Heike Praschel liest in der Barnstorfer Bibliothek / Familie ist 30 Monate lang unterwegs und lernt drei Erdteile kennen

Die Faszination und die Hürden einer Weltreise

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Heike Praschel beim Signieren von Büchern, links: ihr Tochter Emma.

Barnstorf - „You are wellcome!“, diese Worte hörte die Familie Praschel immer wieder, als sie sich im März 2010 auf eine fast drei Jahre andauernde Reise machte, auf der sie drei Erdteile und unzählige Länder und Landstriche bereiste.

In der Barnstorfer Bibliothek las Heike Praschel aus ihrem Buch „Weltenbummler – Eine Familie bereist 30 Monate die Welt“. 25 Zuhörer lauschten den mitreißenden Erzählungen der 40jährigen Autorin, sahen Bilder von Landschaften, die sie wohl selber nie sehen werden und bekamen ein Gespür für die schönen und auch nicht so schönen Erlebnisse.

Bibliotheks-Leiterin Christiane Roth hatte gemeinsam mit der Büchereizentrale Niedersachsen die junge Autorin für eine Lesung eingeladen. Mehr als zwei Stunden las und erzählte die gelernte Kinderpflegerin fesselnd aus diesem für die Familie unvergesslichen Erlebnis. Als sich die Familie 2010 von Wernberg-Köblitz in der Oberpfalz auf ihr Abenteuer begab, waren die Töchter Paula und Emma erst ein und drei Jahre alt. Die dritte Tochter Sarah blieb zunächst zu Hause, um ihre Schule zu beenden und sollte dann Anfang Juli in der Mongolei zu ihnen stoßen.

Bereits vor der Reise galt es sich vieles anzulesen, um die Sitten und Gebräuche der zu bereisenden Länder kennen zu lernen und den alten Mercedes-Lkw, Baujahr 1965, umzubauen. „Wir mussten uns von 100 Quadratmetern Wohnfläche ab sofort mit acht begnügen“, was schon an sich eine Herausforderung darstellte. Denn nicht nur die Familienmitglieder mussten darin Platz finden, sondern auch Kleidung, Kochgeschirr, Spielzeug und nicht zuletzt Familienhund Fred.

Von Deutschland aus ging es zunächst nach Italien, dann durch die Türkei, den Iran Kasachstan, bis zur Mongolei. „Die Umstellung von Europa nach Asien fiel uns sehr schwer“, gestand die Autorin. Aber man habe viel Ungewöhnliches erlebt und kennengelernt. „Im Iran wurden wir regelrecht belagert“. Überraschend für die Familie, die Frauen sprachen fast alle fließend Englisch und mussten für die Männer übersetzen.

Anhand kleiner Videoeinspielungen gab sie dem völlig gefesselten Publikum einige Eindrücke von dem dortigen Aufenthalt wieder. „Ich habe die Verschleierung sehr ernst genommen“, was auf den Fotos auch zu sehen war. Weiter ging es Richtung Mongolei, wo Tochter Sarah in Ölgii am Flughafen abgeholt wurde. Und dann lag sie vor ihnen: die Mongolei. Mit kurzen Passagen aus dem Buch aber auch mit ihren fesselnden Erzählungen und Fotos konnte man sich annähernd vorstellen, wie eindrucksvoll dieser Teil der Welt ist.

Als man dann Sibirien erreichte, nach unzähligen Pannen und Pannenhilfen in dieser kargen Landschaft, wurde die Familie das erste Mal richtig krank. Die weiblichen Familienmitglieder hatten nach drei Tagen mit 41 Fieber und Ausschlag die Krankheit besiegt. Ehemann Tom jedoch wurde so krank, dass ein Krankenhaus gesucht werden musste. „Die Erkrankung legte die Weiterfahrt erst einmal auf Eis, so dass wir in den sibirischen Winter hineinkamen“.

Nach der Genesung ging es weiter an die türkische Mittelmeerküste, wo man den Winter verbrachte. „Dort haben wir dann auch die Entscheidung getroffen, nach Nordamerika weiter zu reisen“. Zurück in Deutschland wurde der Lkw von Hamburg aus nach Halifax in Kanada verschifft. Dort angekommen reiste die Familie auf kanadischer Seite von der Ost- zu Westküste, weiter die Westküste runter bis Mexiko um dann auf amerikanischer Seite wieder zurück zur Ostküste und dann gen Norden nach Baltimore zu reisen.

„Im Nachhinein kann ich sagen, dass die Menschen in Asien viel freundlicher waren und das Leben dort auch günstiger“, so die Weltenbummlerin am Ende. Nun plane man die nächste große Reise. 2016 wird sich die Familie auf den Weg in die USA machen, wo sie vom State Washington aus an die Spitze Kanadas reisen wird. „Das soll etwa ein Jahr dauern“. Was es dann zu berichten gibt, erfahren die Zuhörer dann vielleicht im nächsten Buch der Autorin.

sn

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