Ingo Halfbrodt reagiert auf neue Auflagen / „Ohne DJ fehlt die Grundlage“

Kein Zelt auf Stoppelmarkt

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Vor einem Jahr hat Gastwirt Ingo Halfbrodt noch Bonbons beim Umzug verteilt. Inzwischen geht der Daumen nach unten.

Drebber - Von Thomas Speckmann. Beim letzten Festumzug zur Eröffnung des Stoppelmarktes hat Ingo Halfbrodt noch auf dem Wagen der Wirtegemeinschaft gestanden, Bonbons in die Menge am Straßenrand geworfen und anschließend auf der Westerheide sein Bier ausgeschenkt. Wenn am Donnerstag der Startschuss für die 717. Auflage des Volksfestes im Nachbarkreis fällt, wird der Gastwirt aus Drebber nicht mehr aktiv sein. Er zieht sich mit seinem Uthüs-Zelt freiwillig zurück. Grund sind neue Auflagen der Stadt Vechta.

Der Marktveranstalter hat in diesem Jahr festgelegt, dass Ausschankbetrieben mit einer Größe von bis zu 250 Quadratmetern der Einsatz eines Diskjockeys oder einer Band untersagt ist. Das Abspielen von Hintergrundmusik ist weiter erlaubt. Aber das genügt dem Gastwirt aus Drebber mit seinem gut 110 Quadratmeter großen Stand nicht. Für ihn ist die neue Zulassungsbedingung ein Hindernis: „Ohne DJ fehlt uns einfach die Grundlage.“

Seit der Premiere auf dem Stoppelmarkt vor fünf Jahren hat DJ Fredi mit fetziger Musik und lockeren Sprüchen für Stimmung im Uthüs-Zelt gesorgt, das auf dem Weg vom Busbahnhof zum Zentrum des Marktgeschehens günstig liegt. „Er hat die Leute animiert, ins Zelt zu kommen“, berichtet der Gastronom. Doch ohne den Stimmungsmacher befürchtet er, dass die Besucher nur kurz bleiben und dann weiter ziehen.

Laut Marktmeister Jens Siemer sollen kleine Ausschankbetriebe „mehr kommunikativer Natur“ sein. Eine Animation und Beschallung, die bis auf die Straße reiche, sei nicht gewünscht, zumal das Volksfest nicht nur Partycharakter habe, sondern sich auch an Familien richte, so Siemer.

Halfbrodt kann die Begründung nicht nachvollziehen. Den bereits zugesagten Standplatz hat er zurückgegeben. In dem Schreiben an die Stadt Vechta heißt es: „Leider sehen wir keine Möglichkeit, das Zelt mit den neuen Bestimmungen wirtschaftlich betreiben zu können. Die Umsatzeinbrüche sind nicht abzusehen und die Standgebühr für die kleine Ausschankfläche dann einfach zu hoch.“

„Es muss schon etwas bei rumkommen. Ich will da kein Geld mit hinnehmen“, fügt Halfbrodt im Gespräch mit unserer Zeitung hinzu. Die Kalkulation sei ohnehin hart am Limit, zumal durch eine weitere Auflage zusätzliche Kosten entstanden wären. Die Gastronomen müssen jetzt kostenlose Toiletten für die Gäste vorhalten. „Daran wäre es aber nicht gescheitert“, erklärt Halfbrodt, der bereits eine gemeinsame Lösung mit dem Betreiber eines benachbarten Imbiss- und Getränkestandes im Visier hatte.

Der Entschluss, den hart erkämpften Standplatz herzuschenken, fällt dem heimischen Gastwirt nicht leicht. „Zu Anfang war ich ganz schön geknickt“, sagt er. Der Betrieb sei von Jahr zu Jahr besser gelaufen. Und auch neben dem Geschäft habe er positive Erfahrungen in Vechta gesammelt. „Was ich toll fand, war die Gemeinschaft“, erklärt Halfbrodt. Er wurde in die Vereinigung der Stoppelmarkt-Wirte aufgenommen und tauschte sich mit anderen Schaustellern aus. Zudem war der Stoppelmarkt eine willkommene Abwechslung zum Alltagsbetrieb in Drebber. Dort waren die Türen sechs Tage geschlossen, während in Vechta die Post abging.

Das Uthüs-Zelt hatte sich schnell als Treffpunkt für viele Besucher aus Drebber und Umgebung etabliert, zumal es eine der wenigen Vertretungen aus dem Landkreis Diepholz darstellte. Die Bürgermeister aus der Samtgemeinde Barnstorf kehrten gerne zum Umtrunk ein, wenn sie den Festumzug oder Montagsempfang hinter sich hatten. Hier konnten die Gäste auf den hohen Bänken Platz nehmen, um Beine und Seele baumeln zu lassen.

Nun muss sich die Delegation um Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers eine andere Anlaufstelle suchen, wenn sie am Donnerstagabend mit der Jan-Spieker-Bahn zum Stoppelmarkt fährt. Ingo Halfbrodt will sich bei dem großen Festumzug in die heimische Truppe einreihen. Am Abend wird er dann vor statt hinter der Theke stehen. Aber wer weiß, vielleicht ist auch dieser Zustand nicht für immer. „Wenn sich an den Statuten etwas ändern sollte, wäre ich gerne bereit, mich wieder zu bewerben“, sagt der Gastwirt aus Drebber.

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