Angebote für 400 Kinder

Kita-Platz-Vergabe in der Samtgemeinde Barnstorf nach festgelegten Kriterien

Zu sehen ist, wie ein kleines Kind mit Knete spielt und diese verformt.
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Mehr als 400 Kita-Plätze gibt es in der Samtgemeinde Barnstorf. Wenn die Anmeldungen diese Zahl übersteigen, dann greift eine festgelegte Prioritätenliste

In der Samtgemeinde Barnstorf gibt es insgesamt mehr als 400 Kita-Plätze. Wenn die Anmeldungen aber die Zahl der verfügbaren Angebote übersteigt, erfolgt die Vergabe nach festgelegten Kriterien.

Barnstorf – Es geht um mehr als 400 begehrte Plätze. Eltern können ihre Kinder direkt seit Anfang dieses Jahres für das kommende Kita-Jahr anmelden (wir berichteten). Doch was ist, wenn zum Stichtag am 31. Januar die Anmeldungen die vorhandenen Plätze übersteigen? Frauke Brüning, Fachbereichsleiterin Ordnung und Soziales bei der Verwaltung der Samtgemeinde Barnstorf, gibt im Gespräch mit dieser Zeitung Antworten.

Kita-Platz-Vergabe in der Samtgemeinde Barnstorf: Kein Windhundprinzip

„Es ist entspannter, wenn zu Beginn des Kita-Jahres noch Plätze frei sind“, sagt Frauke Brüning. „Das ist nur leider nicht immer machbar.“ Eltern, die ihre Kinder für die nächste Periode in der Kita anmelden wollen, macht sie aber keinen Druck, das so schnell wie möglich zu erledigen. „Bei uns gibt es kein Windhundprinzip.“ Alle Anmeldungen, die bist zum 31. Januar eingegangen sind, werden gleichwertig behandelt, verspricht die Fachbereichsleiterin.

Um die verfügbaren Plätze in den Kitas der Samtgemeinde dennoch möglichst fair einzuteilen, sollte es zu viele Anmeldungen geben, hat der Rat der Samtgemeinde 2017 einen Richtlinienkatalog mit insgesamt neun Vergabekriterien beschlossen (siehe Infobox). Dabei werden die verschiedenen Kriterien unterschiedlich gewichtet. Brüning: „Wer im kommenden Jahr schulpflichtig wird, bekommt auf jeden Fall einen Platz. Das ist das oberste Kriterium.“ Hinzu kämen dann Faktoren wie Berufstätigkeit und Familienstand der Eltern oder ob ein Förderbedarf besteht und ob bereits Geschwisterkinder eine Kita der Samtgemeinde besuchen. „Wir versuchen Geschwister in der gleichen Einrichtung unterzubringen“, erklärt sie. Das sei allerdings kein 100-prozentiges Versprechen. Wenn alle Kriterien bei einigen Kindern gleich zutreffen, entscheide zuletzt das Alter. „Ein vierjähriges Kind bekommt eher als ein dreijähriges Kind einen Platz“, erläutert Brüning.

Die Vergabekriterien für einen Kita-Platz in der Samtgemeinde 

2017 hat der Rat der Samtgemeinde Barnstorf Richtlinien für die Vergabe von Kita-Plätzen erstellt, die nach wie vor gültig sind. Dazu gehören insgesamt neun Kriterien, die sich in ihrer Priorisierung unterscheiden. Die folgende Prioritätenliste ist absteigend nach ihrer Wichtigkeit sortiert:

1. Vorschulkinder, also Kinder, die im Folgejahr eingeschult werden, haben bei der Kita-Platzvergabe höchste Priorität. Dazu zählen auch sogenannte Kann-Kinder, die im Folgejahr nicht schulpflichtig sind, deren Einschulung die Eltern aber wünschen.

2. Kinder Alleinlebender haben Vorrang, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, sich in einer beruflichen Bildungsmaßnahme, Schul- oder Hochschulausbildung befinden oder an Maßnahmen zur Eingliederung am Arbeitsmarkt teilnehmen.

3. Kinder haben Vorrang, von denen beide Sorgeberechtigten einer Erwerbstätigkeit nachgehen, sich in einer beruflichen Bildungsmaßnahme, Schul- oder Hochschulausbildung befinden oder an Maßnahmen zur Eingliederung am Arbeitsmarkt teilnehmen.

4. Kinder, bei denen der Allgemeine Sozialdienst des Landkreis-Fachdienstes Jugend einen besonderen Erziehungs- und Förderungsbedarfes feststellt, haben Vorrang.

5. Kinder, bei dessen Sorgeberechtigten eine Krankheit oder Behinderung vorliegt, haben erhöhte Priorität.

6. Kinder, deren Geschwister bereits in einer Kita betreut werden, haben Vorrang vor Kindern ohne Geschwister.

7. Kinder haben Priorität, bei denen ein Sorgeberechtigter erwerbstätig oder in Ausbildung ist oder einer Maßnahme zur Eingliederung am Arbeitsmarkt teilnimmt, während der andere Sorgeberechtigte arbeits- oder beschäftigungssuchend ist.

8. Kinder, von denen beide Sorgeberechtigten arbeits- oder beschäftigungssuchend sind, haben die zweitgeringste Priorität. Gleiches gilt, wenn das Kind nur mit einem Sorgeberechtigten zusammenlebt.

9. Das Geburtsdatum spielt die kleinste Rolle bei der Vergabe der Kita-Plätze. Wenn andere Kriterien identisch sind, dann erhalten generell ältere Kinder den Vorrang vor jüngeren Kindern.

Die Anmeldungen für die Kitas nehmen die jeweiligen Leiterinnen entgegen. Die Platzvergabe für die Krippen läuft zentral über die Samtgemeindeverwaltung. Nach Anmeldeschluss „kommen wir Mitte Februar zusammen“, sagt Brüning. Dann besprechen die Kita-Leiterinnen die eingegangen Anmeldungen mit einigen Mitarbeitern der Verwaltung, „um zu schauen, wo es eng werden könnte“. Zunächst werden sogenannte Doppelanmeldungen aussortiert. „Die kommen zustande, wenn Eltern ihre Kinder bei mehreren Einrichtungen angemeldet haben“, erklärt sie. Danach werde der Kriterienkatalog abgearbeitet. „Die Vergabe der Kita-Plätze ist wie ein Puzzlespiel. Da sitzen wir manchmal sehr lange dran“, berichtet Brüning.

Wenn sich aus den einzelnen Puzzlestücken ein ganzes Bild herauskristallisiert hat, kommt im März ein Aufnahmeausschuss zu einer Sitzung zusammen. Mit von der Partie – vorausgesetzt die Corona-Situation lässt es zu diesem Zeitpunkt zu: jeweils ein Elternvertreter aus jeder Kita. Brüning erklärt: „Das machen wir so, damit das, was wir entscheiden, auch an die Öffentlichkeit gelangt und es kein Gemauschel gibt.“

Zeitplan bewusst eng getaktet, um Eltern bei Absage Zeit für Alternative einzuräumen

Der Zeitplan sei bewusst so eng getaktet, damit Eltern im Falle einer Absage noch genügend Zeit haben, nach Alternativen zu suchen. „Es ist geplant, dass die Kita-Leitungen die Zu- oder Absagen bis zum 1. April verschickt haben. So wissen alle Eltern auch ganz sicher noch vor den Osterferien Bescheid“, erläutert Frauke Brüning.

Sowohl alle Kita-Leiterinnen als auch die Samtgemeindeverwaltung seien bemüht, möglichst viele Elternwünsche erfüllen zu können. Die Fachbereichsleiterin betont aber auch, dass die Vergabe der Kita-Plätze eben kein reines Wunschkonzert sei: „Manchmal bekommt man dann leider nicht den Platz in der Lieblingseinrichtung.“

Ansprechpartnerinnen für Kita-Anmeldung

Detaillierte Auskunft über die Einrichtungen erteilen die jeweiligen Kita-Leiterinnen. Telefonisch sind sie wie folgt zu erreichen:

DRK-Kita Holzwurm in Barnstorf, Leiterin Nadja Packschies, Tel. 05442/91185,

DRK-Kita Villa Kunterbunt in Barnstorf, Leiterin Sarah Rösel, Tel. 05442/8288,

DRK-Waldkita im Buez in Barnstorf, Leiterin Sarah Rösel, Tel. 05442/8288,

Kita Die kleinen Strolche in Barnstorf, Leiterin Randa El-Haje, Tel. 05442/8055865,

Ev.-luth. Kita Thriburi in Drebber, Leiterin Corinna Schomschor, Tel. 05445/1759,

Ev.-luth. Kita Arche Noah in Drentwede, Leiterin Stephani Hoffmann, Tel. 04246/545,

Ev.-luth. Kita Spiel(t)räume in Eydelstedt, Leiterin Marina Franz, Tel. 05442/3740,

Krippe Igel-Bande in Barnstorf, Leiterin Lena Kalkwarf, Tel. 05442/80404140.

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