Neue Anfängergruppe

Nelly Meier hat eine Vorliebe für Bauchtanz

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Unter der Leitung von Nelly Meier (vorne links) studieren die Frauen verschiedene Choreografien ein. Orientalische Musik und Lichterschein betonen das Ambiente im Übungsraum in Barnstorf.

Barnstorf – Von Eva-Maria Konkel. Mehrere Frauen stehen in einem orientalisch anmutenden Trainingsraum, der ansatzweise an ein Ballettstudio erinnert. Gemeinsam lassen sie ihre Hüften kreisen, bringen Herz und Kreislauf in Schwung und folgen mit ihren einstudierten Choreografien dem sanften Takt der arabischen Musik. Mittendrin Nelly Meier aus Barnstorf.

Sie ist die Gastgeberin und Übungsleiterin. Ihre Profession ist der Bauchtanz, den sie schon seit vielen Jahren betreibt und inzwischen auch gerne anderen Frauen in der Region vermittelt.

Nelly Meier ist eine echte Expertin auf dem Gebiet, sie hat sich schon in den 1980er Jahren für den orientalischen Tanz interessiert. „Als ich Ende 20 war, wollte ich mich sportlich betätigen. Bauchtanz hatte zu der Zeit gerade Hochkonjunktur und wurde bei der Volkshochschule Syke angeboten. Ich habe es ausprobiert und bin dann drei bis vier Jahre dabeigeblieben, weil es mir einfach unglaublich viel Spaß gemacht hat“, berichtet die heute 62-Jährige am Rande des Übungsabends.

Einmal gepackt von dieser Leidenschaft, ist sie dem Hobby treu geblieben. Sie hat weitere Tanzschulen im Raum Bremen besucht und sich schließlich dazu entschlossen, ihr erlerntes Wissen an andere Frauen weiterzugeben. Zunächst unter dem Dach der Volkshochschule in Diepholz, später in Wagenfeld. Heute hat sie die Möglichkeit, das Gemeindehaus in Jacobidrebber zu nutzen, wo einmal pro Woche trainiert wird.

Durch ständige Weiterbildung an renommierten Schulen hat sich die Barnstorferin ein solides Wissen um den Bauchtanz und die positiven Auswirkungen auf den gesamten Bewegungsapparat erworben. Denn der orientalische Tanz hält fit. Die 50 verschiedenen Bewegungen sind ein Ganzkörpertraining auch für Ungeübte. Sie kräftigen die Muskulatur und lösen Verspannungen. „Der Bauchtanz ist somit ein ideales Fitnesstraining von Kopf bis Fuß. Der ganze Körper kommt im wahrsten Sinne des Wortes in Schwung“, betont die Barnstorferin.

Am Anfang stehen leichte Bewegungen für Schultern, Hüfte oder Arme. „Was sich so einfach anhört, ist es aber nicht, denn wir bewegen im Alltag mehrere Muskelgruppen gleichzeitig, während hier die isolierten Bewegungen trainiert werden“, erläutert Meier. Das heißt, ein Teil des Körpers bewegt sich, während ein anderer still steht oder sich in einem anderen Rhythmus bewegt. Ein bekanntes Beispiel dafür ist der sogenannte Shimmy, bei dem die Hüften zittern – und zwar nur die Hüften und nicht der Oberkörper. Oder es wird nur mit dem Oberkörper gekreist, während der Arm ruhig bleibt.

„Es braucht eine Weile, bis die Bewegungen durch das Training vertrauter werden und man den Rhythmus verinnerlicht, aber dann macht es allen Mädels richtig Spaß“, sagt die Übungsleiterin und blickt schmunzelnd in die Runde. Denn bei ihren Mädels handelt es sich zum größten Teil um gestandene Frauen, die im Berufsleben stehen und eigene Familien haben. Spätestens jetzt wird klar: Der orientalische Bauchtanz ist etwas für Frauen jeden Alters und jeder Figur. „Der Tanz ist auch super für die Geburtsvorbereitung oder als Rückbildungsgymnastik. Denn da kommt der Bauchtanz eigentlich her. Die erotisch-sinnliche Komponente kam erst sehr viel später dazu“, ergänzt Meier.

„Wenn man fünf Minuten an der Schlängelbewegung der Oberarme feilt, hat man bis zum kleinen Finger jeden Muskel trainiert“, berichtet Lilja Felk, die seit ihrem 17. Lebensjahr verschiedene Tanzrichtungen ausprobiert hat und beim Bauchtanz geblieben ist. Obwohl vor allem auch die kleinen Muskeln trainiert werden, kommt es aber selten zum Sixpack wie bei Bodybildern. Sehr wohl aber macht der Bauchtanz straffe, feste und definierte Körperpartien.

„Es sei denn, man isst für sein Leben gern“, sagt Claudia Niemann schmunzelnd und beißt voller Freude in ein Stück Pizza. „Trotzdem“, sagt sie und wird wieder ernst, „hilft es gegen Schmerzen.“ Sie sei schon lange an Rheuma erkrankt und habe ihre Schmerzen jetzt dank des Trainings wunderbar im Griff. Auch bei Meier selbst, die vor etwa acht Jahren aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf als Friseurin aufgeben musste, helfen diese sanften Bewegungen über vieles hinweg.

Die Art des Tanzens vermittelt ein ganz besonderes Körpergefühl. Diese Erfahrung macht auch Dagmar Kenneweg, die schon seit einigen Jahren bei Meier trainiert. „Dadurch kann ich meine Weiblichkeit ausleben, unterstützt von den tollen Kostümen in den bunten Farben, die pure Lebensfreude vermitteln“, sagt die Barnstorferin und erntet große Zustimmung von den anderen Frauen. Überhaupt sei es Meier zu verdanken, dass es diese großartige Truppe und die gewachsene Gemeinschaft und Freundschaft gebe. Auch darin sind sich die Mädels einig, die neben ihren Übungsabenden schon einige öffentliche Auftritte verbucht haben.

In diesem Jahr will Nelly Meier eine neue Anfängergruppe ins Leben rufen und damit weitere Frauen für den orientalischen Tanz begeistern. Voraussetzungen sind Lebensfreude, etwas Rhythmusgefühl und Teamfähigkeit. Ende Januar soll es nähere Informationen geben. Wer sich angesprochen fühlt, kann sich schon jetzt mit der Übungsleiterin in Verbindung setzen (Tel. 05442/2640 oder 01520/1975622).

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