„Ich wollte Aufsitzmäher fahren...“

„Dienstagsgruppe“ hält Barnstorfer Meyer-Köster-Haus in Schuss

Immer wieder dienstags aktiv: Wolfgang Fischer, Gunda und Herbert Berner, Jürgen Rattay, Ina und Jürgen Ciglasch, Renate Wahlers und Renate Kruse (von links).
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Immer wieder dienstags aktiv: Wolfgang Fischer, Gunda und Herbert Berner, Jürgen Rattay, Ina und Jürgen Ciglasch, Renate Wahlers und Renate Kruse (von links).

Barnstorf – Es gab lange Zeit im Fernsehen die „Montagsmaler“, in Barnstorf gibt es die „Dienstagsgruppe“ – beide Formate sind sehr erfolgreich, der Wochentag im Namen eint sie.

Die „Dienstagsgruppe“ beim Heimathaus Meyer-Köster in Barnstorf ist bunt gemischt und kreiert stets Neues für die Besucher des riesigen Heimathaus-Areals am Roggenberg.

Die feste Gruppe, die sich jeden Dienstag für Instandhaltung von Haus, Hof und Park von 9 bis 12 Uhr trifft, besteht aus Mitgliedern und Vorstandsmitgliedern des Heimatvereins Samtgemeinde Barnstorf – jeder der Tatkräftigen mit einem anderen Antrieb. Und das gilt auch in Corona-Zeiten, denn auch jetzt gibt es viel tun im Meyer-Köster-Ensemble.

Am Dienstagmorgen sind Renate Wahlers, Jürgen und Ina Ciglasch, Renate Kruse, Gunda und Herbert Berner und Jürgen Rattay (Vorsitzender des Heimatvereins) und Wolfgang Fischer vor Ort.

„Wir sind nicht nur die ,Dienstagsgruppe‘, es gibt bei uns auch immer den geselligen ,11-Uhr-Zug‘“, berichtet Gunda Berner mit einem Schmunzeln. Das bedeutet Pause mit Erfrischungsgetränk und Brainstorming-Runde von 30 Minuten, in der die besten Ideen entstehen, wie die Beteiligten versichern.

Das gemeinsame Anliegen der Gruppe ist die Suche nach weiteren Ehrenamtlichen, die Lust auf Geselligkeit haben und die mitarbeiten wollen im Sinne des Heimatvereins und seines Hauses. Wer Haus und Hof mit seinen Nebengebäuden schon einmal besucht hat, der weiß, dass das Gelände viel mehr ist, als nur ein Veranstaltungsort. Es ist Heimatmuseum für Berufe und Gewerke, zeigt die Lebensweise der Vorfahren, ist Ideenschmiede, Treffpunkt für Jung und Alt und hat eine außergewöhnlich schöne Hanglage mit parkähnlichem Charakter. „Das Haus und sein Grundstück sind eigentlich für jedermann, der sich benimmt, offen“, sagt Jürgen Ciglasch, der sich in den vergangenen Jahren glücklicherweise nur selten über Vandalismus beklagen musste und auf die Vernunft der Menschen setzt. „Manchmal machen Menschen hier Picknick oder Radler Pause.“

Zwei der Gründungsmitglieder von 1989: Renate Kruse und Herbert Berner. Hier mit zwei wunderbaren Armstühlen, die gerade als anonymes Geschenk fürs Heimathaus Meyer-Köster vor der Tür standen.

Damit das Ensemble so gut dasteht, dafür tritt die Dienstagsgruppe an. „Ich bin hier, weil ich mitmachen und Aufsitzrasenmäher fahren wollte“, sagt Wolfgang Fischer und stapelt damit sicherlich tief, denn er ist zudem bekannt als der Mann für die Fotos, der Holzfäller und Kümmerer. Den Rasen mäht er regelmäßig auf dem Gelände. Renate Wahlers setzt kreativ die Kleinode im Haus optisch in Szene: „Ich sorge für das ,Oho und das Aha`, bringe den kleinsten Knopf in den Vordergrund und montiere zu Collagen.“ So machte sie unlängst aus Nadel und Faden, Knopf und Schere, Stopfpilz und Nadelkissen Bilder aus alten Schubladen dank ihres Berufes als Schauwerbegestalterin. Dienstag säubert und poliert sie gerade in der Sonne einen eichenen Eckstuhl aus der Gründerzeit, der als Geschenk anonym vor dem Eingang stand.

Renate Kruse ist die älteste der Gruppe und Gründungsmitglied des Heimatvereins. „Ich kenne das Haus von Anfang an, als es abgerissen werden und hier stattdessen eine Senioren-Wohnanlage entstehen sollte.“ Seit 1989 ist sie aktiv dabei, erhält, verschönert, pflegt.

Die Beete sind am Dienstag bereits gejätet. Dank Gunda Berner‘, denn diese liebt Garten. „Das besonders Schöne ist im Heimatverein, dass wir uns immer austauschen ohne Dogma von oben.“ Ihr Mann Herbert sieht seine Berufung so: „Ich mache alles, was anfällt und das seit Gründung.“ Aber auch er stapelt tief, denn er ist der Porzellan-Kenner und Sammler.

Für die Hingucker im Barnstorfer Heimathaus Am Roggenberg ist Renate Wahlers schon seit vielen Jahren verantwortlich. Sie setzt die Schätze in Szene und montiert immer wieder neu.

Ehepaar Ina und Jürgen Ciglasch sind für Archivierung, Neuzugänge, Digitalisierung zuständig. „Ina ist die Ordentliche“, sagt Wahlers über sie. Dienstag ordnete sie die „Schule“ in der Tabakfabrik des Heimathauses. Jürgen Ciglasch erarbeitete zahlreiche Vorträge und ist einer der Techniker vor Ort. Derzeit stehen Bilder-Vorträge in der Warteschleife: „Kindheit in den 1950er Jahren“ und „150 Jahre Barnstorf in Bildern“, sind fertig.

Renate Kruse hilft Kräfte abhängig überall: „Und wenn es nur Kaffeekochen oder Staubwedeln ist, so halte ich mich fit“, sagt die Seniorin mit der langen Heimathaus-Geschichte. Derzeit ruht der Betrieb zwar wegen Corona, aber sonst ist immer viel los: Kulturtreff, Tanzkreis, Bingo, Qi Gong, Kaffeekreis oder Trauungen und Märkte. „Aktuell haben sich Mütter mit Kleinkindern angemeldet“, sagt Ciglasch. Er betont den Wunsch, gerade auch junge Menschen für das Ehrenamt im Meyer-Köster-Haus zu begeistern. „Wir suchen Mitstreiter für die vielfältigen Tätigkeiten rund um Haus und Hof.“ Vorsitzender Jürgen Rattay ist stolz auf die Arbeit für das feine, aber keineswegs kleine Heimathausgelände.

Kontakt unter: Tel. 05442/501041 (1. Vorsitzender Heimatverein Samtgemeinde Barnstorf e.V. Jürgen Rattay)

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