Konzept und Finanzierung für Flurbereinigung in Gemeinde Eydelstedt stehen

Nur Genehmigung fehlt noch

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Im Rahmen der Flurbereinigung sollen zahlreiche Straßen und Wege in der Gemeinde Eydelstedt saniert werden. Dazu gehört auch diese Strecke bei Helmsmühle in Düste.

Eydelstedt - Von Thomas Speckmann. Das Konzept liegt auf dem Tisch, die Kommune hat ihre finanzielle Unterstützung zugesagt, die Akzeptanz in der Landwirtschaft ist groß: Nach rund dreijähriger Planungszeit steht die Flurbereinigung in der Gemeinde Eydelstedt vor der Umsetzung. Was zurzeit noch fehlt, ist die Entscheidung des Ministeriums. Doch hier ist das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, das das Verfahren vor Ort begleitet, zuversichtlich: „Ich bin sehr optimistisch, was die Genehmigung angeht“, sagt Dezernatsleiter Christian Schönfelder. Er geht davon aus, dass nach den Sommerferien grünes Licht aus Hannover kommt.

Wie die Projekte in den Gemarkungen Dörpel, Donstorf und Düste aussehen, das konnten Grundstückseigentümer und Bürger in drei Informationsveranstaltungen erfahren. Dezernatsleiter Schönfelder und Projektleiter Heinrich Dammeier präsentierten die Entwürfe der jeweiligen Arbeitskreise, gingen auf einzelne Maßnahmen in Wegebau und Landschaftsschutz ein und standen für Fragen zur Verfügung. Dabei mussten die Behördenvertreter aus Sulingen sich auch mit kritischen Stimmen auseinander setzen.

Dass der Ausbau des Wegenetzes für die Erfordernisse der modernen Landwirtschaft eine tragende Rolle in der Flurbereinigung spielt, wurde bei Betrachtung der Karten auf den ersten Blick deutlich. Beispiel Düste: Hier soll der Ausbau des Wegenetzes 13,8 Kilometer umfassen, davon 7,5 Kilometer in Bitum und 6,3 Kilometer in Schotter. Darüber hinaus könnten Wege mit einer Gesamtlänge von 3,9 Kilometer aufgehoben werden. Voraussetzung: Die Erreichbarkeit der Flächen muss weiterhin gewährleistet sein.

Nach Angaben der Behörde liegen die Ausführungskosten in Düste bei 1,5 Millionen Euro. 75 Prozent würden durch Zuschüsse von Bund, Land und Europäischer Union abgedeckt, 25 Prozent durch Eigenleistung vor Ort, sprich Grundstückseigentümer und Gemeinde. Damit hätten beide jeweils 165000 Euro zu zahlen. Für die Grundbesitzer im Verfahrensgebiet würde sich ein Hebungsbeitrag von rund 220 Euro pro Hektar ergeben. Eine Zahl, die zu diesem Zeitpunkt nicht auf den letzten Euro beziffert werden kann, aber Orientierung gibt. „Es wird keine größeren Abweichungen geben“, versicherte Schönfelder.

Der Umfang des geplanten Wegebaus, bezogen auf die Größe des Verfahrensgebietes, ist in den beiden anderen Gemarkungen der Gemeinde geringer, was sich auch in den Beiträgen der Grundstückseigentümer widerspiegelt. In Dörpel und Donstorf werden lediglich 150 Euro pro Hektar veranschlagt. Hintergrund: In Dörpel ist ein Wegeausbau auf einer Gesamtlänge von 13 Kilometern vorgesehen. Kosten: 1,7 Millionen Euro. Ein größeres Volumen nehmen die Maßnahmen in Donstorf ein. Dort sind 20 Kilometer für 2,3 Millionen Euro vorgesehen.

Zusammenlegung und Tausch von landwirtschaftlichen Flächen sind weitere bedeutende Ziele der Flurbereinigung. Der Tausch werde aber nicht durch den Vorstand der Teilnehmergemeinschaft, sondern durch die Behörde in individueller Absprache mit den betroffenen Grundstückseigentümern geregelt. Dies gelinge in der weit überwiegend Zahl der Teilnehmer, so die Erfahrung Schönfelders. Er fügte aber hinzu: Im Notfall könnten Maßnahmen auch angeordnet werden, um die Mehrheit vor Einzelnen zu schützen. Für die Betroffenen gebe es aber Ersatzflächen an anderer Stelle.

Der „ökologische Mehrwert“, vom Ministerium zwingend vorgeschrieben bei heutigen Flurbereinigungsverfahren, soll durch verschiedene Maßnahmen wie das Anlegen von Hecken entlang der Wege oder die Renaturierung von Flüssen erzielt werden. An der Hunte sind mehrere Randstreifen vorgesehen. Die Wagenfelder Aue soll in einigen Abschnitten durch eine Veränderung der Struktur eine ökologische Aufwertung erfahren. In Dörpel ist in erster Linie eine Wiedervernässung des Mittleren Wietingsmoores geplant. In Donstorf sollen ebenfalls Moorflächen vernässt und darüber hinaus Teile der Wagenfelder Aue renaturiert und das Große Meer saniert werden.

Die Behördevertreter zeigten sich mit dem Verlauf der Veranstaltungsreihe in der Gemeinde Eydelstedt zufrieden. Sobald die Genehmigung und die damit verbundene Mittelzusage vorliegt, sollen Teilnehmergemeinschaften mit Vorständen gegründet werden. Die offizielle Anordnung der Flurbereinigungsverfahren in Düste und Dörpel ist noch für 2015 vorgesehen, in Donstorf für 2016. Damit könnte 2017 der erste Wegeausbau beginnen.

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