Barnstorfer Reparatur-Café leistet nach Corona-Pause wieder Beitrag zum Umweltschutz

Kleben, schrauben, Teile ersetzen

Eine Stereoanlage aus dem Jahr 1970 brachte Reinhard Peukert im Reparatur-Café wieder in Gang.
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Eine Stereoanlage aus dem Jahr 1970 brachte Reinhard Peukert im Reparatur-Café wieder in Gang.

Barnstorf – Hilfe zur Selbsthilfe, das ist die Idee hinter dem Reparatur-Café im Igel (Interessengemeinschaft gesundes Leben) in Barnstorf. Dabei ist den Mitarbeitern der Freiwilligenagentur und des Mehrgenerationenhauses des Vereins Igel das Thema Nachhaltigkeit besonders wichtig.

„Wir möchten mit diesem Angebot unter anderem auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten“, sagt die Leiterin Christine Trenkamp. Unterstützt wird sie dabei von Barbara Klerings, die schon vor Jahren ein Reparatur-Café in Braunschweig aufgebaut hat und viel Erfahrung mitbringt.

„Nach der Corona-Pause starten wir jetzt wieder mit unseren ehrenamtlichen Reparateuren, auch wenn die Bedingungen jetzt nicht optimal sind. Die mitgebrachten Gegenstände können nicht wie sonst gemeinsam mit dem Besitzer repariert werden, sodass wie früher kein „Aha-Effekt“ entstehen kann“, erklärt Christine Trenkamp.

Peter Wessel aus Barnstorf stört das nicht so sehr „Hauptsache, ich kann mit meinen beiden Heckenscheren herkommen und sie anschließend wieder benutzen.“ Er setzt seine Hoffnung auf Olaf Geske, dessen Leidenschaft das Tüfteln und Reparieren von defekten Geräten ist und der so manches Teil wieder zum Laufen bringt. Unterstützt wird er dabei von Reinhard Peukert, der in seinem Berufsleben unter anderem als Rundfunk- und Fernsehgeräte-Meister gearbeitet hat und jetzt im Ruhestand viel Freude daran hat, anderen mit seinen Fähigkeiten helfen zu können. Dabei ist es durchaus üblich, dass sich die „Kollegen“ untereinander helfen.

Reinhard Ernst aus Diepholz, von Beruf Chemie-Ingenieur, und der Mann „für alles, was geklebt werden muss“, hat seine alte Stereoanlage von 1970 mitgebracht, die sein Mitstreiter Peukert in relativ kurzer Zeit wieder in Ordnung bringen konnte. „Das Problem sind in der Tat die Ersatzteile, die es oftmals nicht mehr gibt, da stoßen wir dann auch an unsere Grenzen, es sei denn, wir können improvisieren“, sagt der Fachmann und lacht.

In der Zwischenzeit wurde von einem anderen Kollegen eine Stehlampe repariert. Für eine Küchenmaschine muss von der Besitzerin ein Ersatzteil beschafft und beim nächsten Mal verbaut werden.

Die Bündelung von Fähigkeiten ist vielleicht das Erfolgsrezept der ehrenamtlichen Helfer und der Organisatoren. Und dabei scheinen auch alle Beteiligten ihren Spaß zu haben, denn bei aller Ernsthaftigkeit und Konzentration, wenn es um die Reparatur geht, herrscht eine lockere Stimmung, die die Wartezeit angenehm macht.

„Wir reparieren alles, was mechanisch ist oder geklebt werden muss, selbst wenn man glaubt, das kann nicht geklebt werden. Abgebrochene Henkel aus Kunststoff, Metall oder Keramik, selbst große Figuren, Statuen können mit dem richtigen Kleber und Hilfsmittel wie zum Beispiel Glasfaser wieder Verwendung finden.

Aber auch die alte Standuhr, die sich nicht mehr aufziehen lässt, muss nicht zwingend ausrangiert werden“, sind sich die Tüftler einig und freuen sich schon auf die nächsten Herausforderungen.

Das Reparatur-Café öffnet wieder jeden dritten Samstag im Monat seine Türen im Mehrgenerationenhaus Barnstorf in der Zeit von 9.30 Uhr bis 12 Uhr.

Eine Anmeldung ist wegen der Corona-Maßnahmenzwingend erforderlich: Tel. 05442/803671 oder per E-Mail an mgh@igel-barnstof.de.

Von Eva-Maria Konkel

Tüftler Olaf Geske (links) und Reinhard Ernst, „der Mann für alles, was man kleben kann“, im Reparatur-Café in Barnstorf im Igel.

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