Angebote für junge Eltern

Info-Tag beim Familien- und Kinderservicebüro Barnstorf

Leiterin Susanne Best (r.) hilft Diana Toliusyte bei der Suche nach einer Kinderbetreuung.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Im Eingangsbereich eine kleine Rampe, damit die Stufen mit dem Kinderwagen bewältigt werden können. Auf den Tischen unzählige Flyer und kleine Geschenke, die auf Abnehmer warten: Der große Saal im Rathaus stand Donnerstagvormittag ganz im Zeichen eines Info-Tages, organisiert vom Familien- und Kinderservicebüro, das einmal zeigen wollte, welche Angebote es insbesondere für junge Eltern in der Samtgemeinde Barnstorf gibt.

„Wichtig ist allen Beteiligten, mit Müttern und Vätern ins Gespräch zu kommen und auch Anregungen und Wünsche zu erfahren“, erklärte Leiterin Susanne Best, die von mehreren Kräften aus der Kindertagespflege, des Babybegrüßungsteams und der Verwaltung unterstützt wurde. Dass sich der Andrang bei der Premiere in Grenzen hielt, nahmen die Initiatoren recht gelassen. Es sollte ein „Versuchsballon“ sein.

Lohnender Besuch für zugezogene Mutter

Für Diana Toliusyte hatte sich das Kommen in jedem Fall gelohnt. Die Neubürgerin nutzte die Gelegenheit, um ihre persönliche Situation zu schildern. Sie ist vor drei Wochen in Barnstorf zugezogen und hat bisher vergeblich nach einem Betreuungsplatz in einem Kindergarten gesucht, um ihren Sohn Tadas unterzubringen, während sie ihrer Arbeit in Diepholz nachgeht. Ein Problem, das Susanne Best aus ihrer täglichen Arbeit im Familien- und Kinderservicebüro nur zu gut kennt. Nicht nur in Barnstorf, auch in anderen Kommunen sei es zuweilen schwierig, im Laufe eines Kindergartenjahres einen Betreuungsplatz zu finden. Freie Plätze gebe es aktuell nur noch in den Kindergärten Drebber und Drentwede sowie im Waldkindergarten in Barnstorf.

Im Fall des fünfjährigen Tadas will Best versuchen, einige Stunden in einer örtlichen Kindertagesstätte aufzutun und zusätzlich eine Tagesmutter zu gewinnen. Doch die Kombination sei knifflig, denn das Kind müsse schließlich auch zwischen beiden Stätten befördert werden. „Wir versuchen immer, eine passende Lösung zu finden“, erklärte die Verwaltungsmitarbeiterin, die einen engen Kontakt zu den Kindertagesstätten und den Tagesmüttern pflegt.

Personalnot ist kein neues Problem

Doch gerade im Bereich der Kindertagespflege hat Best schon seit längerer Zeit mit Personalnot zu kämpfen: „Zurzeit sind 14 Tagesmütter in der Samtgemeinde Barnstorf aktiv. Das war schon mal wesentlich mehr“, berichtete die Vermittlerin am Rande des Info-Tages. Doch Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen, ist nicht das einzige Problem. Eltern, Kinder und Tagesmütter müssen auch zueinanderfinden. „Da muss alles passen“, weiß Best, die selbst als Tagesmutter aktiv ist und bei vier Kindern und fünf Enkelkindern auf eine große Erfahrung bauen kann.

Die Leiterin des Familien- und Kinderservicebüros rührt immer wieder die Werbetrommel, um neue Kräfte für die Betreuung von Kleinkindern zu gewinnen. Umso erfreuter ist sie, dass mit Agnes Kirchner-Werner bald eine Verstärkung kommt. Die 57-jährige Drebberanerin absolviert zurzeit einen Qualifizierungskursus zur Tagespflege. Ende Oktober ist sie fertig, dann will sie in die selbstständige Tätigkeit einsteigen. „Ich möchte sozial tätig werden und meine Lebenserfahrung weitergeben“, berichtete die zweifache Mutter.

Neben dem Rathaus lohnt sich ein Besuch in der Bibliothek

Wo die Tagesmütter ins Haus gekommen, sind Martina Heuer und Kathrin Rohlfing oft schon vorher da gewesen. Sie bilden seit drei Jahren das Babybegrüßungsteam der Samtgemeinde Barnstorf und statten Eltern von Neugeborenen einen Willkommensbesuch ab. Da gibt es einen prall gefüllten Ordner mit vielen Informationen zur Erziehung und Entwicklung sowie nützlichen Adressen.

Auch Jennifer Brakhage und ihr Mann haben den Ordner schon bekommen. Das war vor zwei Jahren, als ihr erster Sohn Max geboren wurde. Am Donnerstag holte sich die Barnstorferin eine Geschwister-Mappe für ihren sieben Monate alten Sohn Mattis ab. Den Besuch des Begrüßungsteams habe sie als angenehm und hilfreich empfunden, berichtete die Mutter. Auf die Liste der Babysitter habe sie schon zurückgegriffen. „Man hat Angebote im Hinterkopf, auf die man zurückgreifen kann“, so Brakhage.

Gut möglich, dass die zweifache Mutter in Zukunft auch auf den beigefügten Gutschein für die Barnstorfer Bibliothek zurückgreift. Dort gibt es reichlich Lesestoff für junge Eltern und auch ein Lesestart-Projekt mit dem Titel „Bücherbabies“, das ebenfalls im Rahmen des Info-Tages vorgestellt wurde. Das war für die Besucher eine willkommene Gelegenheit, neben dem Rathaus auch die Bibliothek anzusteuern.

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