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Thriburi-Kindergarten darf Gemeindehaus in Jacobidrebber nutzen

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Von: Jannick Ripking

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Der Gemeinderaum in Jacobidrebber muss für die Nutzung als Außenstelle des Thriburi-Kindergartens noch deutlich umgestaltet werden.
Der Gemeinderaum in Jacobidrebber muss für die Nutzung als Außenstelle des Thriburi-Kindergartens noch deutlich umgestaltet werden. © Kirchengemeinde

Der Thriburi-Kindergarten bekommt eine provisorische Außenstelle im Gemeindehaus Jacobidrebber. Der Kirchenvorstand erklärt, warum er diese unkonventionelle Entscheidung getroffen hat.

Drebber – Fast hätten bis zu 20 Kinder in Drebber keinen Kita-Platz bekommen. Nur eine unkonventionelle Entscheidung der Kirchengemeinde Jacobidrebber hat das verhindert. Sie stellt ihr Gemeindehaus für die kommenden zwei Jahre für eine zusätzliche Kita-Gruppe zur Verfügung und schränkt ihre eigene Arbeit dadurch zum Wohl der Kinder ein.

Leiterin des Thriburi-Kindergarten wendet sich an Kirchengemeinde

Mitte März sah es noch so aus, als würden viele Familien aufgrund mangelnder Kapazitäten einen Ablehnungsbescheid für ihre Kinder erhalten. Hilfesuchend hatte sich Corinna Schomschor, Leiterin des Thriburi-Kindergartens, an Pastor Rainer Hoffmann gewendet. Sie fragte ebenso wie die Elternratsvorsitzende Wiebke Halfbrodt bei der Kirchengemeinde an, ob diese nicht ihre zum 1. Mai frei werdende Mietwohnung für eine Gruppe zur Verfügung stellen könnte.

Doch dafür seien die Räume nicht geeignet, so Hoffmann. „Es musste aber eine Lösung her“, meint der Pastor. Das Gemeindehaus Jacobidrebber rückte in den Fokus. Der Kindertagesstättenverband Grafschaft Diepholz als Träger der Einrichtung und die Kirchengemeinde holten das Landesjugendamt Hannover, das für eine Betriebsgenehmigung zuständig ist, in Person von Anne Hesse ins Boot.

Kindergarten-Nutzung betrifft das komplette Gemeindehaus

Das Ergebnis eines Besichtigungstermins fiel vor Kurzem allerdings ernüchternd aus: Grundsätzlich sei die Nutzung zwar möglich, aber dazu müsste die Kirchengemeinde mehr als nur den in Betracht gezogenen hinteren Gruppenraum zur Verfügung stellen. Der vordere Raum müsste umgestaltet werden, die Toiletten umgebaut. „Das bedeutet, dass im Grunde das gesamte Gemeindehaus betroffen ist“, fasst Hoffmann zusammen. Damit gingen umfassende Einschnitte für alle Gruppen und Kreise, die im Gemeindehaus Jacobidrebber ihren Platz haben, einher.

Der Kirchenvorstand stand während einer eigens für diese Thematik einberufenen Sondersitzung vor der Wahl. Hoffmann: „Es wurde die erwartet schwere Entscheidung, die letztlich aber einstimmig und im Einvernehmen getroffen wurde.“ Der Vorstand gab grünes Licht für die Unterbringung der Kita-Gruppe im Gemeindehaus über einen Zeitraum von zwei Jahren. „Nach einer konstruktiv geführten Diskussion, in der nacheinander alle Argumente abgewogen wurden, haben wir uns dafür entschieden, diese Möglichkeit zu eröffnen“, so der Pastor. Mathias Peinz, Vorsitzender des Kirchenvorstandes, erklärt: „Es war eine Herzensentscheidung für Familien mit Kindern, eine Entscheidung für Drebber und im Grunde eine gegen eine sich weiterentwickelnde Gemeindearbeit.“

Entscheidung ohne Alternative

Es sei eine Entscheidung, zu der es keine Alternative gebe. „Wir können doch nicht tatenlos zusehen, dass aufgrund von Versäumnissen der Politik 15 bis 20 Kinder keinen Kita-Platz erhalten werden, weil die vorhandenen Kapazitäten nicht ausreichen“, meinte Hoffmann. Er verweist darauf, dass es nun in der Verantwortung der Kommune liege, spätestens zum Sommer 2024 die Kita-Kapazitäten zu erweitern, da das Gemeindehaus nur eine Zwischenlösung sein könne.

Eine Verlängerung über die zwei Jahre hinaus sei den Gruppen und Kreisen im Pfarramt Drebber nicht zuzumuten. „Wir werden und können diese Lösung auf keinen Fall verlängern“, sagt der Pastor deutlich. „Denn das würde die Entwicklung unserer beiden Kirchengemeinden gefährden.“ Diese Lösung sei ohnehin nur möglich, weil die Kirchengemeinde Mariendrebber Räume für die Gruppen aus Jacobidrebber zur Verfügung stellt. Das betreffe unter anderem auch das Café-Kinderwagen, das Blasorchester oder Bethel Nord.

Nutzung des Gemeindehauses nur über zwei Jahre

Arne Kriesmann, Mitglied des Kirchenvorstands Jacobidrebber, meint: „Diese Entscheidung bedeutet, dass wir erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen müssen, denn der einzig zur Mitnutzung noch mögliche Raum muss jedes Mal neu hergerichtet werden.“ Zudem müsse das überschüssige Mobiliar für die nächsten beiden Jahre ausgelagert werden. Auch da werde die Kirchengemeinde in Mariendrebber aushelfen müssen. „Es ist gut, zu wissen, dass wir uns als Kirchengemeinden aufeinander verlassen können und es ein gutes Miteinander gibt“, sagt Anke Wiechers-Fricke aus dem Kirchenvorstand Jacobidrebber. Auch Karin Steinhöfel, Vorsitzende des Kirchenvorstandes in Mariendrebber, meint, dass es eine Selbstverständlichkeit sei, im Miteinander Lösungen zu finden.

Alle Parteien hoffen, dass die Erweiterung des Thriburi-Kindergartens schnellstens angegangen wird. „Zwei Jahre und vier Monate sollten wohl ausreichen, um eine für alle im Ort gute Lösung in dieser Frage zu finden“, sagt Hoffmann abschließend.

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