Plane wird zum Display

Innovative Werbeform bei „Bieri Weber Planen“ in Drentwede vorgestellt

Präsentieren ihre Innovation „ROADDi“: Marketingmanager Andreas Weihmann sowie die Geschäftsführer Thomas Birkner und Friedrich Rempuschefsky (von links).
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Präsentieren ihre Innovation „ROADDi“: Marketingmanager Andreas Weihmann sowie die Geschäftsführer Thomas Birkner und Friedrich Rempuschefsky (von links).

Drentwede – „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ ist auf dem Heckportal des Fahrzeuges des Unternehmens „Bieri Weber Planen“ aus Drentwede auf einem integrierten Display zu lesen. Nach drei Minuten wechselt das Motiv automatisch und es ist eine andere Werbung zu sehen.

Möglich wird dies durch die Neuentwicklung „Roaddi“ – die digitalen Displayaufbauten sollen nun als innovative Werbeform vermarktet werden.

15 Monate lang haben Marketingmanager Andreas Weihmann sowie die Geschäftsführer Thomas Birkner und Friedrich Rempuschefsky mit einem Prototypen an ihrer Vision gefeilt. Nun haben sie mit dem ersten digitalen Heckportal ein Etappenziel erreicht, streben aber für Pfingsten 2021 die digitale Kompositplane (eine Fusion aus Plane und Technik) an.

„Unser Pilotprojekt geht bei der Digitalisierung im Logistiksektor einen Schritt nach vorne und soll ein Hoffnungsschimmer in der aktuell schweren Corona-Zeit sein. Uns hat die Frage angetrieben: Wie können wir die Werbung auf einer Plane verbessern?“, erklärt Weihmann. Über Jahre hinweg würde die Werbung auf Lkw-Planen starr sein und sich nicht ändern. Mit „Roaddi“ (englische Abkürzung für Display auf der Straße) ist es möglich, im Drei-Minuten-Takt unterschiedliche Werbemotive auf dem Heck eines Fahrzeuges zu schalten. Geringere Taktungen würde die Straßenverkehrsordnung nicht gestatten, da Bewegtbild auf den Straßen verboten ist. Zudem darf das Display nicht leuchten und auch nicht bei Nacht genutzt werden, da dies die Verkehrsteilnehmer zu sehr vom eigentlichen Verkehrsgeschehen ablenken würde. „Wir wollen nicht leuchten und wir unterstützen die Richtlinien in vollem Maße“, so Weihmann.

Mit ihrem Prototypen waren die Erfinder wegen der genutzten LED-Technologie beim TÜV Nord Mobilitätszentrum zunächst abgelehnt worden. Beim Test im Lichttechnischen Labor des TÜV Rheinland in Berlin konnten wir aber unter Beweis stellen, dass unser Display nicht zu den sogenannten Lichttechnischen Einrichtungen (LTE), wie Scheinwerfer oder Bremslichter zu zählen ist. Die spezielle Roaddi-Anzeige mit der Bezeichnung „Nicht LTE“ ließen sich die Unternehmer patentieren. Zudem sind sie die Einzigen, die richtlinienkonform farbige Wiedergabe von Werbung auf ihrem Display am Heck eines Kraftfahrzeuges anbieten. Friedrich Rempuschefsky vergleicht die visuelle Wiedergabe der Werbung mit „exzellenter Fotoqualität“. Damit die Qualität mit wechselnden Lichtverhältnissen nicht fällt, misst ein Lichtsensor jede Minute die Umgebungshelligkeit und passt die Helligkeit des Displays dementsprechend an. Vergleichbar sei das bisherige Display mit einer Videowand, die in der Öffentlichkeit beispielsweise bei Public-Viewing Events zum Einsatz kommt. Der digitale Displayaufbau stellt sich kurze Zeit nach dem Starten des Fahrzeugs selbstständig an und kurz nach dem Ausschalten wieder ab.

„Eine bedruckte Plane stellt für uns eine Werbefläche dar, die über Jahre großflächig mobil wirbt. Es gibt bislang keinen günstigeren Werbeträger. Wir haben nun eine Möglichkeit entwickelt, mehreren Werbepartnern die Chance zu geben, ihre Werbung gezielt und vor allem digital auf Nutzfahrzeugen zu schalten. Die Frage war auch: Wie bekommen wir am besten Anzeigen auf unsere Planen?“, so der Marketingmanager weiter. Er betonte den Unterschied zu herkömmlich „digital bedruckten“ Planen. Diese würden fälschlicherweise als „digital“ bezeichnet, da sie lediglich analog per Großformatdrucker bedruckt werden.

Die neuartige digitale Plane habe mehr mit der digitalen Werbung im Laptop oder Smartphone zu tun und wird über ein Display übertragen. Das Ziel der Innovationsgruppe war es, die Planengeneration des 21. Jahrhunderts zu realisieren.

Als Kunden nannten die Erfinder beispielsweise Discounter aus dem Lebensmittelbereich, die mit Hilfe ihrer Technologie tagesaktuelle Anzeigen schalten könnten. Als Träger ihrer Werbeflächen wurden bereits Kooperationen mit Speditionen geschlossen.

Als nächster Schritt stehe eine ganzflächige Anzeige von Werbung an einem Trailer beziehungsweise Sattelauflieger mit etwa 13 Metern Länge an. Hierzu sei eine Kompositplane in Entwicklung, über die Werbung angezeigt werden kann, und die dabei flexibel wie eine herkömmlich bedruckte Plane sein soll. „Man kann es sich vorstellen wie eine digitale Kinoleinwand in Form eines faltbaren Screens an den Seiten eines Lkws“, erklärt Weihmann.

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