Barnstorfs Kulthütte ist wieder da

Besitzerwechsel bei Hottes Wintergarten: Horst Herter übergibt an Thomas Schumacher

Hottes Wintergarten steht wieder mit atmosphärischer Beleuchtung an der Langen Straße.
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Hottes Wintergarten steht wieder mit atmosphärischer Beleuchtung an der Langen Straße.

Hottes Wintergarten gehört in der kalten Jahreszeit zu Barnstorf wie die Schaumkrone zum Bier. Das bleibt auch so, weil Horst Herter seine Kulthütte an Thomas Schumacher verkauft hat.

Barnstorf – Glühwein, Punsch, gute Laune und freche Sprüche. Das alles gibt es wieder in Hottes Wintergarten. Die Kulthütte steht nach einem Jahr Corona-Pause wieder dort, wo sie immer steht – an der Langen Straße in Barnstorf neben der Volksbank. Horst (Hotte) Herter war natürlich auch wieder dabei. Allerdings nicht wie gewohnt als Betreiber, sondern zum ersten Mal als Gast. Er hat seinen Wintergarten an Thomas Schumacher verkauft.

Mir tut das ein bisschen weh. Die Leute und die Gespräche werden mir sehr fehlen.

Hotte Herter

Barnstorfs neuer Fleckenbürgermeister Fredy Albrecht ließ es sich am Eröffnungstag am Wochenende nicht nehmen, vorbeizuschauen. „Das Schlechte an dem Wintergarten war und ist, dass man immer hier landet, wenn man eigentlich nur schnell zu Bank wollte“, sagte er. Die Hütte sei in der kalten Jahreszeit ein traditioneller „Treffpunkt für Barnstorf“. Er bedankte sich bei Herter dafür, dass er den Wintergarten jahrzehntelang geführt hatte, und freute sich, dass Thomas Schumacher den das Fortbestehen der Holzhütte sicherte. Denn ohne den Besitzerwechsel würde es den Wintergarten wohl nicht mehr geben.

„Meine Knochen sind einfach fertig. Ich kann nicht mehr lange stehen“, sagte Herter. Das würde es für ihn unmöglich machen, die Hütte weiter zu betreiben. Dass jetzt aus gesundheitlichen Gründen für den Rentner Schluss ist, bedauert er trotzdem manchmal. „Mir tut das ein bisschen weh“, sagte Hotte Herter. „Die Leute und die Gespräche werden mir sehr fehlen.“

Zukunft und Vergangenheit: Hotte Herter (links) und der neue Besitzer Thomas Schumacher stoßen auf das Fortbestehen des Wintergartens an.

Der gesellige Mann, der in Barnstorf bekannt ist wie ein bunter Hund, ist der Erfinder und Erbauer des Wintergartens. „Ich habe das alles hier selbst erschaffen“, blickte er zurück. Jahr um Jahr seien neue Ideen und auch Erweiterungen der Hütte hinzugekommen. Das Angebot am Getränke und Speisen habe Hotte Herter immer wieder erweitert. Was vor mehr als 35 Jahren als Altdeutsche Bierstuben begann, entwickelte sich 2007 zum heutigen Konzept. „Geboren wurde Hottes Wintergarten“, erzählt er.

Daran will der neue Besitzer anknüpfen. „Eigentlich ändert sich nichts“, sagte Thomas Schumacher. Auch der Name bleibt gleich. „Jeder in Barnstorf kennt Hottes Wintergarten, deswegen bleibt das auch erst einmal Hottes Wintergarten“, erklärt der neue Betreiber.

Das Flair hat mir direkt gefallen. Es ist urig und gemütlich. Ich führe den Wintergarten in Hottes Namen weiter.

Thomas Schumacher

2019 habe er mitbekommen, dass Herter seinen Wintergarten aufgeben wolle. Interesse sei direkt vorhanden gewesen. „Ich bin aber erst als Unbefangener hergekommen und wollte mir alles einmal angucken“, erinnerte sich Schumacher. Er war sofort überzeugt: „Das Flair hat mir direkt gefallen. Es ist urig und gemütlich.“ Von da an stand für ihn fest: „Ich führe den Wintergarten in Hottes Namen weiter.“

Die Kulthütte hat ab sofort von Dienstag bis Sonntag geöffnet – immer ab 15 Uhr. Unterstützung bekommt Schumacher von seiner Familie. Seine Frau Sabine, sein Sohn Nico und sein Neffe André „sind immer dabei“. Der neue Besitzer lebt mit seiner Familie in Twistringen, ist in Barnstorf aber kein unbekanntes Gesicht: „Ich bin der Betreiber der Schützenhalle.“

Wintergarten ganz ohne Hotte wird es nicht geben: Er verspricht als Gast zu erscheinen

Thomas Schumacher ist ähnlich umtriebig wie Hotte Herter. Auch er sucht nach Wegen, den Wintergarten weiter zu optimieren. Seine erste Verbesserung: „Wir haben einen Toilettenwagen.“ Schumacher sprach in diesem Zuge seinen Dank an die Firmen Albuquerque und Dennis Meyer aus, die sich um das Aufstellen des Wagens beziehungsweise den Wasseranschluss gekümmert hatten.

Doch einen Wintergarten ganz ohne Hotte wird es wohl auch in Zukunft so schnell nicht geben. Der ehemalige Besitzer verspricht: „Ich werde dieses wohnliche Winterhaus des Öfteren besuchen.“

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