Wintershall Dea: Neubau eines Ausbildungszentrums in Barnstorf

Investition in den Fachkräfte-Nachwuchs

Aktuell laufen die Abrissarbeiten der alten Feuerwehrlagerhalle aus dem Jahr 1956.
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Aktuell laufen die Abrissarbeiten der alten Feuerwehrlagerhalle aus dem Jahr 1956.

Barnstorf – Es sind die alten Feuerwehrgaragen, Baujahr 1956, die da abgerissen werden, wo das Dach in einer Staubwolke zu Boden fällt und den werkseigenen Sicherheitsdienst der Wintershall Dea auf den Plan ruft: Es gilt, penibel auf die Sicherheitsvorgaben zu achten. Untersucht wurden die Baustoffe, die seinerzeit verwendet wurden. Deshalb trägt Maske, wer sich der Baustelle nähert.

Es ist aber doch das richtige Gebäude, das abgerissen wird? „Doch, ist es“, bestätigt Burkhard Dehmel vom Team Wehrplatz.

Die werkseigene Feuerwehr existiert weiterhin? Tut sie, an anderer Stelle auf dem weitläufigen Werksgelände. Neben dem neuen Labor-Kubus mit der klinisch-weißen Fassade entsteht ein modernes Ausbildungszentrum: Die Wintershall Dea fasst hier zwei Werkstätten in dem neuen Gebäude zusammen und das nebenan befindliche Haus wird als Schulungszentrum genutzt. Die räumliche Nähe der Gebäude unterstreicht die Idee des Ausbildungszentrums.

Die Umstrukturierungen der Wintershall Dea in den zurückliegenden Jahren habe durchaus Bedenken hervorgerufen, erinnerte Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers. Barnstorf womöglich ohne Wintershall? Das lässt bei vielen die Alarmglocken schrillen.

Aber: Die Firma hat sich für den Standort entschieden. „Wir freuen uns über die Arbeit in der Allianz für Barnstorf“, betonte Lübbers. „Das ist eine tolle Sache der Wintershall Dea.“

Die unterschiedlichen Bauvorhaben rund um das neue Ausbildungszentrum summieren sich zu einem siebenstelligen Betrag bestätigt Robert Frimpong, Deutschland-Chef der Wintershall Dea Deutschland. Das Unternehmen mit Sitz in Kassel und Hamburg ist starker Partner der „Allianz für Barnstorf“. Die umfasst Kooperationen mit anderen Firmen, bisher die BASF aus Lemförde, die Schöma in Diepholz oder Lubing in Barnstorf: In der gemeinsamen Ausbildung der Fachkräfte werden Synergien genutzt. Weitere Kooperationen seien möglich.

Im neuen Ausbildungszentrum sollen Industriemechaniker für Instandhaltung, Elektroniker für Betriebstechnik oder Elektromechatroniker beste Vorgaben vorfinden. „Die Wintershall Dea bietet ihren Auszubildenden gerne Aufgaben, die im betrieblichen Ablauf nachgefragt sind“, bestätigt Personalchef Dirk Schöne. Über die Kooperation können die Lehrlinge weitere Inhalte kennenlernen, die die jeweilige Firma selbst nicht anbietet, da jede unterschiedliche Schwerpunkte setzt.

Schöne nennt als Beispiel die Chemikanten der BASF, die in Barnstorf „Industrieinformationen“ geboten bekämen, während die BASF den Chemiepart liefern könne, den die Wintershall in der Bandbreite nicht liefern könne. „Mit dem Neubau des Ausbildungszentrums stellen wir die Weichen für die Zukunft des Ausbildungs- und Technologiestandortes Barnstorf. Und wir machen die Ausbildung bei Wintershall Dea noch attraktiver“, sagt Robert Frimpong. Noch erhält die Firma zahlreiche Bewerbungen, es dürfen aber mehr sein. Das moderne Ausbildungszentrum sei barrierefrei, bestätigt Burkhard Dehmel die Nachfrage.

Tatsächlich sind die Berufe bei der Wintershall „jungslastig“: 25 Lehrlinge werden aktuell in der Firma ausgebildet – eine Auszubildende nur sei darunter, die sich für Technik interessiere. „Gerne hätten wir mehr“, wünscht sich Dirk Schöne. Die Pandemie habe Praktika in der Firma jetzt für zwei Jahre verhindert, „wenn wir wieder können, werden wir diese wieder anbieten“, sagt Schöne.

Infos vor Ort gaben Robert Frimpong und Dirk Schöne dem scheidenden Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers (von rechts).

Qualifizierten Nachwuchs in den eigenen Reihen ausbilden – die Wintershall Dea weiß um den traditionsreichen Standort Barnstorf im Unternehmen. Und Schöne bestätigt: Aus der Region kommen viele Bewerbungen.

Gleichwohl: der Strukturwandel geht auch an einem so großen Unternehmen nicht spurlos vorbei. Einerseits könne die Firma Aufstiegschancen bieten, Auslandaufenthalte, andererseits: Wie sicher ist der Arbeitsplatz und wie zukunftssicher ist die Ausbildung in einer Branche, die im Umbruch steckt? Frimpong verweist auf die Förderbewilligungen und deren Laufzeiten, betont jedoch, dass die Investition in die Ausbildung, in den Nachwuchs eine nachhaltige Investition sei, nicht allein für die Wintershall Dea: „Für die Region ist diese Investition ein starkes Signal. Denn damit können wir auch in Zukunft auf höchstem Niveau mit örtlichen Betrieben in einem Ausbildungsverbund Fachkräfte für die lokale Wirtschaft ausbilden.“

Vor dem Abriss der Feuerwehr-Materialhalle wurde die Ausrüstung der Betriebsfeuerwehr in einem anderen Gebäude untergebracht.

Das bisherige Gas- und Brandschutzzentrum wird zum Schulungsgebäude umgebaut, „um den Anforderungen eines modernen Ausbildungsbetriebes gerecht zu werden.“ Das bedeute: moderne Technik wie 3D-Drucker, CNC-Werkzeugmaschinen, speicherprogrammierbare Fertigungsstraße mit integriertem Roboter.

Nach den Abrissarbeiten sollen bereits in diesem Jahr die Bauarbeiten beginnen, die im Herbst kommenden Jahres abgeschlossen sein sollen.

Ob genau zum Ausbildungsbeginn am 1. September 2022, bleibt allerdings fraglich.

Von Sylvia Wendt

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