Graffiti-Aktionen im Ferienspaß-Programm

Hintergründe zum geplanten „künstlerischen Angebot“ in Barnstorf

Die Graffiti am Bahntunnel in Barnstorf sollen im Zuge des Sommerferien-Programms aufgewertet werden.
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Die Graffiti am Bahntunnel in Barnstorf sollen im Zuge des Sommerferien-Programms aufgewertet werden.

Barnstorf – Graffiti-Aktionen in der Samtgemeinde Barnstorf haben eine lange Tradition. So werden diese regelmäßig und unter Anleitung von Jugendbetreuern organisiert. So auch während der Sommerferien in diesem Jahr.

2010 organisierte Eva-Maria Kreiling, damalige Jugendpflegerin der Samtgemeinde Barnstorf, in Zusammenarbeit mit dem Graffiti-Künstler Florian Best an der alten Eisenbahn-Ölbrücke eine größer angelegte Graffiti-Aktion. Auch im und am Jugendzentrum Barnstorf selbst wurden in den vergangenen Jahrzehnten immer mal wieder neue Graffiti erstellt.

Die Graffiti-Aktionen am Bahntunnel werden im Rahmen des Ferienspaßangebotes von Bianca Keller und Jörg Brand vom Barnstorfer Jugendzentrum in Kooperation mit Ole Sterzik, Jugendpfleger der Samtgemeinde Barnstorf, veranstaltet.

An der ersten Graffiti-Aktion am Bahntunnel, zu Beginn der Ferien, werde es eine Zusammenarbeit mit Tim Dalley, Jugendpfleger der Samtgemeinde Rehden geben. Zum Ende der Sommerferien wird mit Marvin Kriesmann vom OLE (Orientierung-Leben-Entwicklung) kooperiert.

Erste Graffiti-Aktion am Bahntunnel

Zur ersten Graffiti-Aktion am Bahntunnel in der Nähe des Tennisplatzes im Jahr 2018 hatte Ole Sterzik den Mitgliedern des Kinder-, Jugend-, Schul- und Sozialausschusses seine Ziele vorgestellt.

Fraktionsübergreifend sei die Aktion im Vorfeld wohlwollend zur Kenntnis genommen worden.

Eine Erlaubnis der Deutschen Bahn AG liegt seit 2018 auf unbestimmte Zeit vor, unter Anleitung, Graffiti-Aktionen am Bahntunnel legal stattfinden zu lassen.

Sowohl die damalige, als auch die diesjährige Aktion begründet Sterzik aus Sicht einiger präventiver und pädagogischer Ziele: „Ohne Hintergrundwissen möchten viele Jugendliche Graffitisprühen ausprobieren, was schnell zu Straftaten führen kann. Nicht allen ist bewusst, welche Konsequenzen illegales Sprühen hat. Hier wird auf die Folgen hingewiesen und die Kreativität in legale Bahnen gelenkt.“

Weiterhin würden Partizipation, Identifikation und Mitbestimmung eine wesentliche Rolle beim kontrollierten „Sprayen“ der Jugendlichen spielen.

Jugendliche als Teil der Gesellschaft

Es sei wichtig, Jugendliche als Teil der Gesellschaft zu begreifen. Sie aktiv in die Mitgestaltung der Wohngegend, „ihrer Hood“, einzubeziehen, mache Sinn.

Auf diese Weise lasse sich präventiv Vandalismus reduzieren.

„Jugendliche als Nutzer der Räume der Jugendzentren oder -treffs möchten gerne mitwirken, wenn es um die Gestaltung der Wände geht. Graffiti als Jugendkultur kann hier helfen, die Räume als ,Revier‘ der Jugendlichen zu gestalten. Somit wird ihnen ein Stück weit ein eigenes Reich geboten, wodruch sie sich von der Erwachsenenwelt abgrenzt. Dies fördert neben der positiven Außenwahrnehmung dieses Bereichs durch andere natürlich nicht unerheblich das Selbstwertgefühl der Teilnehmer und die Identifikation mit ,ihrer Hood‘“, erklären die Jugendbetreuer.

Das Gefühl, etwas Dauerhaftes gemeinsam gestaltet zu haben, hinterlasse bei den Jugendlichen einen bleibenden positiven Eindruck.

Es gehe darum, den Teilnehmern einen Freiraum zur Gestaltung zu geben. Die Kreativität der Jugendlichen soll durch das künstlerische Event gestärkt werden.

Beim kontrollierten „Sprayen“ von Graffiti im Bahntunnel in Barnstorf sollen sich die Kinder und Jugendlichen künstlerisch ausleben.

„Graffiti mit dem Medium Sprühdose ist eine Technik, die auch von Mädchen und Jungen mit niedriger Frustrationstoleranz gut angenommen wird. Viele Effekte sind mit herkömmlichen Malmaterialien nur begrenzt oder gar nicht möglich, sodass auch von künstlerisch wenig begabten Teilnehmern eindrucksvolle Ergebnisse erzielt werden können. Die Vermittlung von Farb- und Formlehre sowie allgemeinen Gestaltungsgrundlagen wird nebenbei als wichtiger Aspekt wahrgenommen, ohne dass ein solcher Workshop zu sehr als ,Unterricht‘ empfunden wird“, erklärt Jugendpfleger Sterzik

Die Organisatoren hoffen auf viele ausgefallene Ideen, die während ihrer Graffiti-Aktionen umgesetzt werden können.

Die Anmeldung für die Graffiti-Aktionen, sowie alle anderen Ferienspaßaktionen, laufen direkt über das Barnstorfer Jugendzentrum.

Die Anmeldungen sind erst nach vorheriger Bezahlung gültig.

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