Der König der Parodie kommt mit Programm „Vip Vip Hurra!“ nach Barnstorf

„Knörikatur“ im Comedy-Zelt

Der „Sonderzug nach Pankow“ macht Station in Barnstorf: Jörg Knör gibt vielen Promis eine Stimme. Besonders gern schlüpft der Parodist in die Rolle von Panikrocker Udo Lindenberg.

Barnstorf - Jörg Knör versteht sein Handwerk. Er imitiert und lästert über Promis quer durch die Republik. Er wird gelobt von seinen Kabarett-Kollegen, aber auch gefürchtet von seinen Opfern. Denn wenn sie Stuss geredet haben, ist es meistens zu spät, um den gesagten Blödsinn zu revidieren. Denn der „König der Parodie“ hat sie längst entdeckt, sich seinen Reim drauf gemacht und nachgesprochen.

Mit seinem erfolgreichen Programm „Vip Vip Hurra!“ gastiert Jörg Knör am Sonnabend, 2. April, ab 20 Uhr im Comedy-Zelt in Barnstorf. Er ist der Hauptakteur eines Gute-Laune-Trios, das in dieser Form noch nicht auf der Bühne gestanden hat. Mit „Hocker Rocker“ Markus Krebs und Bauchredner Andreas Römer, der ganz nebenbei durch die Show führen wird, will Knör das Publikum begeistern.

Wer viel in die Glotze schaut, kennt den berühmten Entertainer in Wort, Gestik und Mimik. Die älteren Semester mögen sich erinnern: Jörg Knör ist schon mit 15 Jahren in Rudi Carrells Spielshow „Am laufenden Band“ aufgetreten und hat Loriots Figuren Wum und Wendelin in der berühmten Quiz-Sendung „Der große Preis“ seine Stimme geliehen. Bei „7 Tage 7 Köpfe“ erhielt er den „Bambi“. Und mit einer eigenen Show im ZDF lockte er ebenfalls Millionen Zuschauer an.

„Peinlich! Neues aus Promi-Land“ heißt eine Show, die ihm Freude macht. Hier führt er die Feder als Society-Reporter von Skandalgeschichten und Stargeflüster. Er fasst niveauvoll zusammen, was Promi-Magazine als Brotaufstrich ihren Lesern liefern. Die Stars, die gerade Schlagzeilen machen durch ihr Können, Nicht-Können sowie Aus- und Eingehen müssen aufmerksam sein, denn Knör ist ein Paparazzi der Beobachter, beschreibt sich aber selbst als „schüchternes“ Kind.

Knör deckt auf und parodiert, was das Zeug hält. Gut, dass er in Barnstorf im Zelt auftritt und die Umkleide hoffentlich als Interimslösung von ihm wahrgenommen wird. Denn im Sonntagmorgen-Talk von Bettina Tietjen beschreibt er sein letztes Ärgernis, das alle Veranstalter aufhorchen lässt: „Wenn ich hässliche Garderoben betrete, das nervt mich.“ Er habe sogar eine Hitparade der hässlichsten Garderoben kreieren wollen - mit dem Titel „The worst walk in wardrobes“.

Hat sich der Künstler erst in Schale geworfen, dann ist die Bühne sein Zuhause. Der gebürtige Wuppertaler erweist sich als Jongleur mit den Mitteln der Parodie. Sein stärkstes Schwert ist seine Stimme. Ob Inge Meysel, Udo Lindenberg, Karl Lagerfeld, Til Schweiger oder Ursula von der Leyen: Zahlreiche Promis, die immer ein Schäufelchen dabei haben, um ein bisschen Dreck unter den Teppich zu kehren, geraten ins Blickfeld und könnten stimmlich auch nach Barnstorf kommen.

Eine frühere Show trägt den Namen „Vojör!“, womit er sich selbst als Augenmensch und durch Neugier getrieben bezeichnet. Und so ist es immer in der Konstellation „Ich bin berühmt und angesagt“ für Promis gefährlich, wenn er in der Nähe lauert. Dass der „Mann mit den tausend Stimmen“ ganz nebenbei wunderbare Zeichnungen zu erstellen vermag, hat er auf dem „Roten Sofa“ beweisen. Echt nett, sagt Moderatorin Bettina Tietjen. Ihr gefällt das Bild so sehr, dass sie auf ihrer Facebook-Seite einen Platz dafür findet.

Im Interview lässt Knör durchblicken, dass er keine Fernreisen mag und sich lieber auf Sylt erholt, also fernab von den Metropolen. Er bezeichnet sich als „Earl Grey“, nicht etwa als Teeliebhaber, sondern wegen seiner schönen Haare. Seine großen Idole zum vernünftigen Altwerden sind Udo Jürgens und Peter Kraus. Er ist selbst ein Prominenter, mehr als 35 Jahre im Showgeschäft und parodiert die ganz Großen.

Er schlüpft gern in andere Charaktere und hat keine Angst, sich zum Affen zu machen. Wenn also die Gäste ins „Comedy-Zelt“ strömen, müssen sie sich bei Knörs Auftritt nicht einmal die Jogginghose ausziehen und sich in Schale schmeißen. Denn bei seiner Show „Vip Vip Hurra!“ wird sich die Bühne vermutlich in ein Fernsehstudio mit „Late-Night“-Kulisse verwandeln. Ob Sex and the City, Bambis, Oscars oder neueste Promi-Tweeds: Das Publikum darf gespannt sein, welche Personen bei den „Knörikaturen“ ihr Fett wegbekommen. sbb

www.comedy-zelt.de

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