In Moor und Wald nicht zu bremsen

Nicht ganz alltägliches Einsatzfahrzeug für die Feuerwehr Drebber

Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers, Gemeindebrandmeister Guido Schruth und Ortsbrandmeister Reimund Alsdorf freuen sich über das leistungsstarke Allradgefährt, das nicht nur bei Moorbränden seine Anwendung finden soll.
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Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers, Gemeindebrandmeister Guido Schruth und Ortsbrandmeister Reimund Alsdorf freuen sich über das leistungsstarke Allradgefährt, das nicht nur bei Moorbränden seine Anwendung finden soll.

Drebber – „Ackerfläche passt, durch’s Gelände – kein Thema.“ Schon als Reimund Alsdorf das neue Schmuckstück der Ortsfeuerwehr Drebber aus der Fahrzeughalle holt und vor den Toren ins rechte Licht rückt, ist das Strahlen im Gesicht des Ortsbrandmeisters unübersehbar. Bei den ersten beiden Probefahrten hatte er dem Fahrzeug bereits den Stempel verliehen: „Genau auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten.“

Die Rede ist von dem neuen CF Moto, einem nicht alltäglichen geländetauglichen Einsatzfahrzeug, dass den Feuerwehrleuten insbesondere bei Moorbränden zugute kommen soll, wo Wegstrecken für die großen Fahrzeuge unpassierbar sind.

Am Montagnachmittag wurde das Fahrzeug offiziell von Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers an Gemeindebrandmeister Guido Schruth und Ortsbrandmeister Alsdorf übergeben, obwohl es bereits Anfang Februar kurzfristig zum Winterchaos in den Dienst gestellt wurde. „Denn es kann nicht nur Moor, sondern auch Wald und Schnee. So waren wir schon da für den Ernstfall bei Schneeverwehungen gerüstet“, erläutert Schruth. Gezielt habe man sich für dieses PS-starke Gefährt entschieden. „Damit wir bei Einsätzen auch mal schnell in Diepholz oder anderen Orten in der Umgebung sind. Der läuft 100 Stundenkilometer Spitze“, ergänzt Alsdorf.

Bei dem Geländefahrzeug, das einem Quad sehr ähnlich sieht, handelt es sich um ein sogenanntes All-Terrain-Vehilcle (ATV) mit hohem Nutzwert und nebeneinanderliegenden Sitzen (Side-by-Side). Das 15  000 Euro teure Fahrzeug (Listenpreis) mit 973 Kubikzentimetern und 79 PS hat eine Länge von 2,95 Meter und eine Bodenfreiheit von 26 Zentimetern. Kippbare Ladefläche und viele praktische Ablagen bieten für Einsätze großen Nutzwert undoptimale Geländegängigkeit. Für den Dreisitzer, der einen Überrollbügel besitzt, gilt anders als beim Quad, keine Helmpflicht. Das Nebeneinandersitzen ist für die Wehrleute ebenfalls zweckmäßiger als das Hintereinandersitzen beim Quad. Die Zusatzausrüstung. mit Unterfahrschutz, Scheiben vorne und hinten, Arbeitsleuchte, Scheinwerfer, Sonderlackierung und Beklebung sowie Signalanlage schlage mit noch einmal rund 3 000 Euro (Listenpreis), ohne Einbaukosten, zu Buche. „Durch den Verzicht auf Seitenscheiben haben wir gut 5 000 Euro eingespart“, erläutert Alsdorf weiter. Das Vehikel habe einen guten Windschutz. „Auch ohne Seitenverglasung wird einem nicht kalt, da, die warme Luft des Motors nach oben steigt.“ Es sollen nun noch vernüftige Schutzbrillen besorgt werden. „Denn im Moor mullt es ganz schön“, betonte Alsdorf, noch vor Ort die Anfrage an Samtgemeindebürgermeister Lübbers nach einem geländetauglichen Anhänger richtend.

Weitere Investitionen

Dass ihr die Feuerwehr am Herzen liegt, beweist die Samtgemeinde Barnstorf immer wieder. So soll der Wunsch nach einem geländetauglichen Anhänger für die Wehr in Drebber bei der nächsten Sitzung besprochen werden, weitere Investitionen sind ebenfalls in der Planung.

So sollen die Feuerwehr Cornau ein neues Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) und die Ortsfeuerwehr Barnstorf ein Mehrzweckfahrzeug (MZF) mit Allradfahrgestell fürs Gelände erhalten. Auch die Mittel für den Anbau des am Cornauer Feuerwehrdomizil sind bereits in den Haushalt eingestellt, so dass hier laut Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers mit einem Baubeginn noch 2021 zu rechnen ist. Diese Maßnahme sei notwendig geworden, da viele neue Einsatzkräfte aus der Jugendfeuerwehr dazugestoßen seien und darüber hinaus auch die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Dreeke dort mit einziehen.

Das Gefährt habe einen sehr guten Geradeauslauf, aber in den Kurven ein ganz anderes Verhalten als ein Personenkraftwagen. „Da kriegt das Heck leicht das Rutschen.“ Gefahren werden darf der CF Moto übrigens mit einer normalen Fahrlizenz der Klasse drei. „Wir wissen, dass jeder das Fahrzeug gerne fahren würde, aber es wird gezielt nur für wenige Kameraden eine Einweisung geben, die im Einsatz dann dieses Fahrzeug fahren“, sagt Alsdorf.

Nicht alltägliches Einsatzfahrzeug: Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers bei der Begutachtung.

Gedacht ist das Fahrzeug vor allem als „Moorracer“. „Wir haben schon sehr lange an solch einem Fahrzeug überlegt“, sagt Gemeindebrandmeister Schruth. „Die zahlreichen Moorbrände der letzten Jahre und insbesondere der letzte große Moorbrand im August letzten Jahres waren ausschlaggebend, solch ein Fahrzeug zu beantragen. Denn da gab es eine Strecke von gut einem Kilometer, die mit den großen schweren Einsatzfahrzeugen nicht befahrbar war. Mit solch einem Gefährt kann dann problemlos Material zur Einsatzstelle geschafft werden oder gerade bei längeren Einsätzen auch mal Verpflegung und Getränke.“ Für Waldbrände und Sturmschäden zum Beseitigen umgestürzter Bäume eigne es sich dank Seilwinde ebenfalls sehr gut. „Es ist toll, dass wir jetzt solch ein Fahrzeug haben, denn es gibt im Umkreis nicht viele, die ähnlich sind.“

Bei der Samtgemeinde fand man für das Anliegen offene Ohren, denn es standen noch Mittel zur Verfügung. Im Oktober bestellt, wurde es bereits zum Jahresende geliefert und danach umgerüstet. Am 6. Februar, pünktlich zum Schneechaos wurde es einsatzbereit gemeldet, jetzt, pandemiebedingt in kleinem Rahmen, offiziell übergeben. „Der Rest wird zu gegebener Zeit nachgeholt“, versprach Alsdorf.

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