Facebook-Gruppe bietet auch im neuerlichen Lockdown Unterstützung für jedermann

Hilfsgruppe weit über Corona hinaus

Die im März gegründete Facebook-Gruppe „Hilfe anbieten / suchen im Landkreis Diepholz & Vechta“ hat sich seit dem Frühjahrslockdown etabliert und gewinnt im derzeitigen Minilockdown erneut an Fahrt.
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Die im März gegründete Facebook-Gruppe „Hilfe anbieten / suchen im Landkreis Diepholz & Vechta“ hat sich seit dem Frühjahrslockdown etabliert und gewinnt im derzeitigen Minilockdown erneut an Fahrt.

Barnstorf – Die steigenden Corona-Fallzahlen und somit die Ausbreitung des Virus stellen viele Menschen erneut vor große Probleme. Insbesondere ältere Menschen und Personen anderer Risikogruppen sind ebenso wie in Quarantäne befindliche oder infizierte Menschen wie beim Lockdown im Frühjahr wieder verstärkt auf Hilfe angewiesen, insbesondere wenn es um die Erledigung von Einkäufen geht.

In Barnstorf hatte Melanie Wolf im März über Facebook eine Internet-Hilfsplattform organisiert, bei der Hilfesuchende und hilfsbereite Menschen zusammenfanden.

Auch jetzt herrscht auf der Seite „Hilfe anbieten / suchen im Landkreis Diepholz & Vechta“ ein reger Austausch, bei dem Melanie Wolf nur noch selten kurz koordinierend eingreifen muss.

„Ein Pärchen musste kürzlich in Quarantäne und brauchte jemanden, der das Einkaufen übernimmt. Es war schnell jemand gefunden“, erzählt sie und ermutigt Menschen, die Hilfe brauchen, sich weiterhin über die Online-Plattform zu melden. Denn die Gruppe dient mittlerweile als lokales Netzwerk für die gesamte Region, um Menschen unentgeltlich den Alltag etwas zu erleichtern und angenehmer zu gestalten. „Das kann das Erledigen von Einkäufen oder das Rausstellen der Mülltonne sein. Aber auch Dinge des Alltags wie mit dem Vierbeiner Gassi gehen, wenn jemand coronainfiziert oder in Quarantäne ist – oder sich einfach nur den Fuß gebrochen hat und derzeit nicht spazieren gehen kann. Auch wenn Hilfe im Haushalt, Fahrten zum Arzt und vieles mehr gesucht wird, kann man dort sein Hilfsgesuch posten. Die Organisation übernimmt jeder selbst. „Es ist toll, dass sich diese Gruppe weit über die Hilfe für Corona-Betroffene hinaus entwickelt hat“, freut sich Melanie Wolf. „Sie ist zu einer Gruppe für alle geworden, die in irgendeiner Hinsicht Unterstützung brauchen und suchen.“ Auch über den Sommer habe sich die Zahl der mehr als 730 Follower kaum minimiert.

Während diese Hilfsmaschinerie ohne große Reaktivierungsmaßnahmen erfolgreich wieder angelaufen ist und dafür sorgt, dass Risikogruppen und Menschen in Quarantäne die derzeitige Situation ein wenig erleichtert wird, rückte Ende vergangener Woche mit der Bekanntgabe der vorübergehenden Schließung der Barnstorfer Tafel eine andere Gruppe von Menschen in den Fokus, die infolge der pandemiebedingten Schließung in Bedrängnis kommen könnte.

„Angesichts der stetig steigenden Infektionszahlen wollen und sollen sich unsere Ehrenamtlichen der Gefahr nicht länger aussetzen“, erläutert Ute Strathmann, Gründerin und Koordinatorin der Barnstorfer Tafel und signalisierte ebenso wie Pastor Torben Schröder für diesen Schritt uneingeschränktes Verständnis. „Ehrenamtliches Engagement ist hoch anzurechnen, muss aber nicht um jeden Preis ausgeübt werden.“ Die freiwilligen Helfer zählten so gut wie alle aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe. Als die Tafel beim ersten Lockdown schließen musste, hatte Melanie Wolf für die Tafelkunden mit einer Ersatztafel, die bei den Kunden anlieferte, kurzerhand eine Notlösung in Eigenregie parat. Doch aufgrund beruflicher Veränderungen fehlt ihr die Zeit, noch einmal so in die Bresche springen zu können.

Ob sich erneut eine gefahrlose Alternative finden lässt wird derzeit mit verschiedenen Ideen- und Impulsgebern geklärt.

Von Anja Schubert

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