermessungsingenieur finde ich, dass wir bei unseren Vermessungsarbeiten oft Grenzen und Marken von vor 150 Jahren finden. Es hat auch etwas Archäologisches an sich, wenn wir in 50 Zentimetern Tiefe Vermarkungen, wie zum Beispiel Tonrohre, Grenzsteine, Flaschen und andere Gegenstände finden, die auf das Leben und Arbeiten von Früher hindeuten“, so Marc Lambers.

Franz-Josef Ostendorf ergänzt: „Mich begeistert die Selbstständigkeit. Vermessung heißt gleich Mathematik und dafür muss man eine Affinität haben.“

Auch der technische Fortschritt bei der Vermessung sei faszinierend.

Für das 100-jährige Jubiläum im kommenden Jahr könnte die Firmenleitung aufgrund der Corona-Situation nicht viel planen, doch die Mitarbeiter werden bedacht.

Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure

Die öffentlich bestellten Vermessungsingenieure (ÖbVI) sind Experten des Vermessungswesens. Als Freiberufler erfüllen sie hoheitliche Aufgaben für den Staat und sind damit funktional einer Behörde gleichgestellt. Da die Tätigkeit des ÖbVI eine hohe Verantwortung in sich trägt, ist die Aufgabenausübung in einer Berufsordnung definiert. Der „öffentlich bestellte Vermessungsingenieur“ ist in Niedersachsen Träger eines öffentlichen Amtes. Der ÖbVI führt ein Dienstsiegel zur Beglaubigung von Tatbeständen an Grund und Boden sowie für das Siegeln der amtlichen Lagepläne. Die niedersächsischen ÖbVI haben in der Regel ein Hochschulstudium des Vermessungswesens abgeschlossen und danach eine über zweijährige Referendarausbildung absolviert. Nach der zweiten (großen) Staatsprüfung müssen sie als Assessoren für eine bestimmte Zeit amtliche Vermessungen durchführen und bei einem ÖbVI arbeiten. Danach ist eine Vereidigung zum ÖbVI möglich, insofern das geordnete Vermessungswesen nicht gestört wird. Der ÖbVI ist das freiberufliche Gegenstück zum Katasteramt. Alle Messungen, die ein Katasteramt für den Bürger anbietet, können auch von einem ÖbVI abgewickelt werden.    Quelle: www.bdvi.de

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