Am Landgericht Verden

Illegale Potenzmittel 33-Jähriger angeklagt

  • Wiebke Bruns
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Verden/Barnstorf – Indische Potenzmittel, die nicht für den deutschen Markt zugelassen sind, und weitere Medikamente soll ein 33 Jahre alter Angeklagter aus Drebber in Umlauf gebracht haben. Vorgeworfen wird ihm der Erwerb explosiver Stoffe, was sich auf sichergestellte Polenböller bezieht. Außerdem muss er sich wegen gewerbsmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln und Computerbetrugs vor der 2. Große Strafkammer des Landgerichts Verden verantworten.

84 Fälle listet die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Verden. Damit soll der Angeklagte gegen fünf Gesetze verstoßen haben: Betäubungsmittelgesetz, Arzneimittelgesetz, Sprengstoffgesetz, Waffengesetz und das Strafgesetzbuch. Allerdings hat der Vorsitzende Richter Gerhard Otto schon beim Prozessauftakt die Einstellung diverse Fälle angeregt.

Bestellt haben soll der Angeklagte übers Internet, möglicherweise das Darknet, und bezahlt vielfach mit der Kryptowährung Bitcoin. Um Drogen geht es in 15 Fällen sowie um „bedenkliche Arzneimittel“ in über 40 Fällen. In 21 Fällen soll er auf den Namen einer Geschädigten mithilfe „ausgespähter Kreditkarten-Daten“ Waren, insbesondere Reitsportkleidung im Wert von Tausenden Euro bestellt haben. Alles in den Jahren 2016 und 2017. Bei einer Durchsuchung sollen die Polenböller und ein Elektro-Taser sichergestellt worden sein.

Schon im Vorfeld waren Verständigungsgespräche geführt worden. „Es soll umfassend gestanden werden“, hatte dem Protokoll zufolge schon vor Verhandlungsbeginn der Verteidiger angekündigt. Für den Fall kann der Angeklagte aber noch auf eine Strafaussetzung zur Bewährung hoffen. Kooperativ soll sich der 33-Jährige schon von Beginn an gezeigt und mithilfe seines Vaters mittlerweile schon knapp 10 000 Euro an Schadenswiedergutmachung geleistet haben.

Die Anklageschrift erwecke den Eindruck, „dass viel eingekauft und viel verkauft worden sei“, so der Vorsitzende. „Bei der Durchsuchung wurde aber ein Großteil festgestellt“, merkte er an: also kein großer Weiterverkauf. „Wir müssen vielleicht mal klären, warum das überhaupt alles bestellt worden ist“, sagte er mit Blick zum Angeklagten.

„Die Sachen, die ich hatte, habe ich mal probiert“, so der Angeklagte. „Das ist sicher nicht das Intelligenteste gewesen“, merkte der 33-Jährige selbstkritisch an. Nach der Trennung seiner Verlobten sei er „in ein Loch gefallen“. Habe sich erst „Wachmacher“ eingeworfen und dann wieder was „zum Runterkommen“.

Für den nächsten Verhandlungstag wird ein umfassendes Geständnis vom Angeklagten erwartet und noch diesen Monat ein Urteil. wb

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