Jahresausstellung der Künstlergruppe TIBP in Donstorf zieht viele Gäste an

„Wir können ja fast gar nicht mehr allein“

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Inka Uzoma: Bei der Jahresausstellung wird der Garten in Donstorf zur Ausstellungsfläche.

Von Simone Brauns-Bömermann. Das Haus der beiden Künstler Tietsche Burmeister und Inka Uzoma (Künstlergruppe TIBP) in Donstorf wird bald zu klein. Sie bekommen ständig „Zuwachs“. Enormen Zuwachs an künstlerischen Werken und Besuchern ihrer regelmäßigen Jahresausstellungen zu Hause in Donstorf in ihrem Refugium für Leben und Arbeit. Stellen sie hier aus, müssen das Atelier unterm Dach, der Wintergarten und Garten schnell zur Ausstellungsfläche hergerichtet werden, damit die zahlreichen Skulpturen, Bilder, Objekte und Zeichnungen Platz finden.

Die beiden Künstler sind ihrer Region treu, beteiligen sich an Aktionen und Ausstellungen, schauen aber immer hellwach in die Welt und lassen sich von aktuellen Themen inspirieren.

Am Sonntag startete ihre traditionelle Jahresausstellung, die bis zum 27. September immer sonntags von 14 bis 18 Uhr zu besuchen ist. Der erste Tag lockte bereits etliche Fans und neugierige Besucher ins Atelier.

„Die Zeit war dieses Jahr wirklich knapp, wir hatten zahlreiche Ausstellungen, haben bei ‚Kunst in der City‘ aktiv mitgearbeitet und sind unserer Dozententätigkeit an der Sommerakademie „DIE ART“ in Hamburg nachgekommen“, resümiert Inka Uzoma das Jahr bis September.

Die „Tausendsassa-Künstlerin“ Uzoma bleibt sich treu mit ihren Bronzen, die immer wieder Menschen in bestimmten Aktionen, Gemütsstimmungen, in der zwischenmenschlichen Interaktion oder Nichtaktion darstellen, die Redewendungen und ganz konkrete Eigenschaften oder Charakterzüge von Menschen beschreiben. Beispiele sind: „Luftschwimmer“, „Sonnenanbeterin“, „Der Wächter“, „Der Erzähler“, „Schauender“, „Neugier“, „Der Denker“, „Ausblicke“, „Absprung“, aber auch Beschreibendes wie „Der zweite Frühling“, „Das Übel an der Wurzel packen“, „Mein heimliches Auge“, „Balanceakt“, „Sturm im Champagnerglas“ oder eine kleine bronzene Katze, die von einer Menschenmenge angehimmelt wird und sich „Die Göttin und ihr Personal“ nennt. Zu ihren Bronzen macht sich die Künstlerin „Gedankenskizzen“, nur manchmal skizziert sie diese real vor dem Entstehungsprozess.

Aber auch gerade ihre im ganzen Haus gehängten Radierungen und Malereien bestechen und zeigen ihre zweidimensionale Seite. Ihre Skulptur „Schwarzer Engel“ hinter Plexiglas erinnert erhaben an Graphit, wirkt kosmisch und wie eine überdimensionierte Goldschmiedearbeit.

Im Wintergarten Kunst von „ihr und ihm“ durchmischt wie im ganzen Haus und Atelier: , erläutert Uzoma die Liebe zu ihrem Mann und zur gemeinsam ausgestellten Kunst.

Tietsche Burmeister wandelt auf neuen Wegen: Er setzte sich aktuell mit der Fragestellung: „Kollaps der Moderne“ in Text und Bild in einem Wettbewerb auseinander. Sein Fazit: „Der hat nie stattgefunden und findet auch nicht statt. Die „Moderne“ ist jetzt. Sie passiert täglich“. Hintergrund sei, so der Künstler in seiner abgegeben Schrift: Der in den USA entstandene abstrakte Expressionismus und das Informel in Europa. Diese künstlerische Ausdrucksform existiere bis heute und habe die gleiche Kraft, Dynamik und Poesie. Sie drücke das Fordern von visionärem, anarchischem, schöpferischem und unkonventionellem Denken aus, das überhaupt in einer komplexen Welt das Zeug hätte, Antworten zu geben. „Ich bin überzeugt, dass das Informel als Art Weltsprache der Malerei ein Gegenkonzept zum wieder erwachenden nationalen engstirnigen Denken und Handeln von Menschen ausdrückt“.

Seine neueren Werke entstehen impulsiv und mit voller Aktion. Die Leinwände liegen auf dem Boden und Industrielacke ergießen sich aus der Hand und Bewegung des Künstlers auf sie. In Grundfarben à la Piet Mondrian, in Aktion wie Jackson Pollock über das zu entstehende Werk gebeugt und sich bewusst: Hier ist nichts reversibel, alles, was jetzt entsteht durch Dicke und Mischung der Farben unterliegt nur dem einen Moment der Entstehung. Dem Hier und Jetzt, wie die Moderne.

Es sind großformatige Werke mit Unmissverständlichkeit entstanden, scharf abgegrenzte Farbgebilde vor dem Weiß der Leinwand, die viel Interpretationsspielraum der jeweiligen Fantasie für den Betrachter lassen. Manchmal nur in Grau und Schwarz vor weißem Grund, mal Rot und Schwarz, mal Bunt. Eine wunderbare Zauberwelt der Sichtweisen… „Ich bin damit auf einem auch für mich ganz neuen Arbeitsfeld, aber es gefällt mir sehr“, strahlt der Künstler, der voller Schaffensdrang in Richtung Herbst schaut.

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