Beschwerde gegen Jägerschaft / Aufnahmen nur auf privatem Grund

Kamerafalle im Düster Holz

Eine Wildkamera wie diese hing im Düster Holz bei Eydelstedt (Symbolbild).
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Eine Wildkamera wie diese hing im Düster Holz bei Eydelstedt (Symbolbild).

Eydelstedt – Beim Spaziergang durch das Düster Holz entdeckte Dennis Tinnemeyer Mitte Dezember eine Wildkamera. Rund 13 Meter vom öffentlichen Weg entfernt, der durch das Waldstück in Eydelstedt führt, hing die Apparatur, die bei Tinnemeyer Verärgerung hervorrief. Dürfen Wildkameras öffentlichen Raum filmen?

„Und wieder zeigt sich, das sich unsere Jägerschaft alles erlauben kann, was sie möchte“, heißt es in einem Schreiben Tinnemeyers an unsere Zeitung.

Der Spaziergänger rief vor Ort die Polizei. Die beiden Beamten der Polizeistation Barnstorf hätten laut Tinnemeyer versucht, die Situation zu entschärfen. Sie hätten behauptet, dass Jäger dazu berechtigt seien, Wildkameras zur Beobachtung von Wildwechseln aufzustellen. Tinnemeyer habe daraufhin erklärt, dass Jäger dazu nicht überall die Erlaubnis hätten.

Die Beamten führten weiter aus, dass das Kameramodell einen Auslöseradius von lediglich fünf bis acht Metern habe und somit keine Aufnahmen von dem rund 13 Meter entfernten Weg gemacht worden seien.

Nach einer kurzen Internetrecherche und einem Telefonat mit einem Hersteller der verwendeten Kameras, habe sich herausgestellt, dass die Kamera einen Auslöseradius von rund 24 Metern habe, so Tinnemeyer. Zudem sende das Modell die Bilder und Aufnahmen in Echtzeit an den Besitzer.

„Ich bin nicht begeistert, das jetzt ein Jäger in Besitz meiner Bilder ist. Ich möchte niemanden etwas unterstellen aber wohl ist mir dabei in der heutigen Zeit nicht“, so Tinnemeyer in dem Schreiben.

Thomas Gissing, zuständig für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit bei der Polizeiinspektion Diepholz, erklärte auf Anfrage, dass das Filmen von öffentlichem Gelände verboten sei. „Kameras dürfen nur auf privaten Grundstücken angebracht werden und dürfen auch nur diesen Bereich filmen. Es muss ausgeschlossen sein, dass Personen auf einem öffentlichen Gehweg mitgefilmt werden“, so Gissing.

Diese Einschätzung unterstützt auch Cord-Hinrich Hespe, Hegeringsleiter Barnstorf. „Wildkameras dürfen ausschließlich im nicht-öffentlichen Raum angebracht werden. Es kommt auch auf den Winkel der Kamera an. Wenn diese in den Wald hinein filmt, kann das gestattet sein“, erklärte er auf Anfrage. In dem geschilderten Fall sei es zudem entscheidend, ob der Weg, auf dem sich Dennis Tinnemeyer im Düster Holz befand, abgesperrt war.

Jäger besitzen beim Anbringen von Wildkameras keine besonderen Rechte. Es gebe jedoch Ausnahmegenehmigungen für Wildkameras der Jägerschaft, die es vorab einzuholen gilt. Beispielsweise, wenn das territoriale Verhalten von Wölfen überprüft werden müsse. In diesen Fällen dürften auch öffentliche Waldstücke beobachtet werden.

Von Edgar Haab

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