„Jetzt bin ich ein Teil von euch“

Ortsfeuerwehr Eydelstedt tagt erstmals mit neuen Kameraden aus Dörpel

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Gemeindebrandmeister Guido Schruth (r.) sowie Ortsbrandmeister Frank Weber (2.v.l.) und sein ehemaliger Dörpeler Amtskollege Sebastian Motzke (l.) nahmen gemeinsam die Ehrungen vor (v.l.): Helmut Wendt, Joachim Müller, Florian Krause, Alfred Koch und Wilfried Kleine.

Eydelstedt - Ortsbrandmeister Frank Weber staunte nicht schlecht, als er die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Eydelstedt eröffnete: „Ich sehe, der Raum ist voll. Alle Plätze besetzt. Das hatten wir noch nie“, stellte der Kommandochef fest. Seine Kameraden mussten am Samstagabend sogar noch ein paar Tische und Stühle dazu holen, so groß war die Beteiligung. Grund war die Verstärkung aus Dörpel.

Nach der notgedrungenen Auflösung ihrer Ortsfeuerwehr zum 31. Dezember 2017 nahmen die Kameraden aus der Nachbarschaft erstmals an der Versammlung im Gerätehaus in Eydelstedt teil. Sie dokumentierten damit ihre Bereitschaft, dem Feuerwehrwesen treu zu bleiben. Die Aktiven gehören in Zukunft der Ortsfeuerwehr Eydelstedt an und bilden eine Löschstaffel. Die Selbstständigkeit geben sie auf, aber ihr Einsatzfahrzeug bleibt in Dörpel stationiert.

„Jetzt bin ich ein Teil von euch“, meinte Sebastian Motzke, als er in die große Runde blickte und dabei zahlreiche Weggefährten aus Dörpel entdeckte. Der ehemalige Ortsbrandmeister freute sich, dass bisher 14 der 20 Aktiven den Wechsel unterstützen. Darüber hinaus konnte die Feuerwehr vier Neuzugänge aus Eydelstedt verbuchen, sodass sich die Truppe von 35 auf 53 Aktive vergrößert.

Manchen Dörpelern war der Schritt sicher nicht leicht gefallen, aber sie wurden mit offenen Armen empfangen. Im vergangenen Jahr hatten die Kameraden aus beiden Wehren bereits einige gemeinsame Übungsdienste und Schulungen absolviert. Und auch bei Einsätzen wie in Scharrel, wo im April eine Jugendhilfe-Einrichtung gebrannt hatte, gab es wichtige Berührungspunkte.

Bürgermeister Friedrich Bokelmann lobte das neue Miteinander. Die Beteiligten in der Gemeinde Eydelstedt könnten froh und stolz darauf sein, dass es ihnen gelungen sei, zwei Wehren zusammenzuschließen, ohne dass es großes Theater gegeben habe. Er begrüßte die Übertritte, verbunden mit der Hoffnung, dass Kameraden aus Dörpel auch in Führungspositionen aufrückten.

Außerdem teilte Bokelmann den Wunsch des Kommandos, dass auch die zehn verbliebenen Alterskameraden der aufgelösten Nachbarwehr den Weg nach Eydelstedt antreten mögen. In diesem Punkt hatte Ulrich Thölke eine höchst erfreuliche Nachricht für die Versammlung. Er gab bekannt, dass bereits alle ehemals aktiven Mitglieder ihre Zusage gegeben hätten.

Einer der Alterskameraden ist Alfred Koch, der sich gleich am Samstagabend in Eydelstedt blicken ließ und eine Urkunde des Kreisfeuerwehrverbands für 50-jährige Wehrzugehörigkeit erhielt. Mit Florian Krause gab es einen weiteren Jubilar aus Dörpel. Er konnte auf 25 Jahre aktive Mitgliedschaft zurückblicken. Urkunden für 40 Jahre warteten auf Helmut Wendt und Wilfried Kleine (beide Eydelstedt).

Ebenfalls seit 40 Jahren in der Wehr, und dazu noch auf aktiver Basis, ist der frühere Ortsbrandmeister Joachim Müller. Bei der Verleihung der Urkunde zeigte sich Gemeindebrandmeister Guido Schruth zuversichtlich, dass Müller auch noch das goldene Jubiläum in der Einsatzabteilung feiert, sofern die Landesregierung den vorliegenden Gesetzesentwurf beschließt und die Altersgrenze von 63 auf 67 Jahre angehoben wird.

Müller fragte zum Abschluss des offiziellen Teils, ob Eydelstedt nach der personellen Verstärkung die Voraussetzung für eine Stützpunktwehr erfülle und somit eine umfangreichere Ausstattung bekommen könnte. Nach Auskunft des Gemeindebrandmeisters verfüge die Samtgemeinde Barnstorf bereits über drei Stützpunktwehren und erfülle damit die Mindestzahl. Zudem sollte vor einem solchen Schritt die weitere Entwicklung abgewartet werden. Das Gemeindekommando werde den Gedanken bei der Neuanschaffung von Fahrzeugen im Hinterkopf behalten.

sp

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