„Das ist eine feine Sache“

Herzlicher Empfang für die Sternsinger im Barnstorfer Rathaus

Unter den Augen von Verwaltungsvertreter Detlef Moss schrieb die elfjährige Emma den Segensspruch neben die Rathaustür.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Seine Premiere als Sternträger hatte sich Jonathan etwas anders vorgestellt. Der rote, glitzernde Umhang, den seine Oma Gaby genäht hatte, passte zwar wie angegossen. Aber es sammelten sich Regentropfen auf dem feinen Stoff. 

„Da gehe ich nicht spazieren“, ärgerte sich der Vierjährige über das Wetter. Doch das Hadern mit Petrus nützte nichts, denn die Sternsinger hatten gestern Nachmittag einen wichtigen Termin. Zum Auftakt ihrer diesjährigen Spendensammlung stand der obligatorische Besuch im Barnstorfer Rathaus auf dem Programm.

Mit dem Lied „Stern über Bethlehem“ zogen die Heiligen Drei Könige und ihr Gefolge in das Rathaus ein. Der Empfang für die 20-köpfige Kinderschar unter der Leitung von Gemeindereferentin Doris Rattay war herzlich. Im Foyer leuchtete der bunt geschmückte Tannenbaum, auf den Tischen standen Getränke und Gebäck bereit und zahlreiche Mitarbeiter der Verwaltung grüßten mit einem Lächeln. „Wir freuen uns, dass Ihr uns besucht“, rief Detlef Moss als Allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters den Gästen zu.

„Segen bringen, Segen sein“

In ihrem Vortrag machten Caspar, Melchior und Balthasar sogleich deutlich, worum sich die 60. Aktion des Kindermissionswerks dreht. Sie steht in diesem Jahr unter dem Leitwort: „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“. Am Beispiel Indiens wurde dann auch schnell deutlich, in welchen Verhältnissen viele arme Menschen auf dieser Welt leben.

„Das ist echt schlimm“, kommentierte die elfjährige Emma ihre Eindrücke aus einem lehrreichen Film, den die Sternsinger am Nachmittag gemeinsam geschaut hatten. Dabei hätten sie erfahren, dass Kinder in Indien den ganzen Tag arbeiten müssten und nicht zur Schule gehen könnten. Dank einiger Hilfsprojekte sei es möglich, dass manche Jungen und Mädchen wenigstens am Vormittag die Schulbank drücken könnten. 

Situation in Indien „schlimm“

Für Gemeindereferentin war es wichtig, diese Lebensverhältnisse zu verdeutlichen und damit auch den Hintergrund der Spendensammlung klar zu machen. „Unsere Kinder lernen hoffentlich auch wert zu schätzen, wie wichtig eine schulische Ausbildung ist“, meinte Rattay.

„Schlimme Sache“, kommentierte Detlef Moss die Situation im fernen Indien und kam zu dem Schluss: „Dagegen etwas zu tun, ist eine feine Sache.“ Sprach´s und steckte Bargeld in die kleine goldene Schatzkiste, die die jungen Sternsinger in die Höhe streckten. Es war schon die zweite willkommene Spende an diesem Tag, denn vor dem Besuch im Rathaus hatten die Kinder das Ingenieurbüro Lambers und Ostendorf besucht, wo sie eine außerordentlich großzügige Spende und so manche Leckerei erhalten hätten, berichtete Rattay.

170 Hausbesuche in Barnstorf und Umgebung

Die Sternsinger verließen die Häuser nicht, ohne mit einem Stück Kreide das Zeichen „20+C+M+B+18“ neben die Tür zu schreiben. Es bedeutet so viel wie: „Christus segne dieses Haus“. Damit seien nicht nur das Haus und ihre Bewohner gemeint, so Rattay, sondern alle Menschen, die in diesem Gebäude ein- und ausgehen würden. Im Falle des Rathauses trifft das somit auf sämtliche Bürger in der Samtgemeinde Barnstorf zu.

Um weitere Spenden für ihre Altersgenossen in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa zu sammeln, wollen sich die Sternsinger am kommenden Sonntag so richtig ins Zeug legen. Ungefähr 170 Hausbesuche in Barnstorf und Umgebung stehen auf der Liste. Bleibt nur zu hoffen, dass Jonathan und seine Freunde dann etwas besseres Wetter haben, wenn sie von Tür zu Tür wandern. Wäre doch schade, wenn die feinen Umhänge durchnässt werden.

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