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Krebsberatung in Barnstorf gestärkt aktiv

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Wilfried Heitmann überreicht Blumen an Jennifer Weegmann und Annette Reelfs (r.) von der Krebsberatungsstelle.

Barnstorf - Von Detlef Voges. Sie war nie ganz weg, ist jetzt aber verstärkt wieder präsent: die Krebsberatungsstelle in Barnstorf unter dem Dach der Interessengemeinschaft Gesundes Leben (Igel). Igel-Vorstandsmitglied Wilfried Heitmann freut sich über eine gesicherte Finanzierung bis Ende 2018 und eine Aufstockung des Personals.

Das Team um die Psychologin Jennifer Hamade, die Sozialpädagogin Jennifer Weegmann und Birgit Wilkening (Verwaltung) ergänzt die Sozialpädagogin Annette Reelfs.

Heitmann lobte am Mittwoch die Krebsberatungsstelle als eine Einrichtung zum Wohle der Menschen, die helfe und Leid lindere. Hauptfinanzier ist die Deutsche Krebshilfe. Der Landkreis ist mit etwa zehn Prozent der Kosten mit im Boot. 2016 sorgte die Krebshilfe für Verunsicherung und Ärger im Igel-Vorstand, weil sie sich über eine Verlängerung der Finanzierung lange ausgeschwiegen hatte. Die Beratungsstelle stand auf der Kippe. „Wir mussten sogar Kündigungen aussprechen“, so Heitmann, der Druck über das Bundesgesundheitsministerium machte – mit Erfolg.

Gesamtkosten im Jahr von etwa 170 .000 Euro

Im August besuchte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe die Einrichtung in Barnstorf und versprach ab 2019 eine dauerhafte Regelfinanzierung. Heitmann spricht von Gesamtkosten im Jahr von etwa 170 .000 Euro. Das Igel-Vorstandsmitglied hofft zudem bundesweit auf eine einheitlich geregelte Beratung für Krebspatienten in der Zukunft. Der Bedarf steige, betont Heitmann.

Jennifer Weegmann und Annette Reelfs, seit Juli und August in der Beratungsstelle tätig, teilen sich eine bislang unbesetzte Stelle. Die Fachfrauen wissen, wovon sie sprechen, wenn von menschlichem Leid die Rede ist. Ihre Klientel kommt aus dem ganzen Landkreis Diepholz. Sie beraten betroffene Erwachsene wie Kinder, helfen Angehörigen. „Die Menschen fallen bei Krebs ja in ein Loch, sie brauchen sofort eine Stütze“, sagt Jennifer Weegmann.

Die Fachfrauen helfen mit Worten und Taten, übrigens kostenlos. Sie kümmern sich auch um Alltagsfragen wie zum Beispiel um Krankengeld und die Vermittlung zu anderen Hilfsgruppen und Palliativstationen. „Die Vernetzung ist wichtig“, so Annette Reelfs.

Wer Hilfe sucht, kann telefonisch (05442/8029747) mit der Beratungsstelle Kontakt aufnehmen und einen Termin vereinbaren (geht auch über www.krebsberatung-igel-netzwerk.de). Wenn der Krankheitszustand der Klienten einen Besuch in Barnstorf nicht mehr zulässt, machen die Sozialpädagoginnen auch Hausbesuche.

Wie stärken sie sich selbst, um mit Tod und Krankheit umgehen zu können? Die Frauen suchen den Ausgleich im Privaten. Jennifer Weegmann singt, Annette Reelfs fährt Rad und malt.

Aber auch die Gespräche mit den Krebspatienten sind ein gegenseitiger Quell der stärkenden Reflexion. Der Blick verändere sich, sagt Weegmann und spricht von Demut. „Wir werden mit der Endlichkeit konfrontiert.“

Bei Igel hofft man auf die Regelfinanzierung ab 2019. Dann sind bei der Krebsberatung weitere Angebote wie Ernährungsberatung geplant.

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