Verzicht auf Ausrichtung des Kreiszeltlagers

Drebbers Bürgermeister Iven: „Es war die richtige Entscheidung“

Auch für Drebbers Ortsbürgermeister Friedrich Iven war die Absage die richtige Entscheidung. Er hofft nun, den Schirm, den er 2019 als neuer Schirmherr vom Vorgänger Barver ausgehändigt bekommen hat, bald an den Folgeausrichter Bruchhausen-Vilsen zu übergeben.
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Auch für Drebbers Ortsbürgermeister Friedrich Iven war die Absage die richtige Entscheidung. Er hofft nun, den Schirm, den er 2019 als neuer Schirmherr vom Vorgänger Barver ausgehändigt bekommen hat, bald an den Folgeausrichter Bruchhausen-Vilsen zu übergeben.

Drebber/Cornau – „Enttäuschung und Traurigkeit sitzen tief. Aber angesichts der Gesamtsituation war es die richtige Entscheidung.“ Auch Drebbers Bürgermeister Friedrich Iven ereilt immer noch ein beklemmendes Gefühl, wenn er auf den bunten Schirm blickt, der an der Garderobe in seinem Büro hängt. Es ist der Schirm, den er im Juli 2019 aus den Händen von Rehdens Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch entgegengenommen hat.

„Als neuer Schirmherr des großen Kreisjugendfeuerwehrzeltlagers, das 2020 und wegen der Pandemie verschoben auf 2021 in Cornau stattfinden sollte. Doch Corona machte auch in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung. Zugleich strich die Cornauer Ortsfeuerwehr als Ausrichter resigniert die Segel. Obwohl der Folgeausrichter Bruchhausen-Vilsen noch ein Jahr gewartet hätte, lehnten die Cornauer ein weiteres Wartejahr schweren Herzens nach langem Überlegen ab. „Die Kameraden, die Jugendfeuerwehr und alle dahinter stehenden Helfer haben sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Iven. Den innigen Wunsch nach Bruchhausen-Vilsen entsendend, dass 2022 auch bezüglich dieser Großveranstaltung ein großes Stück Normalität zurückkehrt, hätten die Cornauer Ortswehr wegen der pandemischen Unwägbarkeiten der Mut und die Hoffnung verlassen, eine Veranstaltung auf die Beine stellen zu können, die mit dem altbekannten Charme, ihrer Faszination und Attraktivität bleibende und prägende Erinnerungen bei rund 2000 Jugendfeuerwehrmitgliedern aus dem ganzen Kreisgebiet hinterlässt.

„Es ist bei solch einer Dimension einer Veranstaltung besser, die Segel zu streichen, als sie diese mit großen Abstrichen und Kompromissen durchzuführen“, macht Iven deutlich, dass es keinem nutze, wenn die Jugendlichen zahlreiche negative Eindrücke mit nach Hause nähmen, die Pandemieauflagen wie Abstand halten, kleine Gruppen und keine großen Abendshows geschuldet seien. Das könne sich auch negativ auf die Motivation auswirken, bei der Stange zu bleiben und in den aktiven Dienst zu wechseln.

Wehr ermöglicht Wohnbebauung

Auch wenn es wehtut, das vorgesehene Veranstaltungsgelände ungenutzt wieder in den Urzustand versetzen zu müssen und Rohre auszugraben, die bereits im vorletzten Jahr voller Vorfreude verlegt wurden, war nicht alles ganz umsonst. Die auf Gemeindegelände verlegten Rohre dürfen bleiben. „Sie sind bereits so verbaut, dass sie für weitere Vorhaben genutzt werden können“, berichtet Iven. Vorhaben – damit meint der Ortsbürgermeister die Wohnbebauung, die auf dem Gelände des alten Sportplatzes eigentlich nach Beendigung des Zeltlagers erfolgen sollte. „Dieses Areal hat sonst die Feuerwehr zum Üben genutzt und braucht eine Fläche in dieser Größe nicht mehr“, erläutert er. Daher hätten die Kameraden sie an die Gemeinde zurückgegeben. „Wir sind in der Genehmigung, es gibt Interessenten. Wir hoffen, dass die Bebauung schon zu der Zeit starten kann, wenn das Zeltlager eigentlich zu Ende gehen sollte.“

„Auch wenn es jetzt viel Arbeit ist, die bereits verpufft ist, ist diese Entscheidung richtig – auch mit Rücksicht auf die unzähligen Helfer, die es braucht, um solch eine Veranstaltung zu stemmen“, sagt Iven. Viele hätten ihren Sommerurlaub 2020 und auch 2021 danach ausgerichtet. „Das kann man nicht noch einmal verlangen. Irgendwann ist die Motivation am Boden.“ Bereits 2013 habe man auf die Ausrichtung der Veranstaltung gehofft, da habe Heiligenfelde den Zuschlag erhalten. Ein paar Jahre später spontan erneut Anlauf genommen, 2017 den Zuschlag für 2020 erhalten und seitdem geplant, getan, gemacht.

„Solche Veranstaltungen schweißen zusammen. Nicht nur das Dorf und die Bevölkerung der Samtgemeinde. Doch es weiß leider keiner, wohin die Reise geht, wann und ob solche Großveranstaltungen zur Normalität zurückkehren können. Vielleicht erst dann, wenn das Virus ausgerottet ist“, gibt er zu bedenken, ohne zuviel Schwarzseherei betreiben zu wollen. „Doch man muss es auch nüchtern sehen. Das Zeltlager hat Dimensionen erreicht, die ohne spezielle Logistik, unzähligen Sponsoren und Helfern weit über Feuerwehrkreise und die Samtgemeinde hinaus nicht stemmbar wären. Ein Zeltlager vielleicht kleiner mit nur 500 oder 1000 Teilnehmern auf gleichem Niveau durchzuführen, wäre nicht nur für die kleinen Wehren finanziell nicht tragbar.“ Vielleicht müsse man nach Corona die ganze Veranstaltung auch neu durchdenken.

Die Fläche am Alten Sportplatz, Teil des geplanten Zeltlagergeländes, wird von der Feuerwehr zu Übungszwecken nicht mehr benötigt. Hier soll nun Wohnbebauung mit acht Einfamilienhäusern entstehen.

„Es ist bitter, vor allem weil jetzt die Vielzahl bereits auf dem Gelände verlegten Abwasserrohre erneut mit viel Arbeit wieder zurück gebaut werden müssen. Denn in Kürze beginnt die Pflanzzeit auf den zur Verfügung gestellten Äckern.“

„Ich kann nur meinen Hut davor ziehen, was die Cornauer Jugendfeuerwehr samt alle Helfer bereits bis jetzt geleistet hat und es tut weh zu sehen, wie wegen so einem Virus alles zerbricht“, sagt er. Er hoffe, dass erste Lockerungen auch bald die Feuerwehrkreise durchzögen. „Das wäre gut für die Aktiven, aber vor allem auch für den Nachwuchs, denn nach so langer Zeit müssen wir alle, wenn es soweit ist, Gemeinschaft und geselliges Beieinander neu erlernen. Wieder schweift Ivens Blick auf den bunten Schirm, in der Hoffnung, ihn in absehbarer Zeit auch ohne Riesenpublikum an den neuen Schirmherrn aus Bruchhausen-Vilsen überreichen zu können.

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