Kartoffeltage in Barnstorf

Tolle Knolle sorgt für Trubel im Hunte-Flecken

Eroberten gestern Mittag die Schlemmermeile zwischen Rathaus und Volksbank: Theda (3) und ihr Bruder Janno (7).

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Die tolle Knolle entfachte am verkaufsoffenen Sonntag eine besondere Anziehungskraft. Jung und Alt strömten anlässlich der Barnstorfer Kartoffeltage in den Hunte-Flecken. Da ließen sich auch Theda (3) und ihr großer Bruder Janno (7) gerne mitreißen. An der Seite von Papa und Mama belagerten die Geschwister erst die alten Traktoren und stürmten anschließend die Schlemmermeile, wo sich viele Besucher für eine Shoppingtour durch den Ort stärkten. Trotz des wechselhaften Wetters herrschte reger Betrieb am Nachmittag.

Das Finale der Kartoffeltage war bereits am Samstagabend mit einem Weinfest eingeläutet worden. Bei edlen Tropfen kamen die Besucher ins Gespräch, musikalisch begleitet vom „Duo Sundays“, das gerne auf Publikumswünsche einging und zu späterer Stunde auch seine rockigen Register zog. Die Premiere hätte etwas besser besucht sein können, aber der Vorstand der Fördergemeinschaft zeigte sich insgesamt zufrieden: „Für das erste Mal wurde es gut angenommen“, erklärte Vorsitzender Günther Klemm und stellte eine Wiederholung in Aussicht.

Einen guten Tropfen wussten die Besucher auch am Sonntag zu schätzen. Im fein hergerichteten Festzelt von Tanja von Döllen wartete eine Auswahl an Weiß- und Rotweinen. Die Fördergemeinschaft war ebenfalls mit einem Stand vertreten. Dort gab es erstmals Glühwein, durchaus passend zur Wetterlage, wie Kurt Planitz feststellte. „Ich habe heute Morgen schon eine dicke Jacke angezogen“, berichtete der Rechterner, während er sich mit Frau und Freunden zuprostete.

Fleischerei Kessler lud zur Suppenschlacht 

Dicht umlagert waren zur Mittagszeit die Imbissstände auf der Schlemmermeile. Die Fleischerei Kessler verzichtete auf ein Büfett und lud erstmals zu einer Suppenschlacht ein. Vier Varianten standen zur Auswahl, deftig waren sie alle. Heiß begehrt, vor allem bei der älteren Generation, war Knipp mit Bratkartoffeln. Die jungen Besucher verzehrten die tolle Knolle lieber in frittierter Form: Pommes, mal rot, mal weiß.

Wie die Erdäpfel überhaupt auf den Tisch kommen, beziehungsweise hierzulande vor Jahrzehnten angebaut wurden, konnten Jung und Alt bei einem Bummel durch die Oldtimer-Ausstellung erahnen. Helmuth Siegmann präsentierte eine Pflanzmaschine, die früher noch von zwei Pferden gezogen wurde. Ein paar Schritte weiter zeigten die Deutz-Freunde aus dem Raum Barnstorf einen restaurierten Kartoffelroder aus den 1950er Jahren. „Das war einer der ersten, die mit Traktor gezogen wurden“, berichtete Heino Bruns.

Neben alten Geräten und Traktoren standen auch einige Autos zur Schau, die das Interesse der Besucher weckten. Neugierige Blicke gab es, als Karl-Heinz Krimpenfort die Hauben seines Porsche 356A öffnete. Das silberne Cabrio, Baujahr 1958, war bestens in Schuss. „Alles Originalteile“, sagte der Holdorfer, der noch ein Dutzend weitere Oldtimer sein Eigen nennt. Für den Porsche würden in Liebhaberkreisen gut und gerne 200 000 Euro bezahlt. Aber Verkauf sei kein Thema.

Kartoffeltage in Barnstorf

Während der Oldtimerfreund vom Sound seines Sportwagens schwärmte, kam der musikalische Frühschoppen mit anderen Hörgenüssen daher. Das Twistringer Blasorchester war allerdings ohne seinen bewährten Leiter Oscar Alemany Lopez angereist, so dass die Musiker auf moderne Stücke verzichteten. Unter der Regie von Co-Dirigentin Katharina Meyer wurden in erster Linie traditionelle Klänge serviert. Im 24-köpfigen Ensemble saßen auch einige Nachwuchsmusiker, die langsam ins das Orchester hineinwachsen. Nach dem schmissigen Platzkonzert betrat die Partyband „On the Rox“ aus Diepholz die Bühne. Da kamen auch die Freunde von Rock, Pop und Schlager zu ihrem Recht.

Der kleine Festplatz zwischen Rathaus und Volksbank strahlte eine gemütliche Atmosphäre aus. Zahlreiche Sitzgelegenheiten und Stehtische luden zum Verweilen ein. Genau das Richtige für einen entspannten Sonntag, den viele Familien mit einem Bummel durch die Geschäfte verbanden. Auf die Dienste der Jan-Spieker-Bahn mussten sie entgegen der Ankündigung jedoch verzichten. Die meisten Kunden tummelten sich in den Modegeschäften. Als Dankeschön für den Einkauf gab es in vielen Läden wieder Gratis-Kartoffeln. „Eine schöne Geste“, meinte Sylvia Kastens, die mit Ehemann Fred auf Einkaufstour war.

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