Trotz Rückschlägen gelungenes Verbandsfest

Kreisverband der Kameradschaft Altkreis Diepholz feiert Verbandsfest in Cornau

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Mirko Mackenstedt.

Cornau - Ob der Regen Schuld war? Man weiß es nicht genau. Auf jeden Fall erschienen nach optimistischen Veranstalterangaben nur rund 110 statt der 150 erwarteten Kameraden zum großen Verbandsfest des Kreisverbandes Altkreis Diepholz von der neu gegründeten niedersächsischen Kameradschaftsvereinigung im Cornauer Dorfgemeinschaftshaus.

Trotz einigen Unklarheiten und spontanen Absagen von Redebeiträgen zeigten sich die Kameraden jedoch von ihrer besten Seite und begangen mit guter Stimmung ein feierliches 120-jähriges Jubiläum der Cornauer Kameradschaft. Neben vielen Pokalsiegern und Geehrten stand auch der neue Kreiskönig im Mittelpunkt der Veranstaltung: Harald Bockelmann.

Als es um 14 Uhr am vergangenen Sonntag hieß "Antreten zur Kranzniederlegung" herrschte erst einmal ein wenig Verwirrung. Es war kein Kranz vor Ort. "Hier haben die Absprachen scheinbar nicht ganz geklappt", so die Cornauer Schriftführerin Silke Husmann. "Das mag auch daran liegen, dass wir das erste mal unser Verbandsfest auf Kreisebene selbst hier im Dorfgemeinschaftshaus veranstalten. Da muss man an so vieles denken!" 

Nachdem der Tross schließlich mit musikalischer Unterstützung durch den Spielmannszug Barnstorf durch strömenden Regen zum Kriegerdenkmal marschiert war, waren dennoch alle auch mit einer Gedenkminute einverstanden. Der Vorsitzende der Cornauer Kameradschaft, Mirko Mackenstedt, hielt eine kurze Rede in der er an das friedvolle Miteinander appellierte und den Verstorbenen der vergangenen Kriege gedachte. Auch zwei Bundeswehrsoldaten waren zur Ehrenwache an diesem Sonntagnachmittag erschienen. Ein Marsch über die Ringstraße einmal quer durch Cornau rundete die Gedenkveranstaltung ab.

Verbandsfest in Cornau

Dann ging es für die anwesenden Kameraden hochoffiziell weiter. Nach einer Stärkung an der Kaffeetafel empfing der Vorsitzende des Kreisverbandes, Erwin Quante, nicht nur seine Kameraden, sondern auch die angereisten Vertreter aus der Politik. Namentlich: Bürgermeister Friedrich Iven (auch für die Samtgemeinde und den Landkreis anwesend) und Landtagsvize-Präsident Karl-Heinz Klare. Der eingeladene Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig musste leider spontan seinen Redebeitrag absagen, da er mit dem Zug von Berlin in Kassel stecken geblieben war.

Bevor jedoch die anwesenden Politiker sich an die Kameraden wandten um unter anderem zum 120-jährigen Bestehen zu gratulieren, musste Quante noch ein paar deutliche Worte finden, auf die jeder gespannt war. Die Kameradschaft hieß nämlich vor kurzem noch Kyffhäuser Gesellschaft. Vor kurzem erfolgte nach einem Rechtsstreit die Umbenennung (wir berichteten). Vor diesem Hintergrund erläuterte Quante allen Kameraden noch einmal, warum die Entscheidung gefallen war. Sein Fazit: "Kyffhäuser ist passé!" Auch der Karl-Heinz Klare fand in seiner Rede später noch die passenden Worte. "Das mit der Entscheidung, das habt ihr gut gemacht", lobte er die nun neu-benannte Kameradschaft.

Bevor Iven und Klare jedoch zu Wort kamen, wandten sich auch Kameraden auch benachbarten und befreundeten Kameradschaften an die gastgebenden Cornauer und gratulierten zum Jubiläum. Bürgermeister Friedrich Iven sprang ihnen schließlich bei und überbrachte, auch im Namen der Samtgemeinde und des Landkreises, die besten Glückwünsche.

Ausgezeichnete und Pokalsieger (v.l.): Henry Wowerat, Ingeborg Helmers, Rudi Imsande, Friedrich Hodde, Stefan Gerding, Harald Bockelmann, Holger Buns.

Besonders emotional wurde es noch einmal als Quante schließlich "Kalle" auf die Bühne bat. Der Landtagsvizepräsident Karl-Heinz Klare habe schon immer eine ganz besondere Verbindung zu der Kameradschaft gehabt. Er versprach, dass er auch nach dem Ende seiner politischen Amtszeit am 14. November "in der ein oder anderen Funktion" noch einmal wiederkommen wird. Nach seinen Glückwünschen an die Cornauer wünschte er allen ein frohes Fest. Zum Schluss musste er jedoch noch eine Tradition einhalten und riss einen kleinen Witz, bei dem alle laut lachen mussten. "So kennen wir unseren Kalle", freute sich auch Quante.

Die Trauer über die Absage Knoerigs wehrte schließlich nicht lange. Schließlich standen vor der abschließenden Feier noch einige wichtige Programmpunkte auf der Agenda der Kameraden. Der Ehrenkreisvorsitzende und stellvertretende Landesvorsitzende Karl-Heinz Seissenschmidt übernahm gemeinsam mit dem Kreis-Schießwart die Aufgabe, die Pokale und Ehrungen an die Kamerade zu übergeben.

Geehrte und Vorsitzende (v.l.): Karl-Heinz Seissenschmidt, Werner Helmers, Manfred Wilharm, Erich Kasten, Erich Quante. 

Vorerst stand hier die Vergabe der Pokale und Auszeichnungen als Tagesbeste zum letzten gemeinsamen Schießen an. Der Damenpokal wanderte hiermit an die Drentweder Kameradinnen, die mit 148 Ringen die nachfolgender Barveranerinnen knapp überboten. Beim Seniorenpokal siegten hingegen die Kameraden aus Barver mit ebenfalls 148 Ringen souverän über Drentwede und Cornau. Der "K.H. Klare-Wanderpokal" ging an Cornau, die sich die Auszeichnung mit 146 Ringen bei einem Teiler von 245 sicherten. Die weiteren Platzierungen: Drentwede, Sankt Hülfe/Heede, Donstorf/Dörpel, Barver.

Tagesbeste wurde Ingeborg Helmers (50/137). Bei den Herren sicherte sich Holger Buns (50/43) die Auszeichnung. Tagesbester bei den Senioren wurde Rudi Imsande (50/339).

Eine ganz besondere Ehrung erfuhr schließlich Harald Bockelmann. Unter lautem Beifall der Kameraden wurde er zum neuen Kreiskönig ernannt.

Und bei einer so lange Geschichte, wie der der Kameradschaften im Altkreis Diepholz, ist es klar, dass es auch Leute geben muss, die seit Jahren ehrenamtlich für das Bestehen des Vereins eintreten. Das Ehrenkreuz in Bronze am Bande wurde an Werner Helmers, Manfred Wilharm und Erich Kasten verliehen.

Als schließlich alle Pokale und Ehrungen verteilt waren, ging es in den entspannteren Teil der Veranstaltung über. DJ Torben Rauer sorgte schnell für gute Stimmung unter den Kameraden. Bei Bier und Bratwurst ließen sie es sich gut gehen und feierten ein gelungenes Verbandsfest.

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