Hubertus-Gottesdienst und Essen / Hommage an Jagd und Wildbret

Wildschwein vom Spieß auf dem Marktplatz

Kesslers sorgten an diesem Abend für das Essen. Das Wildschwein hatten sie am Nachmittag zubereitet, um es den Gästen anschließend frisch gegrillt zu servieren.
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Kesslers sorgten an diesem Abend für das Essen. Das Wildschwein hatten sie am Nachmittag zubereitet, um es den Gästen anschließend frisch gegrillt zu servieren.

Barnstorf - „Naturschutz erfolgt mittlerweile nicht nur durch die Jäger, auch Politiker haben das Thema Umwelt für sich entdeckt. Am Ende geht es aber immer um eins: einfach nur maßhalten.“ Mit diesen Worten beendete der Leiter des Barnstorfer Hegerings, Cord-Hinrich Hespe, bei dem diesjährigen Hubertus-Gottesdienst in der St.-Veit-Kirche seine Rede.

Der Hegering hatte, wie alle zwei Jahre üblich, zum gemeinsamen Einläuten der Niederwildjagdzeit eingeladen. Hierzu trafen sich am Sonntagnachmittag zahlreiche Jäger und Jagdinteressierte vor der St.-Veit-Kirche.

Dort wurde musikalisch bereits einiges geboten. Der Bläsercorps des Hegering Barnstorf empfing mit seinen Jagdhörnern die Waidgesellen, bevor es in die Kirche zum Gottesdienst ging.

Dort wurde vor allem dem heiligen Hubertus, dem späteren Bischof von Lüttich, gedacht. Er soll um das Jahr 700 als „wilder Jäger“ in den belgischen Ardennen unterwegs gewesen sein, in einer Zeit, in der keinerlei Vorschriften oder Gesetze die Jagd regelten. Als er eines Tages einen ausgewachsenen Rothirsch vor sich sah, griff er schnell zur Flinte, um sich und seinen Hund zu schützen. Nun, besagt die Legende, geschah jedoch etwas Überraschendes. Der Hirsch blies nicht seinerseits zum Angriff und senkte das Geweih. Stattdessen richtete er sich auf und zwischen seinem gewaltigen Hörnern erschien ein Kreuz. Hubertus fiel auf die Knie in Anbetracht des göttlichen Zeichens und verschonte den Hirsch.

Diese Legende zeigte sich auch im Barnstorfer Kirchenschiff. Ein gewaltiger 14-Ender zierte den Altar. In ihrer Predigt sprach Pastorin Ilka Strehlow von „ökologischem Gleichgewicht und der Bewahrung der Schöpfung“. Unter den Waidmännern herrsche nicht nur ein hohes Verantwortungsbewusstsein, sondern auch eine Menge Erfahrung, so Strehlow über die versammelte Jägerschaft. Beeindruckend musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst durch die Hubertusgruppe Visbek unter der Leitung von Sigrid Tönnies. Die traditionell gekleideten Musiker sorgten für eine große Bewunderung seitens der Anwesenden. Auch das Bläsercorps der Grafschaft Diepholz sorgte für eine passende Stimmung an dem Abend.

Nach dem Gottesdienst zogen viele der Kirchenbesucher weiter zum Hotel Roshop. Dort gab es bei geselligem Zusammensein ein frisch zubereitetes Wildschwein vom Schlachter Kessler. Knapp 220 Tischreservierungen zählte die Hotelleitung für diesen Abend. Wildbret bekomme man jedoch nicht nur an diesem Abend, erklärt Cord-Hinrich Hespe vorweg. Man kann jederzeit Wild bei den lokalen Jägern, bei Kessler oder bei Gunnar Diekes in diesem Jahr gegründeten Wild & Wurst-Vertrieb in Drentwede bestellen.

Die Nachfrage nach Wild gebe es nämlich nach wie vor in der Gesellschaft, so Hespe. Da jedoch beispielsweise ein ordentliches Stück Wildschwein sehr teuer sei, wäre es auch etwas sehr Besonderes. „Mehr Bio geht nicht“, verspricht Jäger Hespe jedoch dafür. „Wir kommen alle von den Jägern und Sammlern, daher ist Fleischessen ganz normal“, antwortet er auf die Frage nach den zunehmenden Vegetariern in der Gesellschaft. Ethisch sei Wild ebenfalls positiv zu bewerten. So „geht die Waidgerechtigkeit weit über den gesetzlichen Tierschutz hinaus“. Ein Jäger würde niemals eine Rehmutter erschießen oder einen Hasen in seinem Versteck, wo dieser keine Möglichkeit zur Flucht hatte, machte Hespe deutlich.

ls

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