Droht Gefahr der Ausbreitung?

Für Menschen harmlos - aber Kartoffelkrebs hat durchaus Folgen

+
Kartoffekrebs.

Barnstorf – Der Kartoffelkrebs erschüttert die Anbauregion im Landkreis Diepholz – und löst Ängste bei Landwirten aus. Aber wie groß sind die Chancen der Ausbreitung und der Gefahr wirklich?

Alexandra Schönfeld von der Pressestelle des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gibt Auskunft. Die Fragen stellte Marc Lentvogt.

Wo ist der Erreger in den vergangenen Jahren im Land aufgetreten?

Seit 1999 sind in größeren Abständen einzelne Fälle der Krankheit Kartoffelkrebs in bestimmten Regionen in Niedersachsen aufgetreten. Diese Flächen sowie die umgebenden Sicherheitszonen werden regelmäßig in Bezug auf den Anbau kontrolliert. Für die Region Barnstorf/Syke trifft dies bisher nicht zu.

Wie überträgt sich der Erreger auf neue Pflanzen und Felder?

Der Pilz Synchytrium endobioticum kann an anfälligen Kartoffelsorten Wucherungen erzeugen, die aufgrund ihrer Form als Kartoffelkrebs bezeichnet werden. Der Pilz bildet in diesen Wucherungen Dauersporangien, durch die er auch ohne die Wirtspflanze Kartoffel 20 bis 40 Jahre im Boden vital überdauern kann. Gegenüber dieser Überlebens- und Verbreitungsform versagen alle üblichen Hygienemaßnahmen. Aus diesem Grund hat der Schadpilz in Deutschland und in der EU den Status eines Quarantäneschaderregers und darf gemäß der Pflanzenbeschauverordnung nicht über kontaminierte Kartoffeln, Resterden, Maschinen oder andere Wege verbreitet werden

Welche Maßnahmen sind zur Bekämpfung des Erregers für die Betroffenen vorgeschrieben? Welche Strategie verfolgt das Land zur Eindämmung und Bekämpfung des Erregers?

Der Ausbruch der Krankheit Kartoffelkrebs beziehungsweise bereits der Verdacht auf das Auftreten der Krankheit muss nach der Kartoffelschutz-Verordnung offiziellen Stellen angezeigt werden. Bei einer Bestätigung und offiziellen Meldung an die offizielle Bundesstelle im Julius-Kühn Institut wird die gesamte Kartoffelanbaufläche für mindestens 20 Jahre bis zur nachgewiesenen Freiheit vom Schaderreger für den Kartoffelanbau gesperrt, um eine Ausbreitung zu verhindern und den Schaderreger auf der Fläche „auszuhungern“. Dazu gehört gegebenenfalls auch der Rückruf von Kartoffeln und deren gesonderte Entsorgung.

Welchen Organismen – abseits der Kartoffel – kann die Krankheit schaden?

Sowohl der Schadpilz selbst als auch die von ihm erzeugten Wucherungen sind für Menschen und Tiere absolut harmlos. Der Quarantänestatus und die damit verbundenen Maßnahmen sind allein der schweren Bekämpfbarkeit dieses Schadpilzes geschuldet.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Coronavirus erreicht Europa: Zwei Fälle in Frankreich

Coronavirus erreicht Europa: Zwei Fälle in Frankreich

26-Jähriger soll sechs Verwandte erschossen haben

26-Jähriger soll sechs Verwandte erschossen haben

Merkel: Deutschland will Türkei in Flüchtlingspolitik helfen

Merkel: Deutschland will Türkei in Flüchtlingspolitik helfen

Federers Zittersieg - Keine "Sunday-Night-Party" für Görges

Federers Zittersieg - Keine "Sunday-Night-Party" für Görges

Meistgelesene Artikel

Autohändler gibt mit Bugatti Chiron Gas – Polizei schreitet ein

Autohändler gibt mit Bugatti Chiron Gas – Polizei schreitet ein

DSDS-Kandidatin flasht Dieter Bohlen - der zieht Vergleich mit DSDS-Sieger

DSDS-Kandidatin flasht Dieter Bohlen - der zieht Vergleich mit DSDS-Sieger

Heftiger Unfall: Auto prallt gegen Garage und landet kopfüber im Graben

Heftiger Unfall: Auto prallt gegen Garage und landet kopfüber im Graben

Parkplatzsuche bei IKEA außer Kontrolle: Autofahrer tritt Konkurrenten

Parkplatzsuche bei IKEA außer Kontrolle: Autofahrer tritt Konkurrenten

Kommentare