Schrauben für die Welt

Inhaber von Barnstorfs „Werner Industriebedarf“ verkauft nach 16 Jahren sein Patent

Das Reich von Uwe Werner ist das Handelsgeschäft von Werner Industriebedarf in Barnstorf.
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Das Reich von Uwe Werner ist das Handelsgeschäft von Werner Industriebedarf in Barnstorf.

Barnstorf – Rund 1 600 Tonnen seiner selbst entwickelten Schrauben verkaufte Uwe Werner nach eigenen Schätzungen in den vergangenen 16 Jahren. Jetzt geht der 63-jährige Besitzer des Handelsbetriebs „Werner Industriebedarf“ in Barnstorf in den Ruhestand.

Die Erfolgsgeschichte begann 1985 mit der Gründung seiner Firma in Diepholz. Bei „Werner Industriebedarf“ kauften regionale Handwerksbetriebe und andere Großhändler die verschiedensten Arten und Ausführungen von Schrauben, Befestigungstechniken und Werkzeugen.

Mit dem Umzug 1998 in die rund 300 Quadratmeter große Halle an der Bundesstraße 51 in Barnstorf konnten dank des eingerichteten Ladengeschäftes auch Privatleute die Ware von Uwe Werner erhalten.

Über die darauffolgenden Jahre habe die Firma des heute 63-Jährigen ein stetiges Wachstum verzeichnen können, sagt er. „Es war eine Marktnische, da die nächsten großen Geschäfte für Schrauben und Befestigungstechnik in Osnabrück oder Bremen lagen.“

Schraube nach eigenen Anforderungen entwickelt

Neben der Mitarbeiterschaft wuchs auch das Schrauben-Sortiment immer weiter an. Jedoch sah der gelernte Kaufmann qualitative Mängel bei vielen Produkten, die von anderen Herstellern angeboten wurden. Deshalb entschloss er sich kurzerhand, selbst eine nach seinen Anforderungen und Vorstellungen entsprechende Schraube zu entwickeln. 2005 erhielt Uwe Werner das Patent für „Serraflecto“, wie er seine Erfindung taufte. Aufwendig sei es gewesen, die europäische CE-Kennzeichnung für seine Marke zu erhalten. Schon vor der Einführung der CE-Kennzeichnung hatte Uwe Werner eine hauseigene Qualitätssicherung durch Prüfung eines dritten Unternehmens eingeführt. Der hohe Qualitätsstandard, der schon vorhanden war, habe die Zulassung durch die Materialprüfungsinstitute erleichtert. „Die Qualität der Schraube ist wichtig, denn sie muss die gesamte Konstruktion eines Bauwerks zusammenhalten“, weiß der Händler für Industriebedarf.

Das Besondere an seinen vorerst für Spanplatten ausgelegten Verbindungsteile war ein integriertes Sägegewinde, das später durch eine spezielle Spitze ersetzt wurde.

Was folgte, war eine Reihe an speziellen Produkten der Marke „Serraflecto“, wie beispielsweise Tellerkopfschrauben, Gipskartonschrauben, Dielenschrauben, Justierschrauben oder auch Fensterrahmenschrauben.

Produzieren ließ Werner seine Ware in Taiwan. Später kamen Arbeitshandschuhe und Bohrer dazu, die er in dem chinesischen Markt produzieren ließ.

Passender Bit in jeder Packung

Seine Kartons hätten als eine der wenigen immer eine für die jeweilige Schraubenart einheitliche Farbe und Größe gehabt. Außerdem befindet sich in jeder Packung ein für die Schraube passgenauer Bit, was deutschlandweit einzigartig sei.

„Von da an bin ich zweigleisig gefahren. Auf der einen Seite war da der deutschlandweite Verkauf von Serraflecto-Produkten und Industriebedarf an Großhändler, und auf der anderen Seite war ich in der Produktion und dem Vertrieb meiner eigenen Schrauben eingespannt“, erklärt der 63-Jährige. Er beschreibt sich selbst als Nutznießer des aktuellen Baubooms und erklärt, dass sich seine Marke mittlerweile bei den Zimmerleuten etabliert habe.

„Vor drei Wochen rief ein Interessent aus Sachsen bei mir an, der mir meine Marke und das dazugehörige Patent abkaufen wollte. Nach einer Woche wurden wir uns einig und ich habe alle Patentrechte abgegeben. Das war der erste Schritt in den Ruhestand für mich“, so Uwe Werner.

Uwe und Sigrid Werner vor ihrer Verkaufshalle „Werner Industriebedarf“ an der Bundesstraße 51 in Barnstorf.

Das Spannende an seiner Arbeit sei die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Handwerkern gewesen. Es ging darum, das passende Material für die Anforderungen des jeweiligen Auftrages herauszusuchen. „Langweilig war es nie“, kann auch seine Frau Sigrid Werner nur bestätigen.

„Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören“, sagt der angehende Ruheständler. Mit seinem VW-Bus will der 63-Jährige unter anderem nach Mallorca reisen.

Nachfolge gesucht

Uwe Werner sucht für seine rund 300 Quadratmeter große Halle an der Bremer Straße in Barnstorf einen Nachmieter, der das Geschäft für Industriebedarf weiterführt. Interessierte können sich unter 05442/991070 melden.

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