Heißes Jahr für die Barnstorfer Feuerwehren

Trockenheit macht sich bemerkbar: Brandeinsätze 2018 mehr als verdoppelt

Zahlreiche Flächenbrände beschäftigten die Barnstorfer Feuerwehren, wie hier Mitte Juli an der Schöte in Rechtern, wo ein Übergreifen auf den nahe gelegenen Wald verhindert werden konnte. Foto: Speckmann
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Zahlreiche Flächenbrände beschäftigten die Barnstorfer Feuerwehren, wie hier Mitte Juli an der Schöte in Rechtern, wo ein Übergreifen auf den nahe gelegenen Wald verhindert werden konnte.

Barnstorf – Von Sven Reckmann. Das alte Jahr endete für die Barnstorfer Feuerwehr auf gewohnte Art und Weise: Mit Arbeit. Gegen 17 Uhr am Silvestertag wurde die Ortsfeuerwehr Barnstorf zum DRK-Seniorenheim an der Friedrich-Plate-Straße alarmiert, da dort Tischfeuerwerk die Brandmeldeanlage ausgelöst hatte. Glücklicherweise gab es kein Feuer, niemand wurde verletzt und der Jahreswechsel konnte für alle Beteiligten kommen.

Es war der letzte Einsatz eines arbeitsreichen Jahres. Die Feuerwehren in der Samtgemeinde wurden 2018 deutlich öfter alarmiert als im Vorjahr. Die Zahl der Brandeinsätze hat sich dabei mehr als verdoppelt. Diese Bilanz zogen Führungskräfte der Barnstorfer Feuerwehr bei einem Pressegespräch zum Jahresende.

In den deutlich gestiegenen Zahlen spiegelt sich vor allem die Trockenheit wieder: Es gab wesentlich mehr Flächenbrände. Am 18. Juli mussten die Feuerwehren sogar zu drei Flächenbränden an einem Tag ausrücken – eine hohe Belastung für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte.

Der Moorbrand Anfang August an der Kreisgrenze zu Vechta beschäftigte die Feuerwehren ebenso wie der große Moorbrand auf dem Bundeswehr-Testgelände bei Meppen, zu dem sechs Kameraden aus der Samtgemeinde Barnstorf mit geländegängigen Fahrzeugen herangezogen wurden.

Aber auch die Gebäudebrände nahmen zu; Einsatzorte waren unter anderem am 25. Juli an der Hebbelstraße, am 13. November der Wohnhausbrand an der Memeler Straße und in der Nacht zum 19. Dezember in Eydelstedt an der Straße „Im Felde“.

Im Einsatzleitwagen: Gemeindebrandmeister Guido Schruth (2.v.l.) mit seinem Stellvertreter Jens Kaesemeier (l.) sowie Gemeindepressewart Klaus Vehlber und Gemeindejugendfeuerwehrwart Jan Bufe (r.).

Ein weiterer Einsatz, der den Feuerwehren alles abverlangte, war im November der Brand von 1500 Rundballen in Drebber. „Der hat mit Abstand am längsten gedauert“, erklärte Gemeindebrandmeister Guido Schruth. Die (Nach-)Löscharbeiten zogen sich über vier Tage hin.

Dazu gesellten sich Technische Hilfeleistungen und Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen.

Auch das Übungs- und Ausbildungsgeschehen lief 2018 auf Hochtouren: Übungen gab es in Drebber (Hof Sandering und Kindergarten), in Bockstedt auf dem Wintershall-Gelände, in einem Abriss-Haus an der Brinkstraße und bei der Firma Bobrink. An einer „Heißausbildung“ in einem Spezialcontainer nahmen in Eydelstedt 25 Kameraden teil.

Die Zahl von etwa 450 Aktiven in den Feuerwehren blieb konstant. In der Jugendfeuerwehr sind 88 Kinder und Jugendliche organisiert, wie Gemeindejugendfeuerwehrwart Jan Bufe berichtete, die Kinderfeuerwehr hat derzeit 24 Mitglieder.

Im neuen Jahr wird das Thema „Digitale Alarmierung“ weiter vorangetrieben. Auf Samtgemeindeebene werden 230 Digitalmeldeempfänger angeschafft. 16 Sirenen werden umgerüstet, der Probebetrieb ist für Ende des Jahres vorgesehen. In Barnstorf und Eydelstedt wird es dann keine Sirenen mehr geben, die Feuerwehrleute werden über Meldeempfänger alarmiert.

„In allen anderen Ortschaften bleibt mindestens eine Sirene“, so Schruth. Insgesamt werde man mit der neuen Alarmierung mehr Aktive erreichen, fügte sein Stellvertreter Jens Käsemeier hinzu.

Ein Augenmerk liegt stets auf der Ausstattung der Wehren. „Wir haben auf Samtgemeindeebene sechs Fahrzeuge, die 25 Jahre und älter sind“, sagte Schruth. „Da müssen wir in den nächsten Jahren dringend was machen.“ Man sei im konstruktiven Dialog mit Politik und Verwaltung. „Die Zusammenarbeit ist gut“, unterstrich auch Käsemeier.

Zwei herausragende Feuerwehr-Termine im kommenden Jahr: der Leistungsvergleich auf Samtgemeindeebene am 1. Juni in Düste und die Kreiswettbewerbe im 15. Juni in Klein Lessen.

Mit einem Dank für die stete Einsatzbereitschaft der Aktiven, die 2018 einiges zu schultern hatten, schließen Schruth und Kaesemeier ein bewegtes Jahr. Einen Dank richten sie auch an die Arbeitgeber, die gewährleisten, dass die Feuerwehrleute stets zur Stelle sein können, wenn´s mal wieder brennt.

Hintergrund: Feuerwehren rücken 147 Mal aus

97 Einsätze und 50 Mal „nachbarliche Unterstützung“ standen am Jahresende zu Buche; das heißt, die Feuerwehren in der Samtgemeinde sind 147 Mal ausgerückt. Darunter waren 32 Brandeinsätze und 45 Mal war Technische Hilfeleistung gefordert. Im gesamten Jahr 2017 waren sie 99 Mal ausgerückt, unter anderem zu 15 Brandeinsätzen und 40 Technischen Hilfeleistungen.

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