Erhöhtes Verkehrsaufkommen befürchtet

Futtermittelunternehmen HaBeMa kommt: Drentweder Rat beschließt Änderung des Bebauungsplans

Auf dem ehemaligen rund vier Hektar umfassenden Gelände der „Robert Weber Mühlenwerke“ in Drentwede will sich das Futtermittelunternehmen HaBeMa westlich der Bahnstrecke niederlassen.
+
Auf dem ehemaligen rund vier Hektar umfassenden Gelände der „Robert Weber Mühlenwerke“ in Drentwede will sich das Futtermittelunternehmen HaBeMa westlich der Bahnstrecke niederlassen.

Drentwede – Schätzungsweise 300 Lastwagen sollen künftig pro Tag von der B51 über die Straße „Am Fuhrenkamp“ zum und vom ehemaligen Gelände der „Robert WeberMühlenwerke“ in Drentwede fahren, auf dem sich das Futtermittelunternehmen HaBeMa ansiedeln will. Zum geplanten Ausbau der Anfahrtsstraße und zur Ansiedlung des Unternehmens beschloss der Drentweder Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die nötige Änderung des Bebauungsplans, wobei einige der 20 anwesenden Anlieger Befürchtungen äußerten.

Georg Bode und Sohn Christoph betreiben an der Straße „Am Fuhrenkamp“ Ställe zur Schweinezucht und befürchten durch das erhebliche Verkehrsaufkommen gesundheitliche Auswirkungen für ihre Tiere: „An sich finde ich es positiv, dass sich das Unternehmen in Drentwede ansiedeln möchte, doch wir möchten, dass die Geräuschemissionen für die Tiere so gering wie möglich gehalten werden“, erklärte Georg Bode während der Ratssitzung.

Den geplanten einspurigen Ausbau der Straße mit einzelnen Ausweichbuchten sahen er und Sohn Christoph kritisch: „Ein zweispuriger Ausbau der Straße würde ein Halten und Anfahren der Lastwagen an unseren Ställen verhindern.“

Barnstorfs Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers antwortete auf die Befürchtungen: „Der Ausbau der Straße wird von der Firma nach Vorgaben der Gemeinde umgesetzt. Es wird selten ein Begegnungsverkehr erwartet und es ist bisher auch nur eine Planung.“

Claudia Emker, zuständig für die Bauleitplanung, erklärte in ihrem Vortrag, dass die Straße mit einer Fahrbahnbreite von 3,5 Metern für Schwerlastfahrzeuge ausgebaut werde. Zudem sei auf der Bundesstraße 51 eine Abbiegespur nach links in die Straße „Am Fuhrenkamp“ geplant, was Anwohner Jürgen Meyer während der Sitzung kritisierte. Auch Wilhelm Rustmann äußerte sich scharf kritisch gegenüber der geplanten Unternehmens-Ansiedlung und dem dadurch entstehenden Verkehr an seinem Haus.

Die Planzeichnung zur beschlossenen Bauleitplanung der Gemeinde Drentwede Bebauungsplan Nr. 15 „Mühlenwerke II“.

Emker erklärte, dass eine Erschließung des Geländes der ehemaligen Mühlenwerke über die Bahnhofstraße mit erhöhter Belastungen für mehr Bürger einhergegangen wäre.

Ratsherr Dirk Meinecke rechtfertigte die Entscheidung: „Es ist ein Kompromiss, den wir zwischen den Anliegern und dem Unternehmen eingehen. Ich verstehe, wenn wir bei der Bestimmung der Zufahrtsstraße einigen gegen das Schienbein treten.“

Bei der Abstimmung zur Bauleitplanung der Gemeinde Drentwede zum Bebauungsplan Nummer 15 „Mühlenwerke II“ und dem Einbezug eines Teilbereiches der Gemeindestraße „Am Fuhrenkamp“ auf Höhe Hausnummer drei stimmten die Ratsmitglieder einstimmig dafür.

Haushaltsplan 2021 aufgestellt

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war die Aufstellung des Haushaltsplans für dieses Jahr. Verwaltungsmitarbeiterin Gudrun Schruth gab einen Überblick über die Finanzsituation der Gemeinde Drentwede und die zukünftigen Planungen. Sie wies in ihrem Vortrag auf die erstmalige Zuweisung der Samtgemeinde Barnstorf an die Gemeinde Drentwede über 54 000 Euro aus der Weitergabe von Schlüsselzuweisungen hin. Diese sei für den Ausgleich des drohenden Fehlbetrages im Ergebnishaushalt im Haushaltsjahr 2021 nötig gewesen.

Den Einzahlungen in Höhe von 20 000 Euro aus Grundstücks- und Straßenverkäufen stehen 190 900 Euro an Auszahlungen entgegen. 26 000 Euro sind als Investitionszuschuss für die Sanierung der Flutlichtanlage auf dem Sportplatz Drentwede eingeplant. Für den Breitbandausbau werden 13 400 Euro veranschlagt. Die größte Investition ist mit 150 000 Euro der Ausbau der Straße „Am Fuhrenkamp“.

In der Sporthalle der Grundschulaußenstelle in Drentwede nahmen die Ratsmitglieder und die rund 20 interessierten Anwohner Platz.

Der Finanzhaushalt schließt mit einem Gesamtfinanzierungssaldo von minus 144 600 Euro, der nach Anrechnung auf die Zahlungsmittelbestände einen positiven Wert von 190 251 am Ende des Jahres aufweist. Gudrun Schruth sah den Haushalt „mit gemischten Gefühlen“. Die angespannte Finanzlage bewege sich noch in einem überschaubaren Rahmen.

Gemeindebürgermeister Theo Amelung bedankte sich bei der Samtgemeinde für die notwendige Zuweisung.

„Es war ein turbulentes Jahr und wir müssen bei unseren Finanzen genau hingucken. Wir sind aber noch mit einem blauen Auge davongekommen. Trotzdem müssen wir Investitionen mit Blick in die Zukunft tätigen“, sagte Dirk Meinecke. Die Ratsmitglieder stimmten geschlossen für den Haushaltsplan 2021.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Tödlicher Unfall: Lkw erfasst Radfahrer zwischen Bassum und Harpstedt

Tödlicher Unfall: Lkw erfasst Radfahrer zwischen Bassum und Harpstedt

Tödlicher Unfall: Lkw erfasst Radfahrer zwischen Bassum und Harpstedt
Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln

Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln

Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln
A 1-Ausbau zwischen Ahlhorner Heide und Stuhr wirft Schatten voraus

A 1-Ausbau zwischen Ahlhorner Heide und Stuhr wirft Schatten voraus

A 1-Ausbau zwischen Ahlhorner Heide und Stuhr wirft Schatten voraus
Agentur „Ersu Media“: „Digitales Polster“ als Krisenschutz für Unternehmen

Agentur „Ersu Media“: „Digitales Polster“ als Krisenschutz für Unternehmen

Agentur „Ersu Media“: „Digitales Polster“ als Krisenschutz für Unternehmen

Kommentare