Fahrsicherheitstraining in Mäkel leistet Beitrag zur Unfallprävention

Junge Autofahrer lassen die Reifen quietschen

Fahrlehrerin Patricia Rumpfkeil machte mit ihrem Auto bei 70 Stundenkilometern eine Gefahrenbremsung. Die Teilnehmer hatten sich dazu an ausgewählten Punkten aufgestellt, um den Bremsweg einzuschätzen. Viele waren überrascht von der Länge. Foto: Spahr

Mäkel - Wer kennt das nicht aus der Filmwelt: Autos rasen davon, Reifen quietschen und hinterlassen eine Dunstwolke. „Heute qualmen keine Reifen mehr“, sagt Uwe Timmermann vom Fachdienst „Straßenverkehrswesen“ der Kreisverwaltung. Aber quietschen tun sie trotz Antiblockiersystem immer noch. Das hörte man am Wochenende quer durch den Wald bei Mäkel. In Kooperation mit mehreren Fahrschulen veranstaltete der Landkreis Diepholz zum wiederholten Mal ein Fahrsicherheitstraining auf dem Gelände der Firma Barku.

Zu dem Training erschienen 16 junge Autofahrer. Einige von ihnen erst mit wenigen Monaten Fahrerfahrung, andere schon seit fünf Jahren hinter dem Steuer. Für sie begann der Tag mit einem Vortrag der Feuerwehr über die Gefahren im Straßenverkehr, bevor es am Nachmittag selbst hinter das Lenkrad ging. Denn die praktischen Übungen waren wieder ein ganz wichtiger Bestandteil des Programms.

Die Teilnehmer mussten in ihren eigenen Fahrzeugen und unter fachkundiger Anleitung der Fahrschullehrer verschiedene Stationen durchlaufen. Sei es Slalomfahren um Pylonen, eine auf Kommando geforderte Gefahrenbremsung oder auch eine Fahrt mit der Rauschbrille, die einen Zustand zwischen 0,8 und 1,3 Promille suggerieren kann.

Die Teilnehmer sollten den Bremsweg bei Geschwindigkeiten zwischen 25 und 70 Stundenkilometern einschätzen und sich entsprechend am Straßenrand aufstellen. Das Ergebnis überrschte einige Teilnehmer. Hätten sie auf der Fahrbahn gestanden, wären sie vom Auto erwischt worden, konstatierte Fahrlehrerin Patricia Rumpfkeil, nachdem sie ihren Wagen per Vollbremsung zum Stillstand gebracht hatte.

Das Sicherheitstraining würde einen nicht zu vernachlässigenden Teil bei der Unfallprävention darstellen, erklärte Timmermann. „Die Unerfahrenheit der jungen Fahrer verleitet schnell zum Testen“, sagte der Vertreter des Landkreises. Auch aufgrund dieser Versuchsmanöver auf öffentlichen Straßen käme es immer wieder zu Unfällen, in die auch junge Fahrer verwickelt seien.

„Man lernt schon einiges. In vielen Fällen schätzt man sich einfach falsch ein. Bei der Beobachtungsprüfung heute wäre ein großer Teil von uns durchgefallen, wenn es eine reale Fahrprüfung gewesen wäre“, meinte Kristin Flemer. Die 21-jährige, die seit drei einen Führerschein besitzt, hatte schon selbst schlechte Erfahrungen im Straßenverkehr gemacht und war daher besonders interessiert am Sicherheitstraining. Viele der gesammelten Erfahrungen wolle sie nun für die nächsten Jahre auf der Straße mitnehmen.

„Keiner fährt bewusst falsch“, zeigte sich Fahrlehrer Torben Streit überzeugt. „Man gewöhnt sich nur viele falsche Verhaltensweisen mit der Zeit selbst an. Jeder entwickelt da dann seinen eigenen Fahrstil.“ Diesen eigenen Fahrstil sollten die jungen Teilnehmer an diesem Tag analysieren und nach Möglichkeit korrigieren. Sie tauschten sich in der Gruppe aus und hörten sich die Ratschläge der Fahrlehrer an. „Der Ausdruck Selbsthilfegruppe trifft es eigentlich ganz gut“, befand ein Teilnehmer schmunzelnd.

Viele Teilnehmer hatten sich selbst für das Sicherheitstraining angemeldet, andere bekamen die preisgünstigen Extrafahrstunden von ihren Eltern geschenkt. Mit der Resonanz zeigten sich die Vertreter des Landkreises Diepholz sowie der Fahrschulen Streit und Weißleder (beide Barnstorf), Rumpfkeil (Drentwede) und Kaiser (Diepholz) zufrieden. Sie wollen in diesem Jahr weitere Trainings anbieten, neben Mäkel auch in Martfeld.

Uwe Timmermann, der für die Organisation verantwortlich zeichnet, berichtete stolz, dass zwei der vier Seminare schon ausgebucht seien. Insgesamt sei es in den vergangenen Jahren aber schwierig gewesen, junge Menschen für das Sicherheitstraining zu gewinnen. Dass die Aktionen in Mäkel überhaupt angeboten werden können, liege nicht zuletzt an der guten Zusammenarbeit mit Unternehmer Egon Schumacher, der regelmäßig das Gelände in Mäkel zur Verfügung stellt. Dort stört es niemand, wenn die Reifen quietschen.

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