Jugendpfleger Ole Sterzik zieht Bilanz und wünscht sich Verstärkung

Streetwork soll auch Frauensache werden

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Jugendpfleger Ole Sterzik hat ein offenes Ohr für die jungen Leute in der Samtgemeinde. Archivfoto: Speckmann

Barnstorf - Ole Sterzik ist seit 2011 Jugendpfleger der Samtgemeinde Barnstorf. Bei der jüngsten Sitzung des Kinder-, Jugend-, Sozial- und Schulausschusses der Samtgemeinde im Rathaus gab Sterzik einen Bericht über seine Arbeit in den vergangenen zwei Jahren.

Rund 1600 Menschen in der Altersgruppe der 10- bis 21-Jährigen leben derzeit in der Samtgemeinde Barnstorf. Diese Zahl ist seit 2013 fast gleichgeblieben, fast die Hälfte dieser Jugendlichen wohnt im Flecken Barnstorf.

Nicht zuletzt wegen der aktuellen Flüchtlingssituation hat sich die Zahl der Personen in dieser Altersgruppe, die ausschließlich einen ausländischen Pass besitzt, von 71 aus 119 Personen erhöht. „Aus meiner Praxiserfahrung würde ich schätzen, dass mindestens jeder dritte der 10- bis 21-Jährigen in der Samtgemeinde Barnstorf einen Migrationshintergrund besitzt.“

Im Flecken Barnstorf ist nach wie vor der beliebteste öffentliche Treffpunkt der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden die Skateranlage an der Turnhalle der Christian-Hülsmeyer-Schule, berichtete Sterzik.

„Da mehr als die Hälfte der 10- bis 21-Jährigen auf den Flecken Barnstorf entfallen, bin ich überwiegend in Barnstorf präsent“, berichtete Sterzik. Donnerstags ist er im Jugendtreff, dem „Container“ in Drebber an der Schulstraße unterwegs und auf dem Schulhof, da circa ein Viertel der Zielgruppe auf Drebber entfällt. In Drentwede werde die offene Kinder- und Jugendarbeit über den Förderverein „Junges Drentwede“ abgedeckt, die Eydelstedter Jugend ist stark in Sportvereinen oder der Jugendfeuerwehr verwurzelt.

Daneben bietet er auch eine „virtuelle“ Präsenz in den Sozialen Netzwerken wie Facebook und Whatts-App an. Diese Vernetzung sei auch notwendig. „Viele Kontakte und Terminabsprachen sind über das Netz erst zustandegekommen“, so Sterzik.

Die Skateranlage habe als regelmäßige Besucher zirka 60 Personen im Alter zwischen 10 und 21 Jahren, wobei der Schwerpunkt derzeit zwischen 14 und 18 Jahren liege. 90 Prozent davon sind „Jungs“ oder „junge Männer“. Jeder zweite Besucher sei mittlerweile motorisiert, dementsprechend gehe es auch in rund 80 Prozent der Themen um Mofas, Roller, schnelle Autos, schätzte Sterzik.

Während er den Zugang zu den meisten männlichen Jugendlichen schnell finde, so habe er zu den weiblichen Jugendlichen eher weniger Kontakt, räumte der Streetworker ein. Die Probleme, mit denen er bei den Jungs konfrontiert wird, sind beispielsweise im schulischen Bereich, die Ausbildungsplatzsuche, Probleme bei der Arbeit, Probleme in der Familie, (handgreifliche) Konflikte mit Schulkameraden und Bekannten oder auch Themen wie Spielsucht, Alkohol, Drogen oder Schulden. Teilweise berät und unterstützt Sterzik die Jugendlichen selbst, teilweise leitet er sie an die entsprechenden Beratungsstellen weiter.

Mehr als ein Dutzend verschiedene Veranstaltungen, Projekte, Ausflüge erwähnte Sterzik in seinem Bericht. Unverzichtbar dabei: Vielzählige Partner auf Gemeinde- und Kreisebene. Ganz eng kooperiert er mit dem Jugendzentrum an der Kirchstraße und der Barnstorfer Bibliothek.

Um effektive und effizient arbeiten zu könnten müssten die Rahmenbedingungen stimmen, sagte Sterzik. Seien die materiellen und strukturellen Rahmenbedingungen auch vorhanden, so sieht der Jugendpfleger doch Nachholbedarf beim Personal. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Streetwork empfehle gemischt-geschlechtliche Teams mit mindestens 2,5 Stellen. „Dies wäre in der Samtgemeinde Barnstorf sicherlich sinnvoll, um auch die Mädchen und junge Frauen draußen auf der Straße besser ansprechen zu können“, meinte Ole Sterzik abschließend.

„Darüber muss man sich in Zukunft sicherlich ein paar Gedanken machen“, sagte Ausschussmitglied Dieter Lindenberg.

Stellvertretender Ausschussvorsitzender Fredy Albrecht zog ein Fazit aus dem Sterzik-Bericht: „Wir brauchen für unsere Jugendlichen Treffpunkte wie den Skaterplatz.“

sr

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