Für Klaus Sarinski wird das Festival zum Heimspiel / Sogar Fahrt in Schweden

Im Heißluftballon kann man „wunderbar entspannen“

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Ballonfahren ist die große Leidenschaft von Klaus Sarinski. Das Betätigen des Brenners ist schon Routine.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Fast 30 Crews aus ganz Deutschland gehen am kommenden Wochenende beim 13. Barnstorfer Ballon-Fahrer-Festival (BBFF) an den Start. Für einen Piloten wird das Luftspektakel zum Heimspiel: Klaus Sarinski aus Barnstorf. Er kennt die Region wie seine Westentasche, hat in diesem Jahr schon etliche Fahrten absolviert und übernimmt bei der zweitägigen Veranstaltung eine ganz besondere Aufgabe. Als Fuchs wird er das Feld der Himmelsstürmer anführen.

Das Ballonfahren ist die große Leidenschaft von Klaus Sarinski. Fast jede freie Minute richtet sich sein Blick gen Himmel. Spielt das Wetter mit, dann packt er seine Sachen, sucht sich einen geeigneten Startplatz, bläst die mächtige Ballonhülle auf und begibt sich in die Luft. „Dort oben ist eine schöne Ruhe. Man sieht viel und kann wunderbar entspannen“, schwärmt der 48-jährige Barnstorfer.

Diese andere Welt, losgelöst vom Alltagsstress, hat Sarinski Anfang der 1990er Jahre kennen gelernt. Die erste Ballonfahrt ist ein Geschenk seiner damaligen Freundin. „Es war wunderschön. Aber ich hatte weiche Knie“, verrät er. Wie viele Menschen habe auch er so seine Probleme, wenn er auf eine hohe Leiter steigen müsse. Aber er habe festgestellt, dass die Höhenangst im Heißluftballon keine Rolle spielt.

„Die ersten zehn Minuten hat man Respekt. Man weiß nicht, auf was man sich einlässt und was passiert“, schildert der Barnstorfer seine ersten Erfahrungen. Darum kann er auch gut nachvollziehen, wie es manchen Fahrgästen geht, wenn sie das erste Mal in einen Ballon steigen. Erst vor wenigen Tagen sei eine Frau mitgefahren, die ebenfalls Angst hatte. Nach der Landung hieß es: „Das will ich wieder machen.“

„Luftritter Klaus, der genießende Ballonfahrer von Witten Door zu Barnstorf“, wie Sarinski in Adelskreisen genannt wird, bringt es inzwischen auf rund 1000 Fahrten. In den Anfangsjahren begleitet er häufig eine Crew aus Syke, doch das himmlische Hobby macht Lust auf mehr. 1997 fällt die Entscheidung, den Pilotenschein zu absolvieren. Fünf Jahre später folgt der Kauf eines eigenen Heißluftballons. Dann kommt sogar ein zweiter Himmelsstürmer dazu. Der Barnstorfer gründet ein Luftfahrtunternehmen und bietet regelmäßig Fahrten für Interessierte an.

Neueste Errungenschaft ist der Wintershall-Ballon, mit dem der Barnstorfer seit der Jungfernfahrt im Frühjahr regelmäßig unterwegs ist. Für den international tätigen Erdöl- und Erdgasproduzenten ist die gesponserte Hülle ein guter Werbeträger, aber auch ein Bekenntnis zum Standort Barnstorf. Sarinski selbst ist übrigens ein ehemaliger Wintershaller. Er hat damals seine Ausbildung zum Betriebsschlosser in dem Unternehmen absolviert.

Die aktuellen Fahrten bieten dem Pilot die Gelegenheit, sich mit der frisch genähten Hülle anzufreunden. Offenbar haben Ballonfahren und Autofahren etwas gemeinsam. „Das ist noch etwas gewöhnungsbedürftig, denn jede Hülle fährt sich anders“, erklärt der Fachmann. Grund sei unter anderem die Verarbeitung. Hinzu kommt, dass das Wintershall-Modell mit einem Volumen von 4250 Kubikmetern eine Nummer größer ausfällt als sein erster Ballon. Die Tragkraft ermöglicht die Mitnahme von fünf bis sechs Fahrgästen.

Sarinski begibt sich zu jeder Jahreszeit in die Luft. Seine Fahrten finden hauptsächlich in der heimischen Region statt. Aber manchmal zieht es den Abenteurer, der bei einer Firma in Goldenstedt beschäftigt ist, auch in die Ferne. Da gibt es Ballonfahrer-Treffen in Österreich und in der Schweiz. Oder wie am vergangenen Wochenende in Schweich bei Trier. Sogar in Schweden ist der Barnstorfer schon gewesen: „Eine ganz andere Atmosphäre, viel Wald und Seen“, schildert er. Im Winter seien die Gewässer zugefroren, so dass man darauf sogar landen könne.

„Jede Landschaft hat ihren Reiz“, weiß Sarinski. In der Heimat sind es vor allem die Moore, die aus der Vogelperspektive besonders zur Geltung kommen. In diesen Genuss wollen der heimische Pilot und seine Kollegen, begleitet von zahlreichen Fahrgästen, auch beim bevorstehenden Festival kommen. Drei Massenstarts stehen am Freitag und Sonnabend auf dem Programm. Mit Sarinski als Fuchs vorne weg.

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