Im Hüttendorf können Kinder Geschick beweisen

Kleine Baumeister mit großem Eifer

Vereinte Kräfte: Mia, Bosse und Sophia (v.l.) bauen ein Fenster in ihre Hütte ein. Betreuer Louis Oelmann leistet Hilfestellung. Fotos: Speckmann
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Vereinte Kräfte: Mia, Bosse und Sophia (v.l.) bauen ein Fenster in ihre Hütte ein. Betreuer Louis Oelmann leistet Hilfestellung.

Barnstorf - Auf dem Gelände des Barnstorfer Umwelt-Erlebnis-Zentrums sind in dieser Woche viele kleine Baumeister am Werk. Mehr als 40 Jungen und Mädchen errichten ein Hüttendorf. Da wird gesägt, gebohrt und gehämmert, was das Zeug hält. Die Arbeiten machen gute Fortschritte. Auf den ersten Häusern wird bereits das Dach errichtet. Hier wollen die Ferienkinder in der Nacht zu Freitag schlafen.

Der achtjährige Arjen nimmt zum ersten Mal an der beliebten Ferienaktion des Lokalen Bündnisses für Familie teil. Er hat am Montagvormittag in die Gruppe hineingeschnuppert, sich einen ersten Eindruck verschafft und dann entschieden, die Aktion weiter zu begleiten. „Ich habe noch nie allein mit Holz hantiert“, berichtet der junge Barnstorfer. Nun bekommt er ausreichend Gelegenheit zum selbstständigen Arbeiten.

Unter den Teilnehmern befinden sich viele Neulinge. Sie werden von den Betreuern behutsam an die handwerkliche Tätigkeit herangeführt. Ein gefragter Ansprechpartner ist Marek Bruzda. Als gelernter Zimmermann und Dachdecker weiß der Mitarbeiter der Umweltbildungseinrichtung, wo der Hammer hängt. Wo ein Brett zu lang ist, ein Akkuschrauber den Geist aufgibt oder die Konstruktion der Holzhütte noch Fragen aufwirft, steht der Fachmann mit Rat und Tat zur Seite.

„Manche Kinder wollen gleich ein großes Haus bauen. Aber das funktioniert nicht, dafür ist die Zeit zu kurz“, weiß Bruzda aus Erfahrung. Also wird statt eines Hotels eine kleine Bude geplant. Kleinere Anbauten wie eine Terrasse sind dann später immer noch möglich. Das Holz beziehen die Veranstalter wieder zum vergünstigten Einkaufspreis vom Sägewerk Dickel. Die Nägel werden von Werner Industriebedarf in Barnstorf gestiftet.

Geballte Frauenpower: Fiona, Celin und Lucy (v.l.) befestigen die ersten Bretter an ihrem Häuschen.

Wer schon in den Verfahren dabei war, gibt sein Wissen gerne an die jüngeren Kinder weiter, etwa der 13-jährige Jonas, der bereits zum siebten Mal das Angebot wahrnimmt. Normalerweise ist der Junge schon zu alt für die verlässliche Ferienbetreuung, die sich an Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren richtet. Aber weil noch wenige Plätze frei sind, darf der Stammgast noch einmal mitmischen.

„Ich finde es cool, dass wir selbstständig Hütten bauen können. Wir können uns hier austoben“, sagt Jonas. Die handwerkliche Arbeit mache ihm großen Spaß. Im vergangenen Jahr habe er zum Geburtstag seiner Oma eine Liege gebaut. Auch seinem Vater gehe er gerne zur Hand. Sein jüngerer Bruder Noah mischt im Hüttendorf ebenfalls munter mit. Er nimmt zum dritten Mal an der Aktion teil.

Gefragter Ansprechpartner: Als gelernter Zimmermann und Dachdecker steht Marek Bruzda den Kindern, wie hier dem 13-jährigen Jonas, gerne zur Seite.

Doch wer nun denkt, der Hüttenbau sei reine Männersache, wird schnell eines Besseren belehrt. Auch die Mädchen sind mit großem Eifer dabei. „Wir kriegen das hin“, ist die neunjährige Celin fest überzeugt. Gemeinsam mit Fiona und Lucy, beide zehn Jahre alt, befestigt die Schülerin ein großes Brett an der Seitenwand. Zwei halten das Holz fest, die Dritte greift zu Bohrer und Hammer.

Was die Gestaltung ihrer Hütte betrifft, haben die Mädchen einen genauen Plan. Der Eingang ist nicht vorne, sondern seitlich, damit er etwas geschützt ist und Gäste nicht gleich zur Tür hereinspazieren. Derweil erhält die Front ein großes Fenster. Auch hier ist sich die Gruppe einig. Streit bei der Bauweise gibt es nicht. „Wir verstehen uns gut“, erklärt Fiona und erntet ein zustimmendes Kopfnicken.

Originelles Spielgerät: Justin, Arjen und Liam (v.l.) bauen eine kleine Wippe aus Holz.

Hinter ihrem Haus möchte die Gruppe gerne ein Spielgerät errichten. Die Schaukel haben die Mädchen schon mitgebracht, sie muss nur noch an einem Balken aufgehängt werden. Hier können dann auch die anderen Kinder schaukeln. „Eine Minute kostet einen Nagel“, erklärt die Gruppe. Die Nägel sind die klassische Währung im Hüttendorf. Damit können Süßigkeiten oder andere Sachen erworben werden.

Doch bevor der große Handel ausbricht, gibt es noch einiges zu tun. Heute Abend soll die offizielle Einweihung stattfinden. Dazu sind auch die Eltern willkommen. Anschließend wollen die Kinder in ihren Hütten übernachten. In der nächsten Ferienwoche besteht die Möglichkeit, weitere Verschönerungen vorzunehmen. Dabei soll das Spielen auf dem Gelände nicht zu kurz kommen.

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