Herbstausstellung des Heimatvereins dreht sich rund ums Porzellan

Mal stabil, mal ganz fein

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Am Sonntag konnten die Besucher erstmals einen Blick auf die neue Ausstellung im Meyer-Köster-Haus werfen.

Barnstorf - Von Luka Spahr. Vorsicht, zerbrechlich! Wer am Sonntag das Meyer-Köster-Haus besuchte, musste schon behutsam vorgehen. Denn der Heimatverein Samtgemeinde Barnstorf eröffnete seine neue Porzellan-Ausstellung.

Eine feine Auswahl an Tafelgeschirr und viele Sammlerstücke aus dem Besitz des Heimatvereins und mehrerer Privatpersonen weckten das Interesse. „Wir haben jedes Jahr im Herbst eine Sonderausstellung und suchen uns dafür ein Thema aus“, berichtet Vorsitzender Jürgen Rattay. Ein Dankeschön geht an Vereinsmitglied Herbert Berner, der viele gute Stücke aus seiner Porzellan-Sammlung zur Verfügung gestellt hat. Zusammen mit Petra Tinnemeyer zeigt er dabei eine große Auswahl alten Silberhochzeitsgeschirrs und andere Porzellan-Artikel. Darüber hinaus gibt es weitere Ausstellungsstücke aus Privatbesitz zu sehen.

So wird von Rolf Dunger ein Goldhochzeits-Geschirr aus dem Jahr 1886 vorgestellt. Das damals im Mäkel verwendete Geschirr wurde seitdem nicht mehr benutzt und befindet sich, wie auch die anderen ausgestellten Antiquitäten, in einem hervorragenden Zustand. Aus dem Hause der Familie Strahmann steht eine andere Art Geschirr zur Schau: Leihgeschirr. Im Gegensatz zum feinen Hochzeitgeschirr kommt es weniger schmuckvoll daher, verfügt aber über eine weitaus höhere Stabilität.

Ein Großteil der ausgestellten Exponate stammt von Petra Tinnemeyer und Herbert Berner. Letzterer sammelt bereits seit 40 Jahren das wertvolle Porzellan. Er selbst habe zwar kein Hochzeitsgeschirr von seinen Eltern bekommen. Damals habe ihm jedoch jemand einen kleinen Teller geschenkt. Damit habe alles angefangen. „Der Virus hat mich erwischt“, sagt der Barnstorfer. Sein Geschirr stammt somit nicht aus privatem Umfeld, sondern aus fremder Hand. Im Laufe der Jahre hat er so durch den Besuch vieler Flohmärkte und Antiquitätenläden im Weser-Ems-Raum seine Sammlung aufgebaut. Diese ist inzwischen so umfangreich, dass er aufgrund des begrenzten Platzes im Obergeschoss des Meyer-Köster-Hauses nur etwa die Hälfte seines Geschirrs präsentiert.

Durch sein Hobby verfügt Berner über ein geschultes Auge. Damals sei Hochzeitsgeschirr von großen Firmen produziert worden, erläutert er. Kleinere Unternehmen hätten dann, im Auftrag der Hochzeitsgesellschaften, persönliche Inschriften auf die Tassen und Teller eingraviert. Heute könne eine einzige Schale aus dieser Zeit gut und gerne 50 Euro wert sein. Genau ließe sich das jedoch nie sagen. Am wichtigsten sei ohnehin der historische Wert, ist sich Berner sicher. „Viele bäuerliche Familien halten das Hochzeitsgeschirr auch heute noch in Ehren.“ Prinzipiell seien die Stücke, wie er sie ausstellt, jedoch nicht mehr auf heutigen Hochzeiten zu sehen.

Insbesondere bei Senioren stößt die Ausstellung auf großes Interesse. Auch Margret Husmann und ihre zwei Freundinnen aus Drebber sind von dem Porzellan beeindruckt. Sie hätten damals auch noch solch ein besonderes Hochzeitsgeschirr bekommen. „Heute ist es jedoch ganz anders als damals“, sagen sie. Viele Paare würden sehr viel später als damals heiraten oder auch gar nicht. „Das hängt alles zusammen“, sind die Besucherinnen überzeugt. Dass der Heimatverein eine solche Ausstellung anbiete, sei sehr schön, freuen sich die Damen. Sie schwelgen in Erinnerungen, während sie zwischen den aufgebauten Tischen und Vitrinen wandeln.

Im ersten Stock des Hauses gibt es neben der Porzellan-Ausstellung übrigens noch einen weiteren Hingucker. Johann Weiß stellt an den Wänden hinter den Porzellan-Tischen seine selbst gemalten Bilder aus. Auch wenn viele Besucher sehr angetan von den realistischen, einfach gestalteten Bildern sind, gibt sich der Hobbykünstler sehr bescheiden. „Ich habe nur das Zimmer geschmückt und halte mich heute etwas zurück“, sagt er.

Wer die Eröffnung am Wochenende verpasst hat, kann auch an den folgenden beiden Sonntagen noch Porzellan und Bilder im Meyer-Köster-Haus bestaunen. Die Ausstellung ist am 18. und 25. Oktober, jeweils in der Zeit von 14 bis 18 Uhr, geöffnet. Während dieser Zeit sind auch die Gebäude und Geräte rund um Landwirtschaft und altem Handwerk zu sehen. Der Heimatverein bietet Kaffee und Kuchen an.

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