Keine Probleme mit Krawallmachern

3G im Bus: Verkehrsunternehmen aus Drebber spricht über erste Erfahrungen / Polizei und Landkreis haben keine Sorgen

Wer in einen Linienbus von Rittmeyer einsteigen will, muss belegen können, dass er geimpft, genesen oder negativ getestet ist.
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Wer in einen Linienbus von Rittmeyer einsteigen will, muss belegen können, dass er geimpft, genesen oder negativ getestet ist.

Seit Mittwoch, 24. November, gilt im ÖPNV die 3G-Regel. Ein Verkehrsunternehmen aus Drebber spricht über erste Erfahrungen aus der Umsetzung in der Praxis.

Drebber / Landkreis – Überbelastung der Fahrer, des Ordnungsamtes und der Polizei durch die neue 3G-Regel in Bussen und Bahnen? Nein, sagen das Busunternehmen Rittmeyer aus Drebber, Landkreis und die Polizei in Diepholz. Seit Mitte dieser Woche gilt die neue Verordnung, die Ungeimpften ohne negativen Corona-Test den Zugang zum ÖPNV verwehrt. Bislang habe es aber keine damit verbundenen Zwischenfälle mit Konfliktpotenzial gegeben.

Die Regel allein führt dazu, dass die Menschen sie auch umsetzen.

Wolfram van Lessen

„Die Regel allein führt dazu, dass die Menschen sie auch umsetzen“, ist sich der Erste Kreisrat des Landkreises Diepholz, Wolfram van Lessen, sicher. Bernd Rittmeyer, Geschäftsführer des Busunternehmens Rittmeyer, bestätigt das auf Nachfrage dieser Zeitung nach den ersten Tagen Praxiserfahrung: „Zurzeit ist alles ruhig. Für einige Fahrgäste ist es selbstverständlich, ihren Nachweis ohne Aufforderung vorzuzeigen.“

Sowohl der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) als auch der Verkehrsverbund Bremen / Niedersachsen (VBN) empfehlen „stichprobenartige Kontrollen“ der Fahrgäste. Dabei berufen sie sich auf das entsprechende Gesetz. Das Unternehmen Rittmeyer folgt dieser Empfehlung. „Wir kontrollieren stichprobenhaft. Mehr würden unsere Fahrer nicht schaffen“, sagt Bernd Rittmeyer.

Wir kontrollieren stichprobenhaft. Mehr würden unsere Fahrer nicht schaffen.

Bernd Rittmeyer

Um dennoch darüber hinausgehende Kontrollen zu gewährleisten, arbeitet die Kreisverwaltung eng mit den Busunternehmen zusammen, so van Lessen. Rittmeyer bestätigt: „Wir tauschen uns regelmäßig aus.“ Aus den Erfahrungswerten der Busfahrer sollen gemeinsam Schwerpunktorte erarbeitet werden, an denen die Ordnungsämter vermehrt kontrollieren sollen. Eine Aufstockung des Personals ist vom Landkreis nicht geplant.

Als dritte Instanz kommt die Polizei ins Spiel. Sie leistet „Amtshilfe, wenn wir angefragt werden“, erklärt der Diepholzer Polizeisprecher Thomas Gissing. „Wir führen anlassbezogene Kontrollen durch“, sagt er. Gissing glaubt, dass es auch in Zukunft keine großen Probleme wegen der neuen 3G-Regel in Bussen geben wird. „Ich kann natürlich nicht in die Zukunft blicken“, sagt er, aber bisher reiche das vorhandene Personal bei der Polizei aus. „Was kommt, wird dienstlich gemacht.“

Van Lessen betont, dass die Kontrolllast nicht nur auf den Fahrern, dem Ordnungsamt oder der Polizei liegt: „Ich möchte ausdrücklich auf die Verpflichtung jedes Einzelnen hinweisen, gesetzliche Regelungen auch zu befolgen.“ Anders ausgedrückt: Busreisende sollen proaktiv handeln und ohne direkte Aufforderung einen entsprechenden Nachweis vorzeigen.

Als Busfahrer sollte ich mich bei Konflikten nicht selbst in Gefahr bringen.

Thomas Gissing

Sollte sich aber doch mal ein Fahrgast trotz Aufforderung verweigern, einen Nachweis vorzuzeigen, und Krawall machen, dann empfiehlt Gissing: „Als Busfahrer sollte ich mich bei Konflikten nicht selbst in Gefahr bringen.“ Wenn sich Streitsituationen nicht friedlich auflösen lassen, dann sei es für Busfahrer der richtige Weg, die Polizei zu rufen.

Bernd Rittmeyer weist seine Angestellten regelmäßig, darauf hin, dass sie vermeidbaren Konflikten aus dem Weg gehen und die Polizei verständigen sollen. „Das wissen sie – auch unabhängig von der Corona-Situation“, sagt Rittmeyer und verweist auf zum Teil unberechenbare betrunkene Busreisende. „Wenn sie zum Beispiel eingeschlafen sind, dann rufen wir im Zweifelsfall auch die Polizei, weil die Fahrer diese Menschen ja nicht anfassen dürfen.“

„Die meisten, die im Landkreis mit Bus fahren, müssen zur Schule oder zur Arbeit“, sagt van Lessen. Dabei seien Schüler ohnehin von der 3G-Regel im Busverkehr ausgenommen. „Das sind ungefähr 80 Prozent unserer Fahrgäste“ rechnet Rittmeyer vor. Der Erste Kreisrat wünscht sich unterdessen von Umgeimpften, die auf den ÖPNV angewiesen sind, pragmatische Lösungen für sich zu finden: „Wer arbeitet, muss täglich einen Test machen. Den kann man auch für die Busfahrt nutzen und vorzeigen.“

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