Kinder der Pastorenfamilie Harms geben Dankeschön-Konzert in Drebber

„Hier schließt sich der Kreis“

Gaben ein gemeinsames Konzert in der Jacobikirche: Gunnar Harms spielte Violone, während sein Vater Hans-Martin an der Orgel musizierte. - Fotos: Brauns-Bömermann

Drebber - Mehrere Kinder der früheren Pastorenfamilie Harms, die das Leben von Drebber aus in die Welt trug, einige vor allem in die Welt der Musik, kehrten jetzt an ihre Geburtsstätte zurück. Sie gaben zum Auftakt der „Drebber Musiktage“ ein klassisches Konzert in der gut gefüllten Jacobikirche und bedankten sich damit bei den Einheimischen für die Wertschätzung ihrer Eltern, die sich in der Kriegs- und Nachkriegszeit mit ihrem sozialen Engagement vor Ort einen Namen gemacht hatten.

„Hier schließt sich nun der Kreis“, erklärte Gerhard Harms in seiner Eröffnungsrede und meinte damit die Wiederkehr der Kinder von Pastor Theodor Harms und dessen Frau Mararete. Als jüngster Sohn bedankte sich Gerhard stellvertretend für die insgesamt sieben Kinder, von denen fünf in Drebber getauft wurden, für die Geste von Gemeinde und Kirchengemeinde, die den Namen des Vaters im Mai 2015 nachträglich in das Ehrenmal aufgenommen und eine Tafel am Pfarrhaus in Jacobidrebber angebracht hatten.

Der Pastor war von 1938 bis 1945 in Jacobidrebber tätig und wurde unter fragwürdigen Umständen kurz vor Kriegsende an die „tödliche“ Ost-Front geschickt. „Briefe unseres Vaters von der Front legen Zeugnis davon ab, wie die Familie mit Drebber verbunden war“, erklärte Gerhard Harms. Ehefrau Margarete, die in Drebber als gutherzige Frau bekannt war und für Nächstenliebe eintrat, hatte die sieben Kinder quasi allein aufgezogen, durch schwere Zeiten gebracht und war noch vor ihrem 100. Geburtstag in der Umweltbewegung aktiv. „Sie verstarb mit 104 Jahren. Wir sind alle sehr stolz auf diese tapfere Frau“, so Gerhard Harms.

Hans-Martin Harms, der zum Konzertabend an der Orgel Platz nahm, berichtete davon, wie er als Kind neben seinem Vater Theodor an der Orgel gesessen und der Musik schon als kleiner Junge gelauscht hatte. Er wurde 1939 geboren und studierte Kirchenmusik in Detmold. Er war Kantor in Lage und Organist in Bad Salzuflen. Auch seinem Sohn Gunnar wurde die Musik offenbar in die Wiege gelegt. Vor ihm sollte eine beeindruckende Karriere liegen.

Für den Konzertmeister und ersten Violinist des weit über die Grenzen Deutschlands bekannten Leipziger Gewandhausorchesters war der Auftritt in Drebber ein Erlebnis. „Sie hören heute etwas Außergewöhnliches“, kündigte Gunnar Harms an. Außergewöhnlich deshalb, weil die Orgel als klangmächtiges Instrument leicht geneigt sei, die zarte Geige zu übertönen. „Und die Orgelbauer haben damals nicht nach DIN-Norm gebaut, die Hertz-Daten sind von Orgel zu Orgel unterschiedlich“. Er jedenfalls als versierter Musiker hatte reagiert und zwei Violinen mitgebracht: eine italienische und eine französische.

Gunnar Harms und sein Vater Hans-Martin hatten sich Werke von berühmten Komponisten vorgenommen, mussten ihr geplantes Programm vor Ort aber kurzerhand ändern. „Beim Einstudieren der Stücke stießen wir auf Schwierigkeiten“, berichtete das Duo. „Einige Töne hängen bei der Orgel.“ Spontan spielten Vater und Sohn dann lediglich den dritten Satz aus der Suite für Violine und Orgel Opus 166 von Josef Rheinberger.

Während des Konzertes kamen beide Musiker auch zu Soloruhm: Gunnar Harms widmete sich Johann Sebastian Bach („Bach ist für uns Violinisten die Bibel der Musik“) und spielte die Partita Nummer drei für Violine solo in E-Dur in vier Sätzen. Sein Vater präsentierte die Sonate für Orgel Nummer sechs in d-moll, die so genannte „Vater unser“-Sonate oder auch als „Das Amen“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy bezeichnet.

Pastor Rainer Hoffmann freute sich über das Dankeschön-Konzert der Familie Harms und wies die Besucher auf die Fortsetzung der „Drebber Musiktage“ hin. Am Mittwoch, 20. April, ab 18 Uhr werden der Kinderchor Drebber und der Popchor „SingTONic“, beide unter Leitung von Silke Husmann, in der Jacobikirche auftreten. Den Abschluss der dreiteiligen Reihe bildet ein musikalischer Gottesdienst am Sonntag, 24. April, ab 19 Uhr in der Marienkirche. Zu Gast ist der Popchor Syke. sbb

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